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SPRECHEN-HÖREN-LERNEN FÖRDERN, Landesverband Hessen e.V. - Landesverbandstag am 16. Mai

Herr Heimes
Herr Heimes
Linden | Am 16. Mai fand der Landesverbandstag im Bürgerhaus Kleinlinden zum Thema, "Kinder stark machen" statt.
Aspekte der Resilienzförderung für Menschen mit Sprach-Hör- und Lernbehindgerung.
Erfreulich viele Teilnehmer aus dem ganzen Hessenland, wie die Rektoren, Lehrkräfte, die Vorsitzenden der Fördervereine und Schulelternbeiräte der Schulen für Lernhilfe, Erzieherinnen sowie eine Vielzahl von Eltern.

Was brauchen sprach-, hör- und lernbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene, dass sie selbstbestimmt ihr Leben führen und in der Gesellschaft teilhaben können? Was können Schule, ehrenamtlich Engagierte und Eltern dazu beitragen?
Diesen Fragen stellte sich der Landesverband anlässlich seines diesjährigen Landesver-bandstages, nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Hans-Jürgen Jung. Hierzu hatte er Referenten aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen junger Menschen ein-geladen.
Von der frühen Förderung bis hin in die Ausbildung wurden die Aspekte der Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstverantwortlichkeit einschließlich der Gesundheitserziehung beleuchtet.
Der Bereich frühe Kindheit und Stärkung
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der Persönlichkeit eines Kindes bereits in der Kita wurde von Frau von Niebelschütz, Leiterin der Montessori Kindertagesstätte Gießen in einem Workshop gekonnt und gut verständlich den vielen Interessierten dargestellt. Auch für die teilnehmenden Erzieherinnen war dieser Workshop eine Bereicherung.

Coping - ein neuer Begriff in der Resilienzforschung, Referent Ernst Heimes, Stud.Dir.i.R., Tübingen, verdeutlichte durch Beispiele, wie Kinder schon von sich aus versuchen, Stress zu bewältigen. Dies gelingt ihnen vor allem dann, wenn sie durch verlässliche Strukturen und haltgebende Bezugspersonen – Eltern, Lehrer - den Umgang mit Stress lernen. Wichtig sei es, dass der negative Bereich der Lebensbiographie (was kann ich nicht) sowohl im Alltag, als auch in der Schule, wenig dazu beiträgt, seinen Weg motiviert zu gehen. Ausgehend von der Position „was kann ich, prägt ein Kind im positiven Sinn.
Es muss vom Kind erlebt werden, dass es etwas kann. Der Rollenwechsel auf allen Ebenen bestimmt die Zukunftsperspektiven eines Menschen. „Darauf zu achten, dass die Negativerfahrungen und Vermeidungshaltungen nicht zur Stressbewältigung dienen, ist Aufgabe aller an Erziehung Beteiligter“ schloss Ernst Heimes sein Referat.

Wie können Schulen und Familien resilienzfördernd wirken? Dieser Frage ging Philipp Demling, Leiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Schwabach, nach.
Frau Mekelburg
Frau Mekelburg
Der aus dem Englischen stammende Begriff „Resilience“ hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Früher bezeichnete er nur spezielle Eigenschaften einer Person (besonders Kinder), die ihre psychische Gesundheit unter Bedingungen erhielten, unter denen die meisten Menschen zerbrochen wären.
Die Entwicklungspsychologie (Michael Rutter/Albert Osborne) definiert Resilienz, als das Vermögen einer Person oder eines sozialen Systems (z.B. Familie), sich trotz schwieriger Lebensbedingungen („im Angesicht des Elends“) auf sozial akzeptiertem Wege gut zu entwickeln, und umfasst:
- den Widerstand gegen die Zerstörung der eigenen Integrität
- den Aufbau eines positiven Lebens unter widrigen Umständen (Unbescholtenheit, Unverletzlichkeit, Unbestechlichkeit) unter äußerem Druck

