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Delegation aus Linden besuchte die Partnergemeinde Loucna nad Desnou

Empfang der Lindener Delgation durch Bürgermeister Martinke
Empfang der Lindener Delgation durch Bürgermeister Martinke
Linden | Eine Reise nach Loucna na Desnou, früher Winkelsdorf-Wiesenberg, gelegen im wunderschönen Nordmähren lohnt immer. Die neue Autobahn über Görlitz verläßt man hinter Wroclaw (Breslau) Richtung Süden und erreicht Nysa (Neisse). Diese schöne Stadt mit einer mächtigen gotischen Backstein-Kirche ist durch den Krieg und danach erheblich verändert worden.

Die Straße Richtung Tschechien will man wohl ausbauen, brutal umgesägte Alleebäume, die anscheinend im Weg waren. Schon grüßen die Berge des Altvatergebirges, mit 1492 m den Schwarzwaldhöhen vergleichbar. Über die Passhöhe „Roter Berg“ erreichen wir Loucna, in rund 10 Stunden Fahrt von Linden.

Im Hotel „Dlouhé Stráné“ sind wir Mitte September fast die einzigen Gäste, die Saison ist vorüber und das Wetter schlecht. Der Empfang durch den Bürgermeister Pavel Martinek und Dolmetscher Vilem Menschik umso herzlicher. Wir verabreden eine Besichtigung der Gemeinde mit den neuesten Veränderungen.

Etwas besseres Wetter am nächsten Tag ermöglicht den Besuch von Hanusovice (Hannsdorf) und der Nordmährerbaude , die sich im guten Zustand befindet. Auf die obligatorischen
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Heidelbeerknödel verzichtend, besuchen wir noch Goldenstein und Ramzová (Ramsau). Hier entstand ein Wintersportzentrum mit neuer Sesselbahn, jetzt im Sommer auch Zubringer zur Sommerrodelbahn. Von hier bietet sich eine schöne Wanderung über den Keprnik zum Heidebrünnel an.

Die Ortsbesichtigung mit Bürgermeister Martinek zeigte die dynamische Entwicklung der Region. Für neue Skiabfahrten schlägt man riesige Schneisen in die Wälder, 4-Sterne Hotels entstehen. Aber auch für die Infrastruktur wird viel getan. Der Kindergarten der 1800 Einwohner-Gemeinde ist für Kinder ab 3 Jahren bis zum Schulbeginn völlig kostenfrei, die Gemeinde stellt das Gebäude, der Staat bezahlt die Kindergärtnerinnen. Die Schule hat Gemeinschaftsunterricht bis 9. Schuljahr. Der große Park, früher Eigentum des Barons Klein ist sehr gepflegt, ein neuer Brunnen wurde angelegt, die Arkade mit Wasserfall schön renoviert. Dagegen wirkt die Einrichtung der Stadtverwaltung sehr bescheiden, der betont einfache aber kompetente Bürgermeister leitet eine effiziente Verwaltung. Alle möglichen Zuschüsse der EU und anderer Länder werden verwendet, um z.B. die ehemalige Orangerie im Park zu einer schönen Versammlungshalle umzubauen, an den Wänden hängen wertvolle Bilder, die Sagen und Mythen der Landschaft wiedergeben.
Rast beim Ausflug
Rast beim Ausflug

Das neue Feuerwehrhaus, bestens ausgestattet mit Versammlungsraum und neuem TATRA – Fahrzeug ist von großzügigen Sport- und Parkanlagen umgeben. Angeschlossen ist eine kleine Gaststätte, dass die Besichtigung hier feuchtfröhlich endete, daran war nur das stürmische, schlechte Wetter schuld. Die geplante Fahrt zum Stausee war an diesem Tag nicht möglich.

