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Nulltarif im Nahverkehr!

Linden | Leserbrief von Reinhard Hamel, Fraktionsvorsitzender der Kreisfraktion "Gießener Linke":

Im Januar 1968 besetzten die Bremer Schüler die Straßenbahnschienen und gaben mit einem fünftägigen erfolgreichen Kampf das Zeichen für andere Städte: In Hannover und Dortmund, München und Frankfurt, Köln und Saarbrücken und anderswo wurde Monate später mit dem „Roten Punkt“ für einen Nulltarif im ÖPNV gekämpft. Zehntausende gingen damals auf die Straße. Womöglich ist es ja kein Zufall, dass jetzt – 50 Jahre später, das „Gedenken“ an die 68er im Feuilleton beginnt gerade – ein Flugblatt mit ähnlichen Aussagen in Gießen und weit darüber hinaus große öffentliche Aufmerksamkeit und Zustimmung erfährt.

Warum? Die Forderungen von 68 sind bis heute aktuell. Ihre Verwirklichung steht aus. Zahlreiche kleine und große Koalitionen auf welcher Ebene auch immer, haben nichts daran geändert. Nach wie vor dominiert der Autowahn. Bis heute standen und stehen alle Berliner Regierungen den Autokonzernen bei. Die Folgen sind bekannt: Flächenverbrauch, gesundheitliche Gefährdungen, verstopfe Straßen, Milliarden für den Straßenbau, Klimaerwärmung, Diesel-Gate usw. Keine ernstzunehmende politische Kraft bestreitet heute noch die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus der Öffentlichen Personennahverkehrs. Billig bzw. zum Nulltarif ist er ein Selbstläufer.

Es sind nicht zuletzt die diversen Bedenkenträger und Papiertiger in den parlamentarischen Gremien, die dazu beigetragen haben, dass wir immer noch auf der Stelle treten. Statt sich zu empören, sollte die Oberbürgermeisterin dankbar sein, dass trotz alledem die Autor*innen des Flugblatts ihr die Ehre erwiesen, sie mit dieser bürgerfreundlichen Position in Verbindung zu bringen: Nulltarif im Nahverkehr!


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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.650
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 01.02.2018 um 12:40 Uhr
Im Artikel steht:

(...) "Es sind nicht zuletzt die diversen Bedenkenträger und Papiertiger in den parlamentarischen Gremien, die dazu beigetragen haben, dass wir immer noch auf der Stelle treten." (....)

Richtig, aber was ich nicht verstehe ist, dass der Leserbrief von einem politisch Aktiven stammt, der zwar keiner Partei angehört, aber für eine politische Wählervereinigung im Kreistag sitzt. Also auch ein "Papiertiger in den parlamentarischen Gremien" ist.

Oder habe ich eine Presseerklärung überlesen, dass die Liste von H. Hamel den Antrag gestellt hat, dass die Vertreter des Kreises in den Gremien des RMV für den Nulltarif kämpfen müssen?
Stefan Walther
4.742
Stefan Walther aus Linden schrieb am 01.02.2018 um 16:02 Uhr
Ja, das hast du wahrscheinlich überlesen Martin. Es wurde auch in den örtlichen Tageszeitungen darüber berichtet, dass wir als Kreisfraktion Gießener Linke einen Antrag hin zu einem bürgerfreundlichen ÖPNV gestellt haben ( übrigens, alle unsere Anträge findest du nach wie vor auch auf unserer Homepage vom Linken Bündnis ). Dass es nun - vorerst - erstmal zu einer interfraktionellen Arbeitsgruppe kommt, die prüfen wird wie das konkret aussehen könnte, und unser Antrag - auch vorerst - zurückgezogen werden musste, das ist allein den Mehrheitsverhältnissen auch im Kreistag geschuldet, denn "Schaufensteranträge" sind zwar für eine einmalige Show evt. geeignet, aber ansonsten bringen sie nichts, zumindest nicht wenn sie nicht begleitet werden von einem außerparlamentarischen Druck...

Wir werden sehen wie es weiter geht, aber du kannst sicher sein = kostenloser, flächendeckender, an den Interessen der Bevölkerung orientierter ÖPNV, das ist und bleibt unser Ziel!
Stefan Walther
4.742
Stefan Walther aus Linden schrieb am 02.02.2018 um 12:47 Uhr
Na logisch, ÖPNV zum Nulltarif für alle, so muss die Forderung sein.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Stefan Walther

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Stefan Walther
4.742
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