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NEWROZ 2012 :

Linden | für Hoffnung und Toleranz - gegen Rassismus und Fremdenhass

Am 21. März 2012 rufen wir ( Plattform der demokratischen Migrantenvereine ) auf, das Newroz-Fest in Gießen solidarisch und interkulturell unter dem Motto "für Hoffnung und Toleranz - gegen Rassismus und Fremdenhass" zu feiern und gleichzeitig unsere Solidarität mit der kurdischen Bevölkerung zum Ausdruck zu bringen.

Wie bekannt, ist der 21. März gleichzeitig internationaler Tag gegen Rassismus. deshalb möchten wir bei dieser Gelegenheit auch gegen den wachsenden Rassismus in all seinen Formen Stellung beziehen, ein Signal setzen nochmals vor Ort, um dieser gesellschaftsfeindlichen Gesinnung Einhalt zu gebieten.

Das Neujahrsfest Newroz ist eines der wenigen interkulturellen Erben der Menschheitsgeschichte aus Mezopotamien. Dieses Fest wird seit Jahrtausenden von allen indoeuropäischen Völkern und vielen anderen Kulturkreisen traditionell gefeiert und geehrt. Seit dem 10. Mai 2010 ist Newroz auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen als internationaler Newzroz Tag als Kulturerbe offiziell anerkannt. Die Generalversammlung der
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UN stellte in ihrer damaligen Erklärung fest, dass "Newroz/Nouruz ein Frühlingsfest ist, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren auf der Balkanhalbinsel, in der Schwarzmeerregion, im Kaukasus, in Zentralasien und im Nahen Osten gefeiert wird". Am 30. September 2009 hatte sogar die UNESCO den Newroz Tag in die Liste des Menschheitskulturerbes bzw. als UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Für die Menschen in Kurdistan und die Kurden in der Diaspora hat dieser Tag eine besondere Bedeutung. Sie sind heute noch in vielen Ländern der Repression, Assimilierung und Ausgrenzung ausgesetzt; dieser Tag ist ein Symbol des Widerstands und für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Würde. Nach der kurdischen Mythologie symbolisiert Newroz auch den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit, den Sieg des Guten über das Böse. Nach langem harten Winter in Kurdistan schmelzen Eis, Gletscher und Schnee in der Wärme der Frühlingssonne, neues Leben strömt in die Halme und Zweige, das Leben entfaltet wieder seine volle Kraft; die Natur, Tiere und Menschen, sind deshalb bereit für einen Neubeginn. Newroz ist also demnach ein Fest der Freude und der Hoffnung.

Wir laden alle herzlich ein, das Newroz-Fest mit uns in Gießen zu feiern für Hoffnung und Toleranz - gegen Rassismus und Fremdenhass !

21. März 2012, 18.30 - 21.30 Uhr,
Kirchenplatz, Gießen

Redebeiträge:
- Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen
- Hamide Akbayir, MdL NRW
- Mehmet Tanriverdi, Stadtverordneter, Präsident der BAGIV
- Vertreter von YEKKOM
- Grußworte verschiedener Organisationen (u.a. Linkes Bündnis Gießen)

Musik und Folklore

Veranstalter: Plattform der demokratischen Migrantenvereine
( Alewitischer Kulturzentrum Gießen, Deutsch-Kurdische-Gesellschaft e.V., Freiheit und Solidarität Hessen, Föderation der ArbeiterInnen aus der Türkei (ATIF)-Ortsgruppe GI/WZ, Kurdische Gemeinde Gießen e.V., Mezopotamisch-kurdischer Kulturzentrum, Mozaik e.V. )

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.106
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 11.03.2012 um 23:27 Uhr
Wer kopiert - der kapiert - oder ..... ??!!

