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Solidarität mit den griechischen Stahlarbeitern !

Linden | Quelle = "Solidarität International"20.07.12

Stahlwerk in Aspropirgos von Spezialeinheiten gestürmt – Solidarität notwendig!
Kategorie: Griechenland2012

Soeben teilte Jordanis Georgiou, einer der Organisatoren der Solidarität mit den griechischen Stahlarbeitern in Deutschland, „Solidarität International“ mit:



Das von den griechischen Stahlarbeitern bestreikte Werk in Aspropirgos wurde von Sondereinsatzkräften der Polizei (MAT = „Einheiten für die Wiederherstellung der Ordnung“) gestürmt. Neun Streikende wurden festgenommen. Grundlage dafür soll ein Gerichtsurteil sein, das den Streik für illegal erklärt. Es sind 10 bis 15 Streikbrecher im Werk, die von der Polizei geschützt werden. Der Stahlwerksbesitzer ruft ständig die Streikenden zur Wiederaufnahme der Arbeit auf. Gerüchte werden gestreut, Drohungen ausgesprochen usw. Den streikenden Arbeitern wird der Zugang zum Werk verwehrt. Sie fordern den sofortigen Rückzug der Polizeieinheiten und die Freilassung der Verhafteten. Es versammeln sich immer mehr Menschen aus Solidarität mit ihnen vor dem Werk, obwohl die Polizeieinheiten eine wichtige Zugangsstraße gesperrt haben. Auch landesweit beginnt sich der Protest und die Solidarität zu entwickeln. Für 17.30 Uhr soll eine große Solidaritätsdemonstration organisiert werden.

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Der seit über 260 Tagen andauernde Streik ist international ein Symbol des entschlossenen Widerstands gegen die EU-Krisendiktate und ihre Folgen. Ausdrücklich haben die Stahlarbeiter von Aspropirgos erklärt, dass es ihnen nicht nur um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und die Verteidigung ihrer Löhne geht, sondern um die Zukunft aller Arbeiter und ihrer Familien. Offenbar sind die Herrschenden in der EU nach dem Marsch der spanischen Bergarbeiter auf Madrid und den seitdem dort anhaltenden Massenprotesten nervös geworden.

Obwohl sie an der Streikfront dringend gebraucht wurden, reisten die Sprecherin der Stahlarbeiterfrauen, Sofia Roditi, und Gewerkschaftssekretär Panagiotis Katsaros Ende Mai auf Einladung mehrerer Organisationen und zahlreicher Einzelpersonen durch Deutschland. Panagiotis Katsaros rief den Teilnehmern des 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlags in München zu: „Wir kämpfen gegen die Konzernherrn, gegen die griechische Regierung und gegen die Troika. Aber auch gegen Widerstand innerhalb der Gewerkschaftsführung. Wir sind mit den Streikbrechern fertig geworden – und wir sind uns so einig wie am ersten Tag. Wir werden unseren Kampf fortsetzen, bis wir die Kapitalistenklasse besiegt haben.“

Jetzt brauchen die griechischen Stahlarbeiter umso dringender die internationale Solidarität. Organisiert Protest- und Solidaritätserklärungen! Rückzug aller Polizeikräfte aus dem Werk in Aspropirgos! Sofortige Freilassung aller Verhafteten! Weg mit dem Streikverbot! Für freie gewerkschaftliche und politische Betätigung!


Adresse der zuständigen Gewerkschaft PAME:

E-Mail: international@pamehellas.gr

FAX Somatio (Direkt Stahlarbeiter): 0030 210 55 78 360


Kopien bitte an buero(at)solidaritaet-international.de


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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
9.533
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 21.07.2012 um 12:27 Uhr
Wie soll die internationale Solidarität denn aussehen? Das ist doch alles Quatsch, Stefan, da werde ich immer sauer, wenn ich davon was lese. Das Kapital arbeitet international, verschiebt ruckzuck Werke dahin, wo es gerade einen Vorteil sieht und die Gewerkschaften prockeln nach wie vor nur in ihren eigenen Ländern rum oder betreiben sogar da nur Klientelpolitik (Lokführergewerkschft u. dergl.) Solange die sich nicht international organisieren und länderübergreifend agieren ist die internationale Solidarität nur leeres Gelaber.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.07.2012 um 20:10 Uhr
Du hast es genau auf den Punkt gebracht Bernd!
Hast du dir die Seite ( meine Quellenangabe ) von "Solidarität International" mal angeschaut?
Die griechischen Stahlarbeiter haben selbst mehrfach betont = ohne die internationale Solidarität, die sie aus ganz Europa erfahren haben ( teilweise darüber hinaus! ), hätten sie diesen Streik gar nicht so lange aushalten können. Spendenaktionen in und außerhalb von Betrieben, LKWs mit Lebensmitteln aus verschiedenen europäischen Ländern, Solidaritätserklärungen und Aufrufe zu Solidaritätsstreiks sind nur einige Beispiele der internationalen Solidarität. Man muss bedenken, dass die Streikenden keinerlei Unterstützung während ihres Streiks erhielten!

