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Ein schöner Brauch im Januar: das Fest der Heiligen Drei Könige...

Eine kleine Auswahl an Kronen für die "galette des Rois"
Eine kleine Auswahl an Kronen für die "galette des Rois"
Linden | Heute will ich unseren traditionellen Dreikönigskuchen backen, denn am 06. Januar wird bei uns und in Frankreich allgemein das Fest der Heiligen Drei Könige ganz groß gefeiert.

Geschürt durch die Bäcker- und Konditor-Innung erstrecken sich mittlerweile die Festlichkeiten von Anfang bis Mitte Januar... ;-)
Sie bieten dennoch für alle (Familien, Firmen, Vereine...) ausreichend Möglichkeiten, Neujahrsgrüße zu verteilen und gemeinsam, über zukünftige Projekte nachzudenken.

Die Geschichte kennt wohl jeder... Drei Weisen aus dem Orient, Gaspard, Melchior und Balthazar, wie man sie in Frankreich nennt, folgten dem Stern von Bethlehem, kamen schließlich zu dem Jesuskind und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Jedes Jahr am 06. Januar (Epiphanias) wird dieses Ereignis gefeiert, indem man einen ganz speziellen Kuchen bäckt (la galette des Rois) und "die Könige zieht":
In jedem Kuchen ist ein Figürchen versteckt. Wer es in seiner Kuchenportion findet wird zum König bzw. zur Königin des Tages gekrönt und muss dann die nächste "galette" spendieren.

Ursprünglich wurde eine echte Bohne (la fève) verwendet, doch sie wurde allmählich ab 1870 durch Figürchen aus Porzellan, später im modernen Zeitalter auch aus Plastik oder vergoldetem Metall.
Mehr über...
Januar (28)Epiphanias (1)Dreikönigsfest (1)
Anfänglich bekamen die "fèves" traditionelle christliche Motive oder eine königliche Gestalt.
Jedes Jahr bringt neue Modetrends, selbst bis in die kleine Welt der "Favophilie" wie sich das Sammeln der beliebten Figürchen heißt.

In den meisten Bäckerei-Konditoreien Frankreichs heißen die Drei Königskuchen "galette des Rois" (flacher Kuchen) oder "gâteau des Rois" (meist in Kranzform).

Überwiegend im nördlichen Teil Frankreichs sowie in Belgien hat sich der "Pithiviers", ein flacher Blätterteigkuchen mit Mandelfüllung, als die bekannteste Form des Dreikönigskuchens durchgesetzt:
Im Südlichen Teil Frankreichs hingegen bäckt man eher, je nach Region, eine bunt verzierte "Brioche" aus Hefeteig , einen "Pastis"-Kuchen (der nicht ohne ist...) oder einen "gâteau des Rois" in Kranzform.

Ein Pithiviers ist gar nicht so schwer zu backen, vor allem wenn man TK-Blätterteig verwendet. Hier das Original-Rezept:

ZUTATEN:
- Zwei runde 4-5 mm dicke Platten Blätterteig von jew. 30-35 cm Durchmesser
- Frangipane-Crème: (s. unten)
- 1 Eigelb + eine Prise Zucker + ein paar Tropfen Wasser

Alles begann mit einer schlichten, goldenen Krone wie hier im Vordergrund.
Alles begann mit einer schlichten, goldenen Krone wie hier im Vordergrund.
ZUBEREITUNG:
Die zwei Blätterteigplatten rund formen und deren Oberfläche befeuchten. Auf eine davon eine Lage Frangipane-Crèmefüllung verteilen (nicht ganz bis zum Rand!!!), dann das Figürchen reinlegen und die zweite Blätterteigplatte ( = Galette-Deckel) mit der befeuchteten Seite auf die Füllung legen. die Ränder mit etwas Wasser andrücken und rundherum mit einem scharfem Messer kleine tiefe Einkerbungen als Randverzierung in etwa 2 cm Abstand schneiden.
Rauten oder andere Motive mit dem Messer auf den Deckel zeichnen und mit der Eigelbmischung bestreichen.