"Im 20. Jahrhundert erhielt das Fest bei den Kurden eine stärkere politische Bedeutung. Sie feiern das Neujahr am 21. März als Symbol des in der iranischen Mythologie überlieferten erfolgreichen Widerstandes gegen Unterdrückung. Im Zentrum dieser Vorstellung stehen die Legenden um den Tyrannen Zohak und seinen Bezwinger, den Schmied Kaveh. Kaveh benutzte seine Schmiedeschürze als Flagge des Aufstandes. Gemeinsam mit der Bevölkerung zog Kaveh los und erschlug Zohak. Aus Freude entfachten die Menschen ein Feuer, das die Nachricht im ganzen Land verbreitete." (Text von Widepedia - leicht überarbeitet)

Finde ich gut, dass hier dem Berufsstand der Schmiede "ein Denkmal gesetzt wird". In Deutschland fehlt so etwas völlig, denn die Arbeiter, welche im November 1918 die Revolution ausriefen, sind schon längst vergessen und selbst in der Stadt in der das geschah, gibt es für sie kein Denkmal.

Übrigens sie hatten auch etwas mit Feuer zu tun und waren sicher genau so rauchgeschwängert wie der Schmied Kaveh. Soweit es überliefert ist schwenkten sie keine Arbeitsschürzen, sondern Rote Fahnen .....

Wer es weiss erhält bei Gelegenheit von mir ein Heissgetränk seiner Wahl.

(nur Stephan darf nicht teilnehmen - der weiss das bestimmt ;-) ... oder)
Bernd Zeun
9.532
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 12.03.2012 um 12:42 Uhr
Meines Wissens begann die Novemberrevolution mit dem Kieler Matrosenaufstand.
Martin Wagner
2.106
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 12.03.2012 um 16:43 Uhr
Richtig, aber was hat das mit dem Schmied zu tun? Herr Zeun, das gibt noch kein Heissgetränk - das ist höchstens eine Drittelantwort. sorry ;-)
Bernd Zeun
9.532
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 13.03.2012 um 00:52 Uhr
War auch nicht als Bewerbung um ein Heißgetränk gedacht, Herr Wagner. Mit einem Schmied hat der Matrosenaufstand natürlich nichts zu tun, allerdings sehe ich bei meinen beschränkten Kenntnissen der Novemberrevolution keinen Zusammenhang dieser zu einem oder mehreren Schmieden. Ich weiß nur, dass sich in vielen Städten im Anschluss an den Matrosenaufstand Arbeiter- und Soldatenräte gegründet haben und dass in München wohl zuerst die Republik ausgerufen wurde. Ob irgendwo explizit die Revolution ausgerufen wurde, keine Ahnung. Klären Sie mich auf.

@Stefan: Mit deinem Beitrag hast du mir eine Wissenslücke geschlossen. Informiert sein darüber sollte man sicher, interessieren tun derartige, in der Mythologie verwurzelte Feste, ob aus dem christlichen oder einem anderen Kulturkreis aber eigentlich nicht wirklich.
Bernd Zeun
9.532
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 13.03.2012 um 10:49 Uhr
Da ist mir doch ein Wort beim Schreiben entwischt. Ich meinte natürlich, dass solche Feste nur MICH nicht sonderlich interessieren, andere können und werden sie das sehr wohl.
Als Ort der Kontaktpflege sind sie sicher auch geeignet und eine gute Gelegenheit.
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 13.03.2012 um 18:29 Uhr
Hallo Bernd, um beim Thema zu bleiben:
wenn es um ein reines Fest gehen würde, und auch noch in der Mythologie verwurzelt...., dann würde mich das genauso wenig interessieren wie dich!
Newroz ist jedoch heute, ich denke das kommt im Beitrag - in der Erklärung der demokratischen Migrantenvereine in Gießen - auch raus, auch ein Tag des Protestes gegen Rassismus und die Unterdrückung des kurdischen Volkes.
Einmalig bisher in Gießen ist, dass es gelang 7 kurdische und türkische Vereine an einen Tisch zu bekommen, die seit einigen Wochen zusammenarbeiten. Sie feiern gemeinsam, auch mit deutschen Freundinnen und Freunden, und sie wollen sich auch gemeinsam einsetzen für die Solidarität aller Völker, auch das ist ein Zeichen welches beim Newroz - Fest gesetzt werden soll.
Wenn du Zeit hast, ich bin leider in dieser Woche nicht in Gießen, dann schau es dir mal an, es wird sich lohnen!
Zu den Hintergründen um was es auch heutzutage dem kurdischen Volk geht:
http://kurdistan.blogsport.de/
Martin Wagner
2.106
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 14.03.2012 um 06:16 Uhr
Ich möchte meinen Vorrednern (leicht) widersprechen. Es geht mir nicht um Mythologie in dem Sinn von irgendwelchen mehr oder weniger nicht rational nachzuvollziehendem Produkten kollektiven Gedächtnis. Mir geht es darum, dass in Gesellschaften nur ganz bestimmte Sachen tradiert werden und andere nicht. Wenn sogar - ich kenne sie Herrr Zeun nicht , aber ich sage das jetzt einfach so - nicht einmal fortschrittliche Menschen wissen, wer bei uns die Revolution ausgerufen hat, so ist das nicht nur eine (leicht zu schliessende) Wissenslücke, sondern zeigt mir, dass in der BRD keine Weitergabe von Widerstandskultur gibt. Als Linker bin ich natürlich Internationalist - keine Frage. Aber, wo soll ich im tagtäglichen politischen Kampf "ansetzen", wenn solche (neudeutsch) Basics nicht da sind?

