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Wir waren beim letzten „Heimatstuben-Gespräch“ in 2019 dabei. Rechts Vors. Hans Joachim Häuser und 2. von rechts Pfarrer i.R. Robert Kraft.
Wir waren beim letzten „Heimatstuben-Gespräch“ in 2019 dabei. Rechts Vors. Hans Joachim Häuser und 2. von rechts Pfarrer i.R. Robert Kraft.
Linden | Dass der monatliche „Mundart-Stammtisch“ des Leihgesterner Heimatvereins seit Sommer diesen Jahres die Bürger zum „Heimatstuben-Gespräch“ einlädt, mag manchen „Plattschwätzer-Begabten“ anfangs irritiert haben.
Beim letzten „Heimatstuben-Gespräch“ in diesem Jahr waren die Themen und Geschichten ebenso bunt und vielfältig wie der in „Laastern“ (Leihgestern) gesprochene und gehörte Sprachenmix von „Hochdeutsch“, „Hessisch-Gebabbel“ und „Laasterner-Platt“.
Dabei kam die sonst in der Stammtisch Überschrift hervorgehobene „Mundart“ keinesfalls zu kurz, sondern erheiterte und lehrte die Anwesenden die Geheimnisse der Vokale und Klangfärbungen dieser „Moddersproch“ (Muttersprache), wenn Vorsitzender Hans Joachim Häuser in seiner ihm eigenen Art als Übersetzer aktiv wurde.
Der bei diesem Heimatgespräch anwesende 86-jährige Pfarrer i. R. Robert Kraft, spannte dabei den Erzählbogen von seinem Geburtsort Leihgestern, in seine 110 km entfernte „Wahlheimat“ Nieder-Olm, wo er 50 Jahre lebte und als evangelischer Pfarrer tätig war. Mit seiner Aussage: „Da war ich zu Hause“ – „un hey soi ich dehoam“, spürte nicht nur der „Mundartbegabte“
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den feinen „Nuancenunterschied“. Denn die unterschiedlichen Lebensräume, Gewohnheiten und Sichtweisen beeinflussen immer wieder unseren Alltag, sodass schnell das Innehalten, die Toleranz und das Verständnis für den Nächsten verloren gehen kann.
Dass ihm bereits vor 50 Jahren das gesellschaftliche Miteinander zu fördern wichtiger war als das Trennende zu verstärken, dafür wird es an Silvester um 17 Uhr einen ökumenischen Jubiläumsgottesdienst in der katholischen Kirche St. Georg von Nieder-Olm geben. Diesen werden er und sein langjähriger Freund und Kollege, der heute 83-jährige katholische Pfarrer i.R. Norbert Pfaff, gemeinsam gestalten. Die Predigt mit dem Thema von 1969: „Wir sitzen alle in einem Boot“, aktuell wie heute, wird dabei Pfarrer Kraft halten.
Darüber hinaus waren auch die Herzen der anderen anwesenden Leihgesterner Bürgerinnen und Bürger von Erzähl- und Gesprächslust derart gefüllt, das reine oberhessische Mundartgedichte mal nicht zum Vortrag kamen. Dies tat aber der Stimmung keinen Abtrag. Umso mehr beeindruckten Erzählungen von Geschichten und Erlebnissen aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert, die ein Teil des Lebens im „aale Laastern“ (alten Leihgestern) umschrieben.
Das Vorstandsteam und die Anwesenden wünschen und erhoffen sich, dass mit der neuen Überschrift „Heimatstuben-Gespräche“ die Mundart nicht zu kurz und die Bürgerverständigung noch mehr in Gang kommt.
Vielleicht trägt dazu in nicht allzu ferner Zukunft mal ein internationales „Laastener-Bürgergespräch“ in der Heimatstube bei, mit Muttersprachen die derzeit den „Eingeborenen“ noch verborgen sind.
Mehr als nur Geschwätz und Geschichte:
Dank dem Engagement von Schriftführer und Organisator Horst Faber unternahmen die Heimatfreunde aber auch noch folgende Tagesexkursionen: Museum Butzbach, Botanischer Garten Marburg, Grube Fortuna, Burg Gleiberg, Heimatmuseum Werdorf, Kloster Arnsburg und eine Fahrt mit dem Schlammbeißer auf der Lahn.
Aber auch Fachvorträge von Hans Jürgen Zahradnik über alte Fachwerkhäuser und ein „Leihgesterner Abend“, bei dem Pfarrer i. R. Robert Kraft einen ungehaltenen Vortrag vom ehemaligen Pfarrer Heinrich Schäfer aus dem Jahr 1984 unter dem Thema „Episoden aus der Geschichte Leihgesterns“ vorlas.

Darüber hinaus gewährte der Heimatverein, mit seinen nur 87 Mitgliedern, in diesem Jahr finanzielle Zuwendungen den lokalen Einrichtungen: „Jugend- und Minifeuerwehr“ und „Förderverein-Soziale-Dienste“.
Weitere Infos und das Jahresprogramm 2020 siehe: „Lindener Nachrichten“

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