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JU Mittelhessen: Klimawandel als Thema von Gegenwart und Zukunft

Linden | Die Veränderungen in der Pflanzenwelt durch den Klimawandel im Landkreis Gießen können schon heute nachweisen werden. Dies erfuhren die Mitglieder der Jungen Union Mittelhessen bei einem gemeinsamen Besuch mit dem Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. med. Helge Braun, und dem Lindener Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz, bei der Umweltbeobachtungs- und Klimafolgenforschungsstation in Linden des Instituts für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität Giessen.
Nach der Bergrüßung durch den Institutsleiter Prof. Christoph Müller PhD erhielten unter fachkundiger Führung von Prof. Dr. Ludger Grünhage und Frau Dr. Claudia Kammann die JU-Mitglieder einen umfassenden Einblick in Aufgaben, Funktion und Tätigkeit der Forschungsstelle. Ihre Thematik ist aktueller denn je, denn die atmosphärische Konzentration des Treibhausgases CO2 ist heute mehr als 35 öher als in den vorangegangenen, durch Eisbohrkern-Daten erfassbaren, Warmzeiten. Dies führe zu enormen Auswirkungen der Umwelt, so Grünhage. So wäre beispielsweise in den 1990er Jahren die wärmste Dekade seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen aufgezeichnet worden.
Mit einem auf dem Gelände angelegten phänologischen Garten lässt sich der Klimawandel vor der eigenen Haustür erleben, so Professor Grünhage. Die Phänologie befasse sich mit den verschiedenen im Jahresverlauf immer wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen bei Pflanzen und Tieren. Die Entwicklung der Pflanzen hänge in unseren Breitengraden vom Temperaturverlauf ab und biete daher gute Indikatoren für Klimaänderungen in der Biosphäre, so der Wissenschaftler weiter. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Jahreszeiten früher beginnen, die Sommer trockener und die Winter wärmer würden.
Direkt neben dem phänologischen Garten werde ein Freiland-CO2-Anreicherungsexperiment durchgeführt, wovon sich die Wissenschaftler eine genauere Abschätzung der Wirkungen der steigenden CO2 Konzentrationen auf das Pflanzenwachstum erhoffen. Dabei habe man festgestellt, dass der Pflanzenbestand im Gegensatz zu Gewächshausexperimenten unter erhöhtem CO2 keineswegs stärker gewachsen sei. Vielmehr sank die Stickstoffkonzentration im Pflanzengewebe. Dies sei ein Hinweis, dass unter natürlichen Bedingungen schnell andere Faktoren als CO2 zum limitierenden Faktor für die Bildung von Biomasse werden. Nur wenn auch alle anderen Nährstoffe in größerer Menge zugeführt werden, wie dies in Gewächshäusern der Fall sei, könne die Biomasseproduktion tatsächlich langfristig gesteigert werden.
Wie diese Veränderungen in den kommenden Jahren sich weiter entwickeln, ist eine wichtige Frage, an der hier auf höchstem Niveau geforscht wird, ergänzte Dr. med. Helge Braun, der die Jungpolitiker begleitete. Land- und Forstwirtschaft müssten sich schon heute auf die Klimafolgen einstellen und die Ergebnisse der lokalen Klimaforschung seien dafür die entscheidende Datengrundlage. Der Parlamentarische Staatssekretär führte weiterhin aus, dass der Bereich "Klima, Erde, Umwelt" auch für das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen zentrales Thema darstelle. Die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre und die Speicherung in der Erde oder die Nutzung zur Bodenverbesserung sind im zweiten Schritt wichtige Forschungsgegenstände, bei denen auch aufgezeigt wird, was wir gegen die Erderwärmung tun können, so Braun abschließend.
Auch betonte der Vorsitzende der JU Mittelhessen, Manfred Jordis aus der Wetterau und die Gießener JU Kreis- und stellvertretende Landesvorsitzende der JU Hessen, dass zu einer verantwortungsvollen Politik auch die Berücksichtigung der Herausforderungen eines nicht mehr abwendbaren Klimawandels gehörten. Mit der Forschungseinrichtung hier in Linden können bereits heute Wissenschaftler den bevorstehenden Konsequenzen begegnen, um gravierende Folgen abzuwenden, so Häckel. Dies sei auch in Hinblick auf das Gießener Alleinstellungsmerkmal einer Gesundheits- und Wissensregion, für den Landkreises und seine Bürgerinnen und Bürger in Zukunft von beachtlichem Mehrwert.

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Kommentare zum Beitrag

Sabine Glinke
5.280
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 25.10.2010 um 10:35 Uhr
Hallo Frau Häckel,
gibt es zu diesem Bericht denn auch ggf. ein nettes Bild?
Christian Momberger
11.093
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 07.11.2010 um 23:49 Uhr
Scheinbar nicht Frau Glinke. Und da zeigt es sich wieder mal, was ich ja schon lange kritisiere! ;-)
Viele der hier registrierten Politiker können nur Ihre Texte hier absondern, aber sie sind nicht willens oder in der Lage auf die Fragen, Wünsche, Sorgen, Nöte und Probleme der Bürger einzugehen bzw. sich entsprechenden Diskussionen zu ihren eigenen Aussagen zu stellen!
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