In wieweit die Kurden sich eher nationalistisch aufstellen als vergleichbare Volksbefreiungsbewegungen kann ich nicht einschätzen.

mkkg Martin

PS: Es waren in Kiel rote Matrosen, genauer die Heizer, welche das Feuer aus den Kesseln der Schlachtschiffe rissen, als der Befehl kam, dass die Marine (völlig hirnlos) noch im eh verlorenen Krieg "verheizt" werden sollte. Die Namen der hingerichteten Heizern - müsste ich selber nachschauen.
Bernd Zeun
9.532
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 14.03.2012 um 21:03 Uhr
Herr Wagner, jetzt hatten Sie mich neugierig gemacht und ich habe etwas gegoogelt. Ich will das Thema aber nicht zu sehr auswalzen, da es mit dem Beitrag von von Stefan nichts zu tun hat, deshalb nur noch folgendes: Dass die Revolution 1918 ausgerufen wurde konnte ich nicht finden (der Aufstand weitete sich einfach zur Revolution aus), auch nicht dass Heizer von Marineschiffen 1918 aufgrund des Matrosenaufstandes im Oktober deshalb hingerichtet wurden. Eine Meuterei fand allerdings schon 1917 statt, als deren Rädelsführer 5 Matrosen und Heizer durch Kriegsgerichtsverfahren zum Tode verurteilt wurden. Drei davon wurden zu Zuchthausstrafen begnadigt, der Matrose Max Reichpietsch und der Heizer Albin Köbis wurden hingerichtet. Nach beiden sind mehrere Straßen in Deutschland benannt und es gibt auch ein Denkmal für beide.

http://www.welt.de/kultur/history/article12259142/Die-Meuterei-an-deren-Ende-das-Kaiserreich-unterging.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Reichpietsch
Stefan Walther
3.930
Stefan Walther aus Linden schrieb am 14.03.2012 um 23:33 Uhr
Tja, Bernd hat`s schon angedeutet... da bin ich jetzt auch etwas stur Martin und gehe nur auf die Sachen ein, die meiner Ansicht nach zum Beitrag gehören:
- sicher gibt es unter den Kurden auch nationalistische Strömungen, die Forderungen gehen von "Recht auf die Pflege der eigenen Kultur", über "Autonomie" bis hin zu einem eigenen Staat "Kurdistan".
- dies spiegelt sich auch in den verschiedenen kurdischen Vereinen wieder
- ohne dass ich mich da sehr gut auskennen würde, denke ich, dass die überwiegende Mehrheit der Kurden Internationalisten sind, die sich an der Seite aller unterdrückten Völker sehen ( zumindest interpretiere ich auch Teile dieser Erklärung so "Gegen Rassismus und Fremdenhass, Für Hoffnung und Toleranz"

nur kurz, ohne näher drauf einzugehen = für mich gibt es kein speziell "deutsches" Problem, oder denkst du Martin, dass die Franzosen heute nocht etwas mit der Pariser Kommune anfangen können, die Russen mit der Oktober-Revolution, die Chinesen mit der Proletarischen Kulturrevolution ... wahrscheinlich genauso wenig wie die meisten Deutschen mit der Räterepublik!?
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