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Lebensstil und Alzheimer-Risiko

Linden | Die Alzheimer-Erkrankung ist eine so genannte neurodegenerative Erkrankung, in deren Verlauf es zu einem Absterben von Nervenzellen des Zentralnervensystems kommt. Folge davon ist eine fortschreitende und leider bisher nicht heilbare Demenz. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 36 Millionen Menschen daran erkrankt. In ihrer häufigsten Form tritt die Alzheimer-Erkrankung ab einem Alter von etwa 65 Jahren auf. Der Anteil der Betroffenen wird mit etwa 2 Prozent angegeben und steigt bis 85 Jahre auf 20 Prozent an.

Im Gehirn der erkrankten Personen lassen sich bereits vor dem Auftreten der ersten Symptome sogenannte Plaques (Ablagerungen aus beta-Amyloid-Protein) beobachten. Diese Plaques stören die Kommunikation der Nervenzellen und führen schließlich zu deren Untergang. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind noch unbekannt. Es handelt sich hierbei um eine multifaktorielle Erkrankung, die durch Umwelt und Lebensstil, aber auch durch genetische Faktoren beeinflusst wird.

In einer Reihe von Studien ergaben sich Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Ernährung bzw. Lifestyle-Faktoren und dem Risiko, an der Alzheimer-Krankheit zu erkranken. Eine internationale Arbeitsgruppe unter Federführung von Neal D. Barnard hat daraus eine Präventions-Strategie entwickelt, die helfen könnte, das Alzheimer-Risiko zu vermindern:

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1. Reduktion der Aufnahme von gesättigten Fetten (v.a. Milchprodukte und Fleisch) und Trans-Fetten (z.B. Snacks).
2. Als Grundnahrungsmittel werden in erster Linie Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte empfohlen (statt Fleisch und Milchprodukte).
3. Vitamin E sollte auf natürliche Weise aufgenommen werden (z.B. in Form von Nüssen, Tomaten, Avocados) anstatt als Nahrungsergänzungsmittel.
4. Es sollte auf eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung geachtet werden. (Die Aufnahme des Vitamins ist bei Menschen über 50 Jahre häufig eingeschränkt). Hier wären Ergänzungsmittel also sinnvoll.
5. Falls Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden, sollte auf Eisen und Kupfer verzichtet werden, sofern nicht medizinische Gründe dafür vorliegen.
6. Möglicherweise ist die Reduktion der Aluminium-Aufnahme sinnvoll, z.B. durch Verzicht auf Aluminium-Kochtöpfe. (Hier liegt allerdings noch keine ausreichende Anzahl von Studien vor).
7. Ausreichende Bewegung, möglichst an der frischen Luft. Es wird ein Minimum von 3x 40 Minuten pro Woche empfohlen (z.B. flotte Spaziergänge).

Weiterhin werden ausreichend Schlaf (für die meisten Menschen 7-8 Stunden) sowie 4-5x pro Woche 30 Minuten Gehirntraining durch Lernen empfohlen.

Als Alternative zum aktiven Lernen bietet sich auch die Meditation an. Wie Innes und Selfe berichten, kann Meditation nicht nur Stress reduzieren sondern wirkt sich auch positiv auf entzündliche Prozesse aus, wie sie neueren Erkenntnissen zufolge ebenfalls bei der Pathogenese der Alzheimer-Erkrankung eine Rolle spielen.

Aufgrund des demografischen Wandels wird die Anzahl der Alzheimer-Erkrankungen in den kommenden Jahren ansteigen und zunehmende Kosten verursachen sowie große Anstrengungen für die Betreuung der betroffenen Familienmitglieder erfordern.

Die oben genannten Empfehlungen bedeuten im Wesentlichen einen gesunden Lebensstil, der nicht nur das Risiko für Alzheimer, sondern auch für viele andere Erkrankungen vermindern kann. Damit verbunden wäre auf jeden Fall die Steigerung der persönlichen Fitness und ein Zugewinn an Lebensqualität.

(Quellen: Barnard N.D. et al., Neurobiology of Aging 35, 2014; Innes, K.E. und Selfe, T.K., frontiers in psychiatry 5, 2014).

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