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Richtwerte für Mieten reine "Fantasiewelt"

Linden | Presseerklärung der Kreisfraktion "Gießener Linke"

Richtwerte des Landkreises weit unterhalb der Mieten

Der jüngste Bericht des Landkreises auf eine Anfrage der Fraktion Gießener Linke im Kreistag hat zum Ergebnis, dass die nach einem sog. schlüssigen Konzept gebildeten Richtwerte für die Kosten der Unterkunft (KdU), die Transferleistungsbezieher für ihre Wohnung erhalten, weit unterhalb der tatsächlichen Mieten festgesetzt wurden. Jahr für Jahr – nach dem Bericht z. B. für 2015 und 2016 – sind fast 50 Prozent der überprüften Mieten oberhalb dieser Richtwerte. „Der Landkreis“, so der Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, Reinhard Hamel, „bildet mit seinen Richtwerten eine Fantasiewelt ab, die nichts mit den tatsächlichen Mieten im Landkreis zu tun hat, die die Menschen im Landkreis zu zahlen haben.“

Jahr für Jahr werden deswegen Hunderte Familien und Alleinstehende gezwungen, sich in einem langwierigen Verfahren eine preiswertere Wohnung zu suchen bzw. als Ergebnis der Suche in einem gerade für preiswerte Wohnungen leergefegten Markt bescheinigen zu lassen, dass vorhandene Angebote für sie nicht
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zur Verfügung stehen, weil sie schon vergeben wurden. „Ist diese demütigende Prozedur erfolglos, was häufig der Fall ist,“ so Stefan Walther von der Gießener Linken, „bleibt den Betroffenen oft nichts Anderes übrig, als von den schmalen Hilfen zum Lebensunterhalt, die mit unter 500 Eur im Monat dem Lebensunterhalt dienen sollen, den Mehraufwand für die Miete zu leisten.“



Dies ist deswegen besonders skandalös, weil vom Gutachterausschuss des Amtes für Bodenmanagement in Marburg auch für den Landkreis Gießen repräsentative Mieten nicht nur für Kommunen und Städte, sondern sogar für die einzelnen Ortsteile vorliegen, die bei der Ermittlung des Mietwerts neben den Bodenpreisen, das Alter des Gebäudes, Größe und Niveau der Ausstattung berücksichtigen. Der Nachbarkreis Lahn-Dill nutzt diese seit vielen Jahren für die Bemessung angemessener Kosten der Unterkunft. „Dagegen sind die Richtwerte des Landkreise“, so Hamel weiter, „mit dem Rasenmäher ermittelt: da werden Ortsteile, Kommunen und Städte gleich behandelt, die weit voneinander entfernt sind, deren Bodenpreise oft um das Fünffache voneinander abweichen, deren Zugang zu den Zentren und Anschlüssen den ÖPNV deutlich unterschiedlich sind. Alles Kriterien, die für den Markt – Angebot und Nachfrage – und damit für die Mieten wesentlich sind.“

Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
8.123
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 28.06.2017 um 10:29 Uhr
auf die art und weise versucht man menschen anscheinend aufs land zu bringen, ohne dabei zu beachten das sie dann noch weniger chancen auf einen arbeitsplatz in wohnortnähe haben. viele dieser menschen haben kein auto und sind auf den kaum vorhandenen Öffendlichen Nahverkehr angewiesen. was wiederum bedeutet, wer einmal aufs dorf ist hängt nicht nur da fest sondern auch in der beihilfe. einfach nicht i.o.
Marcus Link
399
Marcus Link aus Gießen schrieb am 28.06.2017 um 11:00 Uhr
Das Thema ist für die Regierenden unbequem und, sofern geeignete Maßnahmen angegangen werden, teuer obendrein.

Es wird sich gewunden so gut es geht, um so wenig wie möglich verbessern zu müssen.
Birgit Hofmann-Scharf
10.018
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 29.06.2017 um 21:08 Uhr
Ausflüchte oder vortäuschen falscher Tatsachen - vom Kreis, der Stadt, des Landes, des Bundes, der Welt........
Nicht immer, aber immer öfter.

Zum eigentlichen Thema : Tja, wer sind wieder einmal die Leidtragenden.
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.06.2017 um 08:25 Uhr
Richtig Frau Freeman, vieles hängt mit vielem zusammen... ob das nun für die Regierenden "unbequem" ist Marcus, das sollte uns nicht weiter interessieren, den Skandal öffentlich machen ist ein erster Schritt, die Sache ändern, das muss das Ziel sein!
Marcus Link
399
Marcus Link aus Gießen schrieb am 30.06.2017 um 12:16 Uhr
Dass es unbequem ist ist keine Ausrede warum es nicht gemacht werden sollte. Vielmehr ist es dadurch nachvollziehbarer, warum bei diesem Thema die Regierenden nicht so richtig ran wollen. Daraus ergibt sich das Rezept: Es muss noch unbequemer werden, es nicht zur TOP Priorität zu machen. ;)
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 30.06.2017 um 19:02 Uhr
Ja sicher, aus Sicht der Regierenden ist das "nachvollziehbar", es wäre auch da mal interessant zu untersuchen warum es so ist wie es ist - oder, wie Birgit es ausdrückte "Tja, wer sind wieder einmal die Leidtragenden." Geht es da "nur" um`s Geld oder gibt es da nicht doch auch noch andere Gründe warum es gerade ( wieder ) die trifft, die sowieso kaum eine Lobby haben?
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