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Plastik ist praktisch, bedroht aber unsere Gesundheit

Linden | Seit etwa 60 Jahren lässt sich ein beispielloser Siegeszug von Kunststoffen wie Plastik beobachten. Leider bedrohen diese Stoffe aber zunehmend unsere Lebensgrundlagen. Mittlerweile werden jährlich weltweit fast 300 Millionen Tonnen Plastik, vorwiegend aus Erdöl, produziert. Plastik ist gut formbar, leicht und stabil und es eignet sich hervorragend, um z.B. Lebensmittel hygienisch abzupacken. Das Problem ist jedoch gerade diese Stabilität. Sonnenlicht vermag Plastik zwar in kleinere Partikel zu zersetzen, aber diese verteilen sich dann umso besser in unserer Umwelt (sogar im arktischen Eis findet man Plastik) und werden von Pflanzen und Tieren aufgenommen. Größere Plastikteile können die Mägen der Tiere blockieren, wodurch sie verhungern. Mikroplastik reichert sich in den Tieren in Form sogenannter Nanopartikel an, die zu Entzündungen, Krankheit und Tod führen. Außerdem bieten Plastikpartikel ideale Adsorptionsflächen für viele toxische Substanzen wie z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die Krebs verursachen können.
Da wir Menschen am Ende der Nahrungskette stehen, besteht die Gefahr, dass die aufgenommenen
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Plastikpartikel auch unserer Gesundheit schaden. Als besonders kritischer Stoff ist in diesem Zusammenhang Bisphenol A zu erwähnen, das v.a. zur Produktion von Hartplastik verwendet wird und gut fettlöslich ist. Bisphenol A hat hormonähnliche Wirkungen und kann bei Anreicherung zu Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unfruchtbarkeit und Krebs führen.
Plastikprodukte lassen sich sicherlich nicht überall in absehbarer Zeit vermeiden. Daher ist es wichtig, möglichst schnell Alternativen zu entwickeln. Leider werden momentan immer mehr Verbundstoffe eingesetzt, die sich kaum recyclen lassen (allenfalls zu minderwertigem Material). Am effektivsten entlasten wir die Umwelt durch die Vermeidung von Plastik. Hier ein paar Beispiele, die sich leicht umsetzen lassen:

- Plastik to go und andere Wegwerfartikel vermeiden (z.B eigenen Becher/ Löffel mitbringen)
- Mehrwegprodukte bevorzugen
- frisches Brot/ Brötchen beim Bäcker kaufen
- Stofftasche zum Einkaufen mitbringen
- frische Lebensmittel und Tiefkühlprodukte im Pappkarton bevorzugen
- Seife statt Seifenspender verwenden
- aufwändige Umverpackungen vermeiden, möglichst Großpackungen kaufen (z.B. bei Süßigkeiten)
- synthetische Kleidung vermeiden (Abrieb in der Waschmaschine!)
- Glas- und Metallbehälter bevorzugen
- Leitungswasser trinken statt Kunststoffflaschen kaufen
- auf Peeling-Cremes verzichten (enthalten oft Mikroplastik)

Wenn jeder für sich zunächst einen Punkt aus der Liste auswählt, mit dem er einen Beitrag leisten kann um Plastikmüll zu reduzieren, ist bereits ein guter Anfang gemacht. Mit der Zeit lassen sich dann sicher immer mehr Punkte finden, die im persönlichen Lebensbereich umsetzbar sind. Hoffen wir, dass möglichst viele Menschen sich ihrer Verantwortung bewusst werden, damit wir den uns nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen können.

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.948
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 14.03.2018 um 10:14 Uhr
Wer diese Entwicklung von diesem Plastikmüll verfolgt und auch das im Fernsehen so sieht (Blaue Planet) kann nur dazu sagen, so kann es nicht weitergehen! Wie unsere Meere inzwischen schon vermüllt sind, das ist eine Schande für die Menschheit.

Solche Beiträge sind gut, um der Bevölkerung das vor die Augen zu führen und gewisse Verhalten zu ändern, sehr schön!
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von:  Martin Schliephacke

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