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Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in Deutschland

Linden | ( ein Aufruf vom "Bündnis gegen Rechts" - Gießen ):

Am 10. November 1938 wurden in Gießen - wie in Hunderten anderen Städten und Gemeinden in Deutschland - Synagogen, Geschäfte, Häuser und Wohnungen von deutschen Jüdinnen und Juden geplündert oder niedergebrannt. Menschen wurden geschlagen, gejagt und ermordet. Die Bevölkerung sieht weg, klatscht Beifall oder macht selbst mit. Dieses dreitägige Pogrom, von den Nazis zynisch "Reichskristallnacht" genannt, ist von langer Hand vorbereitet. Es ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg, Deutschland "judenfrei" und kriegsbereit zu machen. Die Reichspogromnacht hat verschiedene Funktionen für die Faschisten: zum einen die psychologische Vorbereitung auf den Raubkrieg, die terroristische Einstimmung auf die schon geplante antijüdische Verordnungs- und Verfolgungswelle und die ökonomische Unterstützung der Kriegswirtschaft. Die jüdischen Opfer wurden per Verordnung gezwungen die durch das Pogrom entstandenen Schäden auch noch selber zu bezahlen; insgesamt sollten so eine Milliarde Reichsmark zusammenkommen.

Die größten Profiteure der folgenden Arisierung waren vor allem Teile des Großkapitals ( Deutsche Bank, IG-Farben, Vereinigte Stahlwerke AG und viele andere ) welche sich im "Freundeskreis Reichsführer SS" zusammengeschlossen hatten.

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Viele Jüdinnen und Juden versuchten zu fliehen. Widerstand gegen diese verbrecherische Politik blieb fast völlig aus. Der Widerstand der Arbeiterbewegung war zu diesem Zeitpunkt fast gebrochen, Hunderttausende saßen in Gefängnissen und Konzentrationslagern.
Es folgt der Holocaust, die industrielle Massenvernichtung von 6 Millionen europäischen Jüdinnen und Juden, sowie die Ermordung von Sinti und Roma und anderen Minderheiten. Das bis dahin schlimmste Verbrechen der Menschheitsgeschichte wurde erst mit der militärischen Niederlage Deutschlands gegen die allierten Truppen im 2. Weltkrieg beendet.

Dieses Jahr sind wieder Nazis durch die Gießener Straßen gelaufen und haben ungehindert und ohne Konsequenzen antisemitische Parolen gerufen. Die NPD konnte ihren Aufmarsch mit Unterstützung der Polizei ungehindert durchführen. Auch die Stadt nahm eine unrühmliche Rolle hierbei ein und unternahm nicht einmal den Versuch den Aufmarsch zu verhindern und somit ein Zeichen zu setzen.
Rassismus und Antisemitismus sind auch heute nicht allein ein Phänomen des Rechten Randes. Sie habe ihre Basis in der Mitte der Gesellschaft und sind Ausdruck des immer mehr zunehmenden Kampfes "Jeder gegen Jeden", somit ein Ausdruck der krisenhaften kapitalistischen Gesellschaft.

Wir rufen auf, am 09. November 2011 auf die Straße zu gehen.
Wir wollen den Opfern der Pogrome und des Holocaust gedenken und uns gegen jede Form von Faschismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aussprechen.

Datum: Mittwoch, 09.11.2011
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Gießen, Berliner Platz 2

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 27.10.2011 um 22:18 Uhr
Danke für das Einstellen diese Beitrages Stefan! Sehr wichtig wie ich finde!
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.10.2011 um 10:57 Uhr
Dieses Jahr sind wieder Nazis durch die Gießener Straßen gelaufen und haben ungehindert und ohne Konsequenzen antisemitische Parolen gerufen. Die NPD konnte ihren Aufmarsch mit Unterstützung der Polizei ungehindert durchführen. Auch die Stadt nahm eine unrühmliche Rolle hierbei ein ......