Sicherlich ist das noch(!) nicht die organisierte internationale Arbeiterschaft, aber die Anfänge - und vor allem die Einsicht, dass dies unbedingt erforderlich ist - sind gemacht!
Schau nach Spanien, hier in erster Linie zu den kämpfenden Bergarbeitern, auch hier wird an einer internationalen Zusammenarbeit gebastelt. Die Automobilindustrie ist ein anderes Beispiel, hier kämpfen Opel-Arbeiter konzernweit über Grenzen hinweg, solidarisieren sich mit den Arbeitern von PSA und umgekehrt, es gab einen Internationalen Automobilarbeiter-Ratschlag mit hunderten Teilnehmern aus der ganzen Welt und den verschiedendsten Firmen usw. usw.
Die Organisierung fällt nicht "vom Himmel", sie wird auch nicht durch die Gewerkschaftsführungen durchgeführt werden, sie muss und wird von unten organisiert werden.
Dass die bürgerlichen Medien dies alles verschweigen so lange wie es halt geht ( Spanien war auch erst in den Schlagzeilen als es Auseinandersetzungen in Madrid gab, aber da hatten die Bergleute schon seit Wochen gestreikt und Zechen sind heute noch besetzt, und auch da wird die internationale Solidarität zur Zeit organisiert! ),
dies ist ihre Taktik, dies ist auch ein Problem!
"Leeres Gelaber" ist dies alles nicht, oder?
Kurt Wirth
1.114
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 22.07.2012 um 11:13 Uhr
Auch handfeste materielle Solidarität mit diesen griechischen Stahlarbeitern konnte man bislang schon üben: Michael Beltz (Gießen) führt(e) ein Konto, auf welches überwiesen werden konnte und wofür in der Zeitschrift "Theorie und Praxis" (siehe Internet) geworben hat.
Wie intensiv die internationale Solidarität der Opelarbeiter entwickelt ist kann ich nicht so recht beurteilen - schon innerhalb Deutschlands schien mir bislang mehr das St.Floriansprinzip "Verschon mein Haus, zünd andere an" zu gelten.
Aber grundsätzlich bin ich auch der Meinung: man muß klein anfangen, sonst wird das nie was.
(sollte ich mich einer weiteren Diskussion streckenweise enthalten: mein PC ist im Moment nur teilweise funktionsfähig)
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 22.07.2012 um 23:19 Uhr
Na klar Kurt, wir wollen doch die Zeitschrift "Theorie und Praxis" nicht vergessen, wenn du es hier für wichtig erachtest :-))
Es gibt zahlreiche(!) ähnlich gelagerte und organisierte Spendensammlungen in ganz Deutschland, wer das wo macht, das ist unerheblich, wichtig ist, dass es gemacht wird!

Dann solltest du dich mal mit dem Kampf der Opel-Arbeiter beschäftigen bevor du hier urteilst, mit der gelebten internationalen Solidarität, mit dem Automobilarbeiterratschlag, mit dem vor kurzen durchgeführten Arbeitersymposium in Frankfurt ( da glänzten leider einige linke Organisationen mit Abwesenheit ), mit den "Basta-Frauen von Opel", mit dem "Zukunftsprogramm zum Kampf um jeden Arbeitsplatz", mit der Unterstützung durch die Kollegen von PSA ( und umgekehrt ) usw. usw.

Ja, Schritt für Schritt, anders wird es nicht klappen, hier wurde u.a. einiges auch formuliert, eine Grundlage geschaffen....

http://www.gewerkschafter-aktiv.de/
Michael Beltz
6.488
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 23.07.2012 um 13:30 Uhr
In Griechenland setzt die kommunistische Partei (KKE) darauf, die Bewegung der Arbeiterklasse, der Bauern, den kleinen Selbständigen und anderen von der Krisenlasten betroffenen Schichten weiterzuentwickeln. Damit diese Bewegung in die Lage kommt, eine wirkliche Alternative zur Herrschaft des Kapitals durchzusetzen.

Eine Linksregierung mit SYRIZA und anderen schätzt die KKE als illusionär und dem Kapital dienende Scheinalternative ein. Die Fixierung auf das Parlament lenkt von der Notwendigkeit des Kampfes im Betrieb und auf der Straße ab.

Um die Syriza, in der sich von Sozialdemokraten bis Trotzkisten alle möglichen Menschen organisiert haben, einzuschätzen, müssen Analysen folgen, die hier in der Kürze und beim Fehlen vieler Informattionen nicht versucht werden sollen.

