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Rätsel um den Eberstädter Baumpilz wohl gelöst

Die Eberstädter Eiche in ihrer ganzen Pracht, am 03.08.2009
Die Eberstädter Eiche in ihrer ganzen Pracht, am 03.08.2009
Linden | An einer alten Eiche im Dorfkern von Eberstadt bei Lich kann man einen relativ seltenen Baumpilz beobachten.
Es handelt sich wohl um den "Tropfenden Schillerporling", lat.: Inonotus dryadeus - Hymenochaetaceae,
(engl. Warted Oak Polypore), der speziell auf Eichen vorkommt.

Der Pilz tritt ganz unten am Stammfuß der Eiche auf, vermutlich in Folge einer Verletzung an dieser empfindlichen Stelle der Baumrinde.

Seine Eigenschaften werden unter "www.botanik.univie.ac.at" wie folgt beschrieben:

"Die Fruchtkörper dieses Pilzes sind anfangs knolligrundlich, später dick-konsolenförmig.
Sie erreichen ein beachtliches Ausmaß von bis zu 30 cm Breite, der Abstand zum Baumstamm kann bis zu 15 cm betragen. An der Anwachsstelle kann der Pilz bis zu 10 cm stark sein. Die Fruchtkörper erscheinen entweder einzeln oder
sie stehen dachziegelig übereinander. Die Oberseite ist höckerig, anfangs filzig und cremefarben.

Während der Wachstumsphase ist er mit gold- bis rötlichgelben Guttationstropfen übersät, von denen der Pilz seinen deutschen Namen hat. Später trocknen diese Tropfen braunfleckig ein. (siehe letztes Bild vom 30.08. 2009)

Mehr über...
Schillerporling (1)Porling (1)Naturschutz (240)Natur (701)Eiche (8)Eberstadt (169)Biologie (16)Baumpilz (11)
Das Fruchtfleisch ist jung von saftiger Konsistenz, später wird es fest."

Über sein Vorkommen und seine Beziehung zum Baum wird ferner berichtet:

"Die Fruchtkörper erscheinen von Juli bis Oktober an alten Eichen. Nur sehr selten werden auch andere Baumarten als Wirtsbäume besiedelt. In Mitteleuropa kommt der Pilz zerstreut vor, ist aber überall selten.

Die befallene Eiche wirkt auf den ersten Blick wie ein gesunder Baum. Das Auftreten des parasitisch lebenden Pilzes ist also als Indikator für eine reduzierte Vitalität zu werten und sein Auftreten kann den Wirt weiter schwächen.

Wie die meisten Inonotus-Arten ist der Tropfende Schiller- porling ein Weißfäule-Erzeuger.
Der Befall erfolgt durch das Eindringen der mikroskopisch kleinen Sporen in tote oder verletzte Wurzeln oder in
Verletzungen am Stammfuß.
Die beste Vorbeugung gegen den parasitischen Pilz ist das Vermeiden von Verletzungen im Stammfußbereich (Stammfuß selbst und Wurzeln)." B. Knickmann 2008

Dazu empfohlene Literatur: LAUX, H.E. (2001): Der große Kosmos Pilzführer.
Franckh-Kosmos Stuttgart. - JAHN, H. (1979): Pilze die an Holz
wachsen. Herford: Bussesche Verlagsbuchhandlung

Die tagelange heiße Diskussion auf dem Online-Portal vom GZ um den Sonderling scheint vorerst beendet, es sei denn, die endgültige Bestimmung des Eberstädter Baumpilzexemplars sei noch nicht fachlich korrekt.

Die Eberstädter Eiche in ihrer ganzen Pracht, am 03.08.2009
Die Eberstädter Eiche in... 
Der Pilz tritt am Stammfuß der alten Eiche auf, 03.08.2009
Der Pilz tritt am... 
Das heiß diskutierte GZ-Rätselbild... Aufnahme v. 03.08.2009
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Weitere Ansicht des Pilzes am 03.08.2009
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Der Pilz von der Seite betrachtet, am 03.08.2009
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Älter geworden - Bildaufnahme vom 30.08.2009
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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.078
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 30.09.2011 um 12:58 Uhr
Leider damals die GZ noch nicht online gelesen, den hätte ich mir gern angesehen, habe ich noch nie gefunden. Schön fotografiert.
Annick Sommer
4.010
Annick Sommer aus Linden schrieb am 30.09.2011 um 13:33 Uhr
Danke. Ich war damals ganz neu bei der GZ ... und bin nach wie vor "Pilz-begeistert"!
Hallo Lieber Leser
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von:  Annick Sommer

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Annick Sommer
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