Meines Wissens war hier in der Gegend die Landschaft "Dunkelbraun" eingefärbt. Da hat sich sicher einiges von dem Gedankengut "auch in zuständigen Stellen?" erhalten.
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 28.10.2011 um 11:39 Uhr
da kann ich nichts mehr hinzufügen, außer dass "Die NPD konnte ihren Aufmarsch mit Unterstützung der Polizei "und der Stadtverwaltung" ungehindert durchführen."
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.10.2011 um 12:15 Uhr
Ja das wird so lnge bleiben, so lange die NPD nicht verboten wird ;-). Sowas nennt sich heute Demokratie(Alle Gewalt geht vom Volk aus), dass ich nicht lache!
Michael Beltz
6.508
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 28.10.2011 um 13:27 Uhr
Dieser Mahngang findet nun seit 32 Jahren in Gießen statt. Jeder, der die deutsche Geschichte nicht verdrängen will, sollte daran teilnehmen
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 28.10.2011 um 18:16 Uhr
Danke für die wirklich guten und (leider) absolut zutreffenden Kommentare. Ich mag mich meinen Vorrednern nur anschließen!
Es ist eine Schande, was dieses Sommer passiert ist.
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 31.10.2011 um 07:35 Uhr
1. Was soll der Vergleich mit Die LINKE? Wer sollte sie verbieten wollen / lassen? Ein bißchen Schaumschlägerei in Form von Antikommunismus, dabei weiss jeder (auch die Politiker), dass Die LINKE heute in erster Linie die "besseren Sozialdemokraten" sind, also sogar "gebraucht" wird um die Unzufriedenen in die "richtigen" Bahnen zu lenken... sie geht Koalitionen ein, beteiligt sich mitunter selbst (siehe z.B. Berlin) an Sozialabbau und Umweltzerstörung....
2. Eine Gleichsetzung von "links" und "rechts", und wenn noch so ironisch gemeint, verbietet sich immer, dies spielt nur den Schwätzern der "Extremismus-These" in die Karten
3. Was interessiert es uns ob der Verfassungsschutz die NPD steuert (oder umgekehrt), das erfahren wir sowieso nie....
4. Wir treten ein für ein Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien, dies ist auch keine Illusion, dies ist machbar, dafür gibt es auch einen breiten Konsens in der Republik, bis hinein in große Teile des bürgerlichen Lagers!
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 31.10.2011 um 14:06 Uhr
Ist schon traurig, dass wegen der Spitzel in den Reihen der NPD diese nicht zu verbieten sein soll. Wo sind wir hier eigentlich? In einer Bananenrepulik ;-(
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 31.10.2011 um 17:42 Uhr
Absolut! Ich mag meinen beiden Vorrednern nur zustimmen und mich der Kritik an Rüdiger nur anschließen!
Peter Lenz
447
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 02.11.2011 um 15:52 Uhr
Was besagt denn diese "Extremismus-These"??