Bei 180°C (Umluft) oder
Bei 200°C (Unter- und Oberhitze) zirka 30 Minuten auf der mittleren Backofenschiene backen.

TIPP:
Gegen Ende der Backzeit evtl. Kuchen mit Alufolie abdecken, damit die Eigelbschicht nicht zu stark bräunt.

Am besten den Kuchen direkt auf dem mit Backpapier abgedeckten Blech zubereiten, um Transportschäden zu vermeiden... :-)

FRANGIPANE-CRÈME-FÜLLUNG:
3 EL Mehl - 3 Eier - 1/2 Ltr Milch - 75 g Zucker - eine Prise Salz - 100 g gemahlene Mandeln - 1 EL Rum

Mehl, Zucker, Eier und Salz in einem Topf vermischen, nach und nach, ganz vorsichtig die heiße Milch mit dem Schneebesen einrühren und soweit erhitzen, bis die Masse eindickt. Von der Heizplatte nehmen, Mandeln und Rum dazugeben. ... und dann GUT erkalten lassen! Ich wünsche gutes Gelingen und... "bon appétit"!!! :-)

Eine kleine Auswahl an Kronen für die "galette des Rois"
Alles begann mit einer schlichten, goldenen Krone wie hier im Vordergrund.
Aus einer Ägypten-Serie der 90er Jahre
Bacchus aus vergoldetem Metall,  20. Jhd - 90er Jahre  ;-)
Christliche Motive
Santons der Provence aus Keramik, 80er Jahre
Santons der Provence: Hirte und Jäger,  80er Jahre
Vergoldete Hundefigur aus Metall, 90er Jahre
Keramikfiguren im klassischen weiß: Kind und königliches Paar
Keramik-Comicfigur aus der Dagobert Duck-Serie, 90er Jahre
Typische Königsgestalt, 40 mm hoch, 15 mm breit und 5 mm dick.
Traditionelle Darstellung  aus Plastik, 70er Jahre
Ebenfalls sehr verbreitete, traditionelle - hier barocke - Darstellung des Königspaars
Santons der Provence aus Keramik: Kleiner Hirte mit Lämmchen, Ochs' und Esel, 80er Jahre
Papagei aus weißem Kunststoff, 80er - 90er Jahre
Die drei Könige / Weise aus dem Orient aus Keramik, 80er Jahre
Titti (Twitty) und Gros Minet (Sylvester), 90er Jahre
Vergoldete Metallfigur aus der Sternzeichen-Serie, 90er Jahre
Keramikfiguren aus der Zorro-Filmserie, 90er Jahre
Figur auf der Füllung
Der gute Hirte wird gleich zugedeckt...
Die obere Platte rund herum andrücken...
Ränder einschneiden und mit Messerspitze Muster zeichnen
Dekoration fertig stellen...
Mit der Eigelbmischung bepinseln... und rein in den Ofen!
Fertig gebacken! (braucht meist länger als 30 Min. Backzeit)
Traditioneller Serviervorschlag... Viel Spaß beim "Könige ziehen"!  :-)

Kommentare zum Beitrag

Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 05.01.2010 um 21:58 Uhr
Das ist ja ein netter Brauch, mit den versteckten Figürchen... kannte ich nicht.
Diese Cremefüllung werde ich ausprobieren...
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 05.01.2010 um 22:55 Uhr
Die ist richtig lecker, ...könnte süchtig werden! ;-) Wenn der Kuchen mir dieses Jahr wieder gelingt, dann stelle ich morgen das Bild dazu!
Hugo Gerhardt
6.681
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 05.01.2010 um 23:02 Uhr
Na hoffentlich hat noch niemand diese Figürchen verschluckt, Annick.
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 05.01.2010 um 23:08 Uhr
Ja Annick, stell ein Foto ein, der Kuchen wird schon gelingen. :-))
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 06.01.2010 um 01:08 Uhr
@Doris
Wenn Du eine besonders leckere Füllung haben willst, dann verwende einen ordentlichen Schuss (guten) Rum. Ich nehme einen 3jährigen Weißrum aus Havanna... der duftet besonders intensiv und macht die Füllung unwiderstehlich! :-))) Bei Kindern würde ich doch lieber Rum-Aroma verwenden...