Um Kinder die mit Benachteiligungen umzugehen haben die Sprach-, Hör- oder Lern-behindert sind oder aus schwierigen sozialen Strukturen kommen zu unterstützen und ihnen durch Stärkung des ICHs und vor allem des Selbstwertgefühls. bedarf es der Unter-stützung auch außerhalb der Familie durch feste Bezugspersonen und der Balance von sozialen Verantwortlichkeiten und Leistungsforderungen“ schloss Philipp Demling sein Referat.
Arbeitsgruppe
Arbeitsgruppe
Der Einblick in die Aspekte der „Stärkung der Selbstständigkeit und des Selbstwertgefühls während der Ausbildung im Berufsbildungswerk (BBW) Südhessen“, rundete die Impulsreferate ab. Herr Schwedhelm, Abteilungsleiter im BBW Südhessen stellte fest, dass das BBW neben der Vermittlung der Ausbildungsinhalte, besonders auch den psychosozialen Bereich eines Jugendlichen mit stärken müsse, um dem Jugendlichen die Chance auf dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Dabei rückt für das BBW in erster Linie der Blick auf die Vermittelbarkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt, nach der Ausbildung in den Vordergrund. Die derzeitige sozialrechtlichen und -politischen Vor-gaben seien so eng, dass oftmals nur der ökonomische Aspekt der Vermittelbarkeit im Vordergrund steht und der Blick auf die betroffenen Jugendlichen dadurch verstellt ist„ Sie brauchen oft mehr Zeit, um Ziele zu erreichen. Die totale Vergleichbarkeit von Arbeitsplatz, Arbeitszeit und selbstbestimmt sein Leben zu gestalten, steht derzeit oft im krassen Gegensatz zu den Bedürfnissen der jungen Menschen.“ zog Herr Schwedhelm Resümee.

Schule – Schwangerschaft,
Teilnehmer
Teilnehmer
Frau Mekelburg, Diakonie Grünberg, stellte das Projekt „Babycare“ mit lebensechten Puppen vor. Babycare“ läuft seit eineinhalb Jahren. Computergesteuerte Babysituationen simulieren „real life“. Die lebensechten Puppen entweder Mädchen oder Junge werden an Jugendliche verliehen, um auszuprobieren, wie diese mit Babys umgehen können. Babycare soll Jugendlichen aufzeigen, welche Verantwortung sie mit der Schwangerschaft und dem Baby auf sich nehmen bzw. welche Anforderungen ein Baby mit sich bringt. Das Projekt ist ein Rollenspiel, auf das die Jugendlichen sich einlassen. In der Regel wird diese Rolle sehr ernst genommen. Bisher haben ca. 200 Jugendliche das Projekt durchlaufen; Hilfe kommt in Notfällen durch die Projektleiterin, die 24 Stunden erreichbar ist.

In den anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmer über die Möglichkeiten der Umsetzung des Gehörten in der Schule. Gewünscht wird eine engere Vernetzung zwischen Elternhaus und Schule, wobei hier oftmals auch für die Eltern eine Hemmschwelle besteht, Sie haben auch ihre Schulerfahrungen gemacht, die unbewusst oftmals dann mit in ihre Entscheidungen einbezogen werden.
Ebenfalls ist eine Vernetzung zwischen Schule und den anderen Systemen, wie z.B. Jugendhilfe und Beratungsstellen unerlässlich, um den jungen Menschen soviel Selbst-vertrauen zu vermitteln.

„Psychische Stabilität bietet die Grundlage für Teilhabe. Prävention und Stärkung der Persönlichkeit des Kindes findet in der Schule statt, Dazu braucht es die Sensibilität der Lehrer und auch den Mut der Eltern zu akzeptieren, dass es Kinder gibt, die ganz oder zeitweise in einer Förderschule ihren Weg besser finden können. Eltern gehören als wichtigstes Unterstützersystem mit in das Fördernetzwerk, zogen die beiden Vorsitzenden Herr Jung und Frau Häuser Bilanz.

Herr Heimes
Herr Heimes 
Frau Mekelburg
Frau Mekelburg 
Arbeitsgruppe
Arbeitsgruppe 
Teilnehmer
Teilnehmer 
Herr Heimes
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Herr Demling
Herr Demling 

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