Nur eins: Syriza ist in der Vergangenheit Bündnisse mit reaktionären bis rechtsrdikalen Parteien eingegangen, um die Wahl eines kommunistischen Bürgermeisters auf der Insel Ikaria zu verhindern.

All das bedarf weiterer Diskussionen und Schlussfolgerung für den Kampf in unserem Land sind zu ziehen.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 23.07.2012 um 23:14 Uhr
Ist das hier das Thema Michael?
Wer wo in den Betrieben in Griechenland verankert ist, auch darüber könnte man diskutieren, genauso wie über die kommunistische Sicht über die Notwendigkeit der Beteiligung an Wahlen, genauso über die herben Verluste der KKE bei der letzten Wahl usw. usw.

Jetzt ist meines Erachtens jede Unterstützung und Solidarität notwendig, ohne dass natürlich der ideologische Kampf eingestellt wird. Die "Kunst" ist die Aktionseinheit zu schmieden ohne die eigene Agitation und Propaganda einstellen zu müssen! Und hier hat meiner Meinung nach die KKE ein gravierendes Problem.

Und hier geht es auch in aller erster Linie um die Bedeutung der Organisierung der internationalen Arbeiterschaft, das ist der Schwerpunkt des Beitrages!
Klaus Stadler
4.786
Klaus Stadler aus Reiskirchen schrieb am 26.07.2012 um 21:04 Uhr
Herr Walther,da ich mich mit Parteien aus Griechenland nicht auskenne,bitte erklären sie mir doch warum Herr Beltz so abwertend über Trozkisten und Sozialdemokraten schreibt die in der Syriza Politik machen.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.07.2012 um 23:24 Uhr
Da sollte Herr Beltz besser selbst antworten Herr Stadler, ich denke es kann aber einige Tage dauern, er ist zur Zeit in Urlaub, zumindest habe ich das in der BI so mitbekommen.
Ich kann nur meine persönliche Meinung dazu sagen = ja, man sollte dies nicht anreissen und dann nicht näher drauf eingehen, das ist dann eher verwirrend. Mit Trotzkisten habe ich auch große Probleme, egal ob in Griechenland oder sonstwo, sie haben oft nur ein einziges Ziel, Organisationen zu unterwandern und zu spalten, sie haben auch schon sehr viel Schaden angerichtet sind aber mittlerweile relativ unbedeutend, da leicht durchschaubar. Ich weiss nicht ob Sozialdemokraten in Syriza sind, kann ich mir aber als Masse kaum vorstellen, da sie durch andere Parteien vertreten werden.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 27.07.2012 um 21:57 Uhr
Ein kleiner Einblick Bernd, zu der aktuell gelebten internationalen Solidarität =

wer sich für die ausführlichen Stellungnahmen/Veranstaltungen/Solidaritätsadressen usw. interessiert = nachzulesen unter

http://www.solidaritaet-international.de


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Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.07.2012 um 00:08 Uhr
Aktuelles Schreiben an "Solidarität International" =

Die Stahlarbeiterfrau Sofia schreibt am Samstag, dass der Streik der Stahlarbeiter beendet wurde, dass aber der Kampf weiter geht
Kategorie: Griechenland2012

Lieber Jordani, die gestrige Versammlung der Stahlarbeiter hat mit 107 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und 29 Enthaltungen die Beendigung des Streiks beschlossen. Sie betonten, dass die Form des Kampfes geändert wird. Dieser wird weitergeführt. Sie werden von innen weiter den Kampf führen gegen die Entlassungen, gegen die Arbeitsbedingungen und vieles mehr. Das wichtigste ist, dass sie nicht die gewerkschaftliche Organisation zerschlagen und ihre gewählten Vertreter absetzen. Das ist ihr Ziel, damit sie dann alles machen können. Diese Kraft brauchen sie. In den letzten 2 Tages haben wir große Schwierigkeiten gehabt, die Einheit und den Zusammenhalt zu stärken. Wie du siehst, ändert sich nur die Form unseres Kampfes. Unsere Männer werden mit erhobenen Hauptes rein gehen. Sie sind stolz auf den bisherigen Kampf, der nicht nur gegen den Kapitalist Manesis, sondern gegen die Regierung und die Polizeigewalt geführt werden musste. Wir haben nicht verloren, unser Kampf hat die Arbeiterklasse ermutigt, auch den Kampf in vielen Betrieben in Griechenland aufzunehmen. Wir werden Euch weiterhin informieren. Es gibt noch so viele Dinge, die wir Arbeiter auf der ganzen Welt gemeinsam machen müssen und wir wollen Euch auf unserer Seite haben. Mit kämpferischen Grüßen Sofia.
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