@Hugo
Nein, die Figuren sind zum Glück groß genug und jeder passt gut auf, manche stochen gleich herum mit der Kuchengabel oder decken das Kuchenstück ab... Das sind die Spielverderber unter den Gästen! ;-)
Astrid Patzak-Schmidt
3.415
Astrid Patzak-Schmidt aus Gießen schrieb am 06.01.2010 um 07:28 Uhr
Das erinnert mich an unsere Kindergeburtstage: Wir haben Backpapierzettel mit Aufgaben beschrieben und sie in den Kuchen mit eingebacken. Die Freunde meiner Kinder waren immer ganz heiß auf diesen Kuchen, zumal wenn er auch noch grün oder sogar blau war (Lebensmittelfarbe). Wer dann einen Zettel fand, musste die Aufgabe sofort erledigen. Große Gaudi bei Tisch!
Ich finde deinen Beitrag, liebe Annick, einfach super interessant, wusste ich bis eben noch nichts von diesem Brauch. Gefällt mir - und ich überlege, ob ich so einen Kuchen backen sollte, auch wenn ich nicht katholisch bin und der Epiphanias-Tag von daher für mich eigentlich keine besondere Bedeutung hat...
Hans Lind
1.681
Hans Lind aus Grünberg schrieb am 06.01.2010 um 10:52 Uhr
Mir fehlen die Worte; einfach ......
Doris Kick
3.565
Doris Kick aus Hungen schrieb am 06.01.2010 um 12:55 Uhr
Danke Annick... :-)) ich werde einen großen Schuss Rum verwenden, meine Kinder sind schon erwachsen und da macht das nichts mehr aus. Ich werde diesen Kuchen auf jeden Fall in der nächsten Zeit ausprobieren.
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 06.01.2010 um 12:59 Uhr
Ich wünsche Dir gutes Gelingen... Dazu hast Du von heute bis Mitte Januar Zeit... und viel Spaß beim "Könige Ziehen"! (tirer les Rois) :-)))
LG Annick
Ilse Toth
33.255
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 06.01.2010 um 15:35 Uhr
von diesem Brauch hatte ich noch nie gehört.
Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 12.01.2010 um 11:15 Uhr
Toller Beitrag, kannte diesen Brauch überhaupt nicht. Aber das Rezept scheint ein wenig kompliziert und für "Backanfänger" nicht geeignet zu sein, oder täusche ich mich? Aber das Ergebnis sieht wirklich klasse aus und klingt lecker!
@ Frau Patzak-Schmidt: Das ist ja eine nette Idee für eine Geburtstagsfeier! Welche Aufgaben mussten denn die Kids erledigen?
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 12.01.2010 um 20:22 Uhr
Es ist relativ einfach... Am Einfachsten ist es, wenn man schon fertige runde TK-Blätterteig-Platten findet. Ansonsten muss man jeweils 3 rechteckige Platten übereinander stapeln und mit dem Nudelholz zu einer runden Platte ausrollen. Das ist wohl das Kniffligste am Rezept. Aber mit etwas Übung bekommt man das gut hin! :-)
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 15.01.2010 um 16:42 Uhr
@ Astrid, Das mit den Backpapierzettel-Aufgaben im Kuchen, finde ich klasse... Warum "nur" beim Kindergeburtstag? ;-) Ein gebackenes Gesellschaftsspiel sozusagen... gefällt mir!
LG Annick
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Annick Sommer

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Annick Sommer
4.007
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