Linden | Der Name Breitscheid hat bei allen Airshow-Begeisterten einen guten Klang – Deutschlandweit und darüber hinaus. Nach einjähriger Pause ist es 2010 wieder so weit. Am 21. und 22. August zeigt sich die zivile und militärische Luftfahrt auf der „Hub“ wieder von ihrer besten und schönsten Seite. Die Gastgeber, die Luftsportgruppe Breitscheid- Haiger, hoffen, das Ergebnis des Jahres 2008 wieder zu erreichen, wenn nicht gar toppen zu können. Damals waren am Flugtag-Wochenende tausende Besucher vor Ort, angelockt von einem spannenden, fast vierstündigen Non-Stop-Programm. Und ein solches wird es in diesem Sommer ebenfalls wieder geben – noch rasanter, noch vielseitiger.
Die Vorbereitungen und Planungen hinter den Kulissen laufen seit Monaten auf Hochtouren. Inhaltlich und konzeptionell sind die Pflöcke längst eingerammt; jetzt gilt es, um bei diesem Sinnbild zu bleiben, die Drähte zu spannen. Viele namhafte Piloten habe ihr Erscheinen bereits fest zugesagt. Doch bei ehrgeizigen Projekten wie einer Airshow dieser Dimension empfiehlt es sich, stets mit mehreren Variablen zu operieren. Denn immer wieder kann es passieren, dass der ein oder andere als Highlight gesetzte Programmpunkt aus irgendwelchen Gründen kippt. Und dann ist es von Vorteil, noch andere heiße Eisen im Feuer zu haben.
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Gespräche und Verhandlungen mit Flugzeugführern und
Zu den Stammgästen auf der „Hub“ gehören Georg Raab, Josef Schumacher und die beiden „Eichhörner“ mit ihren bulligen T 6. Ralf „Macho“ Niebergall zählt mit seiner italienischen Lady, der Siai SF-260, ebenso zu diesem erlauchten Kreis der Getreuen und Aufrechten. Und die „Stiffteköppe“ aus Bad Camberg sind gleich in doppelter Mission unterwegs. Walter Eichhorn fegt nebenbei mit seinem „Delfin“-Jet-Trainer über den Platz, während Sohn Toni dem Publikum seine neue Flamme, eine düsengetriebene SIAI-Marchetti S 211, vorstellt.
Wo Warbird-Fans glänzende Augen bekommen
Auf der „Besetzungsliste“ stehen ferner unterschiedlichste Vertreter aus der großen „YAK“-Familie, die doppeldeckrige Boeing-Oma „Stearman“, die AN-2, der größte einmotorige Doppeldecker der Welt, und, im Kontrast dazu, eine winzige Aerobatic-Pitts-S2B. Ferner eine Bf 108 „Taifun und eine Zweier-Formation YAK 55. Auf Sound und Anblick einer rassigen P 51-Mustang, dem leistungsfähigsten US-Jagdflugzeug des 2. Weltkriegs, müssen die Besucher auch diesmal nicht verzichten. Aber so richtig Herzklopfen, glänzende Augen und erhöhte Pulsfrequenzen bei den Wardbird-Freunden hervorrufen dürfte eine anderes fliegendes Kleinod aus der Abteilung „Attacke“: Die Focke-Wulf Fw 190!
Dieser deutsche Ganzmetall-Tiefecker galt als bestes Jagdflugzeug seiner Generation. Obwohl zwischen 1941 fast 20.000 Stück des „Würgers“ gefertigt wurden, gibt es heute weltweit verstreut nur noch eine Handvoll in Museen ausgestellte Exemplare davon. Die ein paar Kilometer nordöstlich von München in Gammelsdorf beheimatete Firma Flugwerk fertigt seit wenigen Jahren in limitiertem Umfang voll funktions- und flugfähige Nachbauten, die alle Leistungsmerkmale des Originals aufweisen. Flugtagveranstalter europaweit lecken sich danach die Finger. Die nach Breitscheid kommende Fw 190 ist übrigens in Frankreich stationiert.
Und die Oldie-Freunde haben noch mehr Grund zum Jubeln. In der Luftschlacht um England waren die deutschen Bf 109 und die britischen Supermarine „Spitfires“ erstmals an/auf breiterer Himmelsfront aufeinander getroffen. Auch 65 Jahre nach Kriegsende hält der Expertenstreit darüber an, welche der beiden Konstruktionen nun die leistungsfähigere war. Zumindest was der britische „Feuerspucker“ drauf hat, davon können sich die Airshow-Besucher in Breitscheid selbst ein Bild machen. Und mit einer russischen YAK 3 ist noch ein vierter „Heavy Metal“-Warbird mit von der dröhnenden Partie.
Ein „UFO“ und jede Menge Helis
Stark vertreten ist an diesem August-Wochenende die Heli-Fraktion. Dafür sorgen schon die Freunde der Militärs. Die ungarische Luftwaffe lässt eine „Hirschkuh“ brüllen. Nichts anderes bedeutet übersetzt der Spitzname „Hind“, unter dem der russische Kampfhubschrauber Mil-Mi24 Berühmtheit erlangt hat. Die deutsche Luftwaffe empfiehlt sich (neben der obligatorischen Transall) mit einem fliegenden „Monster, der Sikorsky CH 53, während die Kollegen vom Marinefliegergeschwader 2 mit einem Westland „Sea Lynx“ heran rotieren. Mit einem „Wüstenfuchs“, dem Eurocopter AS 550 „Fennec“, geht die Armee de l’Air auf die Pirsch, während mit der Bell 206 „Jet-Ranger“ einer der weltweit bekanntesten Hubschraubertypen vom benachbarten Siegerlandlfughafen einschwebt.
Ein „UFO“ ist das exotischste und kleinste (Mann tragende) Fluggerät der Airshow: Bart Verhees kommt mit seinem nur 4,50 Meter Spannweite messenden Nurflügler eigens aus Belgien auf den Westerwald. Ein klein wenig mehr als dessen bescheidene 50 PS unter der Haube haben die Maschinen des ACROYAC-Teams aus Pirmasens: 3 YAK 52 im Formationsflug, das gibt „Musik“ auf der „Hub“. „Aerobatic“ vom Feinsten servieren die Piloten der Patrouille Cartouche Doré mit drei Maschinen des Typs TB-30 Epsilon. Das Team gilt als „Aushängeschild“ der französischen Luftwaffe und ist in ganz Europa als deren Botschafter unterwegs.
Der großen Airshow am Sonntag (22. August) vorgeschaltet ist am Samstag ein Flugplatzfest, bei dem viele der beteiligten Flugzeuge schon am Boden und beim Training in der Luft bestaunt werden können. Weitere Informationen auch im Internet unter: www.flugtag.lsg-breitscheid.de