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Die Frucht der Berberitze – Ein kleiner Vitamin-Schatz!

Rund 100 g Berberitzenbeeren
Rund 100 g Berberitzenbeeren
Linden | Die Berberitze (Berberis vulgaris), auch Sauerdorn, Essigbeere oder Echte Berberitze genannt, ist eine Heil- und Giftpflanze, ein Dornstrauch, der in Europa (außer Großbritannien und Skandinavien) und Asien weit beheimatet ist. In Deutschland sind Berberitzen nur als Ziersträucher zu finden.

Die Dornen dieses winterkahlen Strauchs schützen ihn vor Tierbiss. Der Berberitzenstrauch blüht von Mai bis Juni und trägt von August bis Oktober scharlachrote – bis zu 1 cm lange – Beeren.
Sie bleiben z.T. Im Winter am Strauch und werden gerne von Vögeln gefressen. Als Resultat findet eine für die Pflanze willkommene Verdauungsverbreitung der Samen.

Die roten Beerenfrüchte und ihre Samen enthalten so gut wie keine giftigen Wirkstoffe „Berberin“ und „Berbamin“, sind sehr bekömmlich und vitaminreich. Sie haben einen herb-säuerlichen Geschmack, enthalten sehr viel Vitamin C und schmecken, aufgrund ihrer 6 % Säure, sehr sauer.

In Europa werden die reifen Beeren zu Konfitüren verarbeitet oder wie Rosinen getrocknet und zu Müsli oder anderen Speisen gereicht.
In Vorderasien, vor allem in Iran, wird seit hunderten von Jahren die gekochte Frucht der Berberitze traditionell zum süß-sauren Würzen von Reis, Fisch oder Braten verwendet. Im Nordosten des Iran werden jährlich ca. 4.500 Tonnen Berberitzenbeeren geerntet.

Mehr über...
Iranische Küche (1)Berberitze (1)
Im Handel werden sie hierzulande in gut sortierten Feinkostläden, orientalischen Geschäften oder auf manchen Lokalmärkten als lose Ware oder in Tütchen verpackt angeboten.

ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN:

In der persischen Küche werden Berberitzenbeeren als Zutat verwendet. Ein berühmtes Rezept ist z.B. “Zereschk polo” (Reis mit Berberitzen - siehe unten).

Auch in Deutschland wurden sie zu Großmutters Zeiten gerne zu Marmelade, Gelee, Likör oder Früchtetee verarbeitet. Durch ihren angenehm säuerlichen Geschmack eignen sie sich auch sehr gut zum Aromatisieren von schwarzem Tee (Tipp: einige Berberitzenbeeren und etwas Zimtstange zusammen mit den Teeblättern aufbrühen).

Berberitzen werden auch in der Volksheilkunde u.a. bei Magen-Darm-Störungen, Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Sie besitzen eine antiseptische und entgiftende Wirkung.

REZEPT:
„Zereschk Polo“ (Safranreis mit Berberitzen) für 2 Portionen

Zutaten:
300g Basmati-Duftreis
100g getrocknete Berberitzen
1 Prise Zucker
1 TL Safranfäden
Salz
1 EL Butterschmalz, ersatzweise Butter

Zoom auf die roten Wunderbeeren... Fast wie Rosinen sehen sie aus!
Zoom auf die roten Wunderbeeren... Fast wie Rosinen sehen sie aus!
Zubereitung: (Zubereitungszeit:30 min)
Den Reis 3 bis 5 Minuten in leicht gesalzenem Wasser ankochen, bis die Körner weiß, aber noch hart sind. Abgießen.
In ein wenig noch heißem Reiskochwasser (ca.1-2 EL) die Safranfäden einweichen und damit die Hälfte vom Reis einfärben.
In der Zwischenzeit die Berberitzen gut waschen und einige Minuten in kaltem Wasser einweichen.
Anschließend in einer Pfanne in Butterschmalz andünsten. Nach Geschmack etwas Zucker hinzugeben. Die Berberitzen mit der anderen Hälfte des Reises vermischen.
Butterschmalz im Topf zerlassen, den safranversetzten Reis hinzugeben und mit der Rückseite des Löffels zusammendrücken.
Die Hälfte Reis mit den Berberitzen darüberschichten und ebenfalls zusammendrücken, bis im Topf ein flacher Kegel entsteht.
Den Topfdeckel mit einem Baumwolltuch umwickeln, fest auf den Topf setzen und das Ganze auf sehr, sehr(!) kleiner Flamme ca. 20 Minuten garen lassen. Dabei entsteht auf der Unterseite eine sehr leckere goldbraune Butterkruste („Tah Diq“), die unbedingt dazugehört.
Achtung: Den Topfdeckel entweder gar nicht oder nur ganz zum Schluss vorsichtig lüften, denn der Dampf wird für den Reis gebraucht!
Und noch ein Tipp: Safranpulver vom Supermarkt ist nicht zu empfehlen, da er kaum Aroma besitzt. In iranischen Feinkostläden dagegen wird erstklassige Ware angeboten.
Dieses Duft- und Farbintensive Rezept eignet sich als Beilage zu arabischen, persischen oder indischen Gerichten, kann aber auch - mit einer Zwischenschicht aus Cashewkernen und Pfirsichstücken bzw. Sauerkirschen - einzeln serviert werden.

Berberitzenreis schmeckt sehr gut zu gebratener Hähnchenbrust oder Hähnchenkeulen.

Gutes Gelingen und guten Appetit!

Rund 100 g Berberitzenbeeren
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Zoom auf die roten Wunderbeeren... Fast wie Rosinen sehen sie aus!
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Im Herbst wachsen die Berberitze-Beeren heran
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So hübsch rot leuchten sie ab Oktober!
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... so richtig appetitlich!
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Achtung Dornen!
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von:  Annick Sommer

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Interessensgebiet: Linden
Annick Sommer
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