Wir holten das aber nach. Dieses als technisches Wunder bezeichnete Pumpspeicherwerk nimmt drei Spitzenplätze ein: Die größte Revers-Wasserturbine in Europa mit der größten Höhendifferenz in Tschechien – 510 Meter und der größten Leistung in Tschechien: 2x325 MW. Vom Stausee erschließt sich ein herrlicher Blick rundum auf den Altvater, auf die Berge nach Westen und das Tiefland im Süden. Daran schloss sich noch eine 2-stündige Wanderung zu „Franzens Jagdhaus“ an, dort kann man sich an Heidelbeeren ergötzen und langstieligen Enzian bewundern.

Eine Reise wert ist die Stadt Olomouc (Olmütz). Wundervoll restauriert präsentieren sich das Rathaus mit wertvoller Uhr und die vielen ehemaligen Bürgerhäuser im klassizistischen, vor allem aber auch Jugendstil. 22 Kirchen in Gotik, Barock und anderen Stilen kann man bewundern
Rathaus von Mährisch-Schönberg
Rathaus von Mährisch-Schönberg
- das erst mährische Bistum datiert aus dem Jahr 1062. Eine Aufzählung der Sehenswürdigkeiten ist hier unmöglich. Ein besonderes Erlebnis sei erwähnt: In der herrlichen Barockkirche Maria Schnee begegneten wir durch Zufall dem Kantor. Er zeigte uns die mit feinsten Intarsien geschmückte Sakristei um uns dann auf seiner unvergleichlichen Barock-Orgel ein kleines Konzert mit eigenen Improvisationen über ein Thema von Bach zu geben. Nach einem Rundblick vom Turm der Mauritzkirche verließen wir tief beeindruckt dieses „Klein-Prag“.

Kein Weg führt vorbei an Sumperk (Mährisch-Schönberg). Auch hier ist vieles neu gestaltet, einige Jugenstil-Häuser wurden renoviert. Vom Turm des Rathauses hat man einen schönen Blick auf die Stadt und die Berge. Und im Keller befindet sich das „Hexen-Museum“, das in eindruckvoller Weise von dem vielleicht düstersten Abschnitt der mährischen Geschichte berichtet. Der Verfolgung unschuldiger Frauen, aber auch Männer, die nach dem 30-jährigen Krieg der unmenschlichen Inquisition zum Opfer fielen.

Groß-Ullersdorf (Velké Losiny, früher z.T. in Lichtensteinischem Besitz) ist das Kurbad dieser reizvollen Landschaft. Schon im 16. Jahrhundert nutzten die Menschen das Thermalschwefelwasser zu Heilzwecken. Durch den weitläufigen Park gelangt man zum Heilzentrum. Wir zogen es bei den kühlen Temperaturen vor, nicht das Freibad sondern das reizvolle Innenbad – ca. 36 Grad – zu benutzen. Vorsicht ist bei Silberschmuck angebracht: durch den Schwefelgehalt des Wassers wird er schwarz.

Ein „Zurück zur wilden Natur“ war die 6-stündige Wanderung von Karlsbrunn durch die wilde Schlucht der „Bila Opava“ zur Schäferei. Der Weg führt mit vielen Stufen und Leitern, an Wasserfällen vorbei, durch einen Urwald von umgestürzten Bäumen. Unterwegs bewunderten wir einen Hubschrauber, der mit einem riesigen Turmteil innerhalb von Minuten den Fernsehturm erhöhte, Zentimeter genau eingepasst und dies bei Wind. Auf einem bequemen Aussichtsweg gelangt man in einer Stunde zur Schweizerei. Hier servierte uns eine reizende Kellnerin im Schweizerkittel endlich die wundervollen Heidelbeerknödel. Sie versüßten uns den Weiterweg zum Roten Berg, wo wir müde, aber glücklich, aber natürlich im Regen ankamen.

Noch vieles ist zu sehen in Mähren – fahren Sie doch einmal hin, so meint Lindens Stadtrat Robert Kreuzinger-Ibe, der diesen Bericht verfasst und zur Verfügung gestellt hat.

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von:  Hans Ulrich Heymann

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Hans Ulrich Heymann
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