Hr. Momberger, sie stimmen meist Vorrednern zu, bzw. schließen sich Kritiken und / oder Berichten / Kommentaren an.
Böses denkt, wenn man das nachplappern nennen würde.
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.11.2011 um 17:37 Uhr
Ich schließe mich meinem Vorkommentator nicht an. Muss denn die eigene Meinung immer abweichend sein? Kann man nicht zustimmend bekunden, dass man gleicher Meinung ist?
Es tut doch jedem von uns auch mal gut, wenn er durch solche Kommentare quasi in seiner Meinung bestätigt wird.
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 02.11.2011 um 17:38 Uhr
Absolut Herr Herold! Sie sagen es!
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 02.11.2011 um 17:57 Uhr
;-)
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 02.11.2011 um 19:16 Uhr
da schließe ich mich den beiden Vorrednern an!
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.11.2011 um 21:22 Uhr
Gut, dass ihr auf die Provokationen nicht eingeht, zum Inhalt des Beitrages hat Herr Lenz - wie meist - nichts zu sagen, hätte er ein wenig verschiedene Diskussionen verfolgt, dann wüsste er genau ( es gab schon zweimal einen Link-Hinweis ) dass die Extremismus-These nichts weiter als eine Erfindung des Verfassungsschutzes ist, selbst im Grundgesetz gibt es an keiner einzigen Stelle das Wort "Extremismus", dies ist ein völlig unwissenschaftlicher Begriff!
Es gibt u.a. Sozialdemokraten, Anarchisten, Kommunisten, Faschisten, Sozialisten, Liberale usw. usw.
Peter Lenz
447
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 02.11.2011 um 22:09 Uhr
Wer hat denn hier dieses Wort benutzt, wenn es schon unwissenschaftlich ist und im politischen Sprachgebrauch nicht existiert??
Mein Kommentar befasste sich ausschließlich mit dem obigen Beitrag, wie von gewissen Herren immer wieder gefordert wurde. Und wenn man schon die Wissenschaft bemüht, wissenschaftlich war die versuchte Erklärung aber ganz und garnicht.
Es gefällt mir wenn der GURU sich nicht mehr anders zu helfen weiß!
Und nützlicherweise kann man, dann auch noch jemanden zu Troll abstempeln.
Es zu versuchen ;-)
Stefan Walther
3.935
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.11.2011 um 22:49 Uhr
blablablabla

Dieses Wort wird doch benutzt, auch im politischen Sprachgebrauch, oder wollen Sie das leugnen?
Ich kann nirgends erkennen, dass Sie auf den Aufruf, also auf den Beitrag, eingehen.
Mit dem "Guru", das hatten wir auch schon mal, Sie können es gern noch zig-mal wiederholen, dies zeugt nur von völliger Unkenntnis basisdemokratischer politischer Arbeit und Meinungs- und Willensbildung, oder aber wir sind alle "Gurus" :-))
Ein Troll, letztmals(!), ist einer der nur provozieren will, inhaltlich nichts zu sagen hat, oder nichts sagen will....
Vielleicht, wenn Sie was zum Thema zu sagen haben, wie stehen Sie eigentlich zu dem geplanten Mahngang, viellleicht antwortet ihnen dann noch jemand, ich jedenfalls nicht mehr.....und ob es ihnen gefällt oder nicht, das ist mir völlig egal!
Peter Lenz
447
Peter Lenz aus Mücke schrieb am 02.11.2011 um 23:24 Uhr
dass die Extremismus-These nichts weiter als eine Erfindung des Verfassungsschutzes ist, selbst im Grundgesetz gibt es an keiner einzigen Stelle das Wort "Extremismus", dies ist ein völlig unwissenschaftlicher Begriff!
Dieses Wort wird doch benutzt, auch im politischen Sprachgebrauch, oder wollen Sie das leugnen?
Beides von ihnen selbst geschrieben!
Übrigens, man wird nicht größer, indem man versucht andere klein zu machen ;-)
Christian Momberger
10.830
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 03.11.2011 um 00:00 Uhr
> Gut, dass ihr auf die Provokationen nicht eingeht.
> Vielleicht, wenn Sie was zum Thema zu sagen haben, wie stehen Sie eigentlich zu dem geplanten Mahngang, vielleicht antwortet ihnen dann noch jemand, ich jedenfalls nicht mehr.....

Stimmt Stefan! So sehe ich das auch!
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 03.11.2011 um 09:33 Uhr
Herr Lenz, auch Sie sind recht Herzlich dazu eingeladen! Nach dem Mahngang kann man bei Tee und Gebäck über das erlebte disputieren!
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 03.11.2011 um 09:34 Uhr
Extremismus lt. Duden = übersteigert radikale Haltung.
Im Internet nachzulesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus und als Ergänzung hierzu http://vmrz0183.vm.ruhr-uni-bochum.de/krimlex/artikel.php?BUCHSTABE=E&KL_ID=63

Wer Lust hat kann sich dort ja informieren ;-)
Hallo Lieber Leser
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