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SPD Linden sorgt sich um die alten Ortskerne

Brachliegende Baulücke im alten Ortskern von Leihgestern
Brachliegende Baulücke im alten Ortskern von Leihgestern
Linden | Die Anzahl der Häuser in Linden, in denen alle Bewohner älter als 75 Jahre sind, dürfte dreistellig sein. Die meisten dieser Häuser mit älteren Bewohnern findet man in den alten Ortskernen. Die alten Ortskerne von Großen-Linden und Leihgestern haben Jahrzehnte lang das Bild Lindens geprägt. Hier lebten Familien mit ihren Kindern. Hier gab es die Kindergärten, die Grundschulen, die Kirchen, den Metzger, die Bäcker und andere kleinere Einkaufsläden. Die großen Discountmärkte findet man heute im Gewerbegebiet, nahezu alle kleineren Geschäfte mussten schließen. Große Neubaugebiete wurden erschlossen, junge Familien bauten eher dort ein eigenes Haus, als im alten Ortskern eines zu kaufen und kostenintensiv zu sanieren und renovieren.
In zehn bis zwanzig Jahren werden viele der Häuser im alten Ortskern von Großen-Linden und von Leihgestern leerstehen. Die Bewohner werden gestorben sein, ihre Erben bereits in einem Eigenheim leben und das alte Haus wird nur schwer zu verkaufen sein: neue Fenster, neue Türen, eine neue Heizung, vielleicht der Einbau erneuerbarer Energien und Bestimmungen des Denkmalschutzes. Ein Neubau könnte sich als einfacher und kostengünstiger erweisen.
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SPD Linden (62)IKEK (12)
Was bedeutet das für Linden, wenn die alten Ortskerne aussterben und Häuser verfallen? Wie kann man dieser Situation vorbeugen? Diese Frage stellen sich Lindens Sozialdemokraten und sie möchten die Antworten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern geben. Seit vielen Jahren fördern Bund und Land den Städtebau mit den unterschiedlichsten Förderprogrammen: Die Soziale Stadt und die Einfache Dorf- oder Stadterneuerung waren bzw. sind solche Programme, die für die verschiedensten kommunalen Entwicklungskonzepte Geld und andere Unterstützung anbieten.
In Hessen gibt es seit einigen Jahren das Programm IKEK. Dies bedeutet Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept. Das besondere an IKEK ist, dass nicht einfach ein Förderantrag für ein bestimmtes städtebauliches Vorhaben gestellt werden kann. Zunächst wird im Rahmen von IKEK ein umfangreiches Gesamtkonzept entwickelt, wie die Kommune für die Zukunft aufgestellt werden soll. Anschließend werden die wichtigsten Maßnahmen beschrieben und in eine Rangfolge ihrer Wichtigkeit gebracht. Schließlich werden die einzelnen Entwicklungsschritte der Umsetzung geplant und dann erst gibt das Land Geld für die Umsetzung. In diesen Prozess sind die Bürgerinnen und Bürgen von Beginn an einzubinden. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich Gedanken machen, was ganz dringend gebraucht wird, was außerdem nötig ist und was einfach nur schön wäre, wenn es das gäbe.
Lindens Nachbargemeinde Wettenberg befindet sich gerade im IKEK-Prozess. Deshalb hat die Lindener SPD Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner eingeladen, in Linden über IKEK in Wettenberg zu referieren und gemeinsam mit Lindens Bürgerinnen und Bürgern nachzudenken, ob ein solcher Prozess nicht auch für die Stadt Linden ein Gewinn sein könnte.
Der SPD Ortsverein Linden lädt daher herzlich ein, zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Thomas Brunner (Bürgermeister der Gemeinde Wettenberg) zum Thema: „IKEK. Das integrierte kommunale Entwicklungskonzept. Eine Chance auch für Linden?“. Diese findet statt, am Donnerstag, den 29. Januar 2015, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zum Kronenwirt“, Bahnhofstraße 9 in Großen-Linden. Der SPD Ortsverein Linden freut sich auf Ihren Besuch!
www.spdlinden.de

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.759
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 24.01.2015 um 09:20 Uhr
Der Artikeleinsteller schrieb:

"(...) In zehn bis zwanzig Jahren werden viele der Häuser im alten Ortskern von Großen-Linden und von Leihgestern leerstehen. Die Bewohner werden gestorben sein, ihre Erben bereits in einem Eigenheim leben und das alte Haus wird nur schwer zu verkaufen sein: neue Fenster, neue Türen, eine neue Heizung, vielleicht der Einbau erneuerbarer Energien und Bestimmungen des Denkmalschutzes. Ein Neubau könnte sich als einfacher und kostengünstiger erweisen. (...)"

Mag so sein. Da kann ich nur sagen - nur noch ein paar Monaten (bis die Direktwahl der Giessener OB bzw. Landrat durch ist) durchhalten. Dann werden die kaum oder wenig renovierten Wohnungen sicher vermietet werden können.

Hindergrund: Es ist ja schon angekündigt worden, dass in diesem Jahr verstärkt Bezieher von Hartz-IV-Leistungen bzw. Grundsicherung von Amts wegen aufgefordert werden sich eine preisgünstigere Wohnung zu suchen (es sind ja Obergrenzen festgelegt worden). Da diese preisgünstige Wohnungen es in Giessen selten gibt und nach einer Verwaltungsverordnung der Bezieher verpflichtet ist auch eine Wohnung bis zu 15 km von seiner bisherigen Wohnung an zu nehmen dürfte da Linden "schwer gefragt sein".

Ein Neubürger mehr im Rathaus angemeldet - da klingelt es in der Stadtkasse (Schlüsselzuweisung vom Land). Vermieter (bei jetzigem Leerstand) werden sich auch freuen und ob es dem Bezieher von Hartz-IV-Leistungen gefällt das wird nicht gefragt.

Übrigens ich rede nicht von Einzelfällen. Bei Tausenden Bezieher von Leistungen für die Unterkunft in Stadt und Landkreis Giessen dürften die amtlichen Aufforderungen schnell den Hundertbereich erreichen.

Da Linden mit Bahn und Bus zu erreichen ist (und die Bezieher ja ihre jetzigen sozialen Kontakten weiter pflegen wollen - wird halt weniger da der OEPNV ja auch nicht gerade billig ist ...) dürfte die angesprochene Bevölkerungsgruppe schon nach Linden "ausweichen".
Karl-Ludwig Büttel
3.889
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.01.2015 um 19:37 Uhr
Der Landkreis steigt aber genauso in den Kosten und auch hier wird der Spiegel angepasst.
Weiter Herr Wagner werden die wenigsten auf dem Land eine solche Vermietung ins Auge fassen.
Es wird alles nicht so heiss gegessen wie gekocht.
Wichtig ist, dass die Ortskerne belebt und erhalten werden. Dafür gibt es geeignete Programme. IKEK ist sicherlich eine Möglichkeit. Man muss alles Ausschöpfen um ein Ortskern sterben zu verhindern.
Die Wertschöpfung muss dabei erhalten oder sogar gesteigert werden. Das Wohnen für jungen Familien muss interresant werden. Viele Dinge müssen dabei zusamen passen. Auch der Denkmalschutz muss dann hin und wieder dem Bauvorhaben entgegenkommen. Baugenehmigungen vereinfacht werden usw. Eine Renovierung muss sich rechnen.
Martin Wagner
2.759
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 26.01.2015 um 09:00 Uhr
Herr Büttel sie schreiben zu recht, dass sich eine Renovierung rechnen muss. Aber es gibt nun einmal Hauseigentümer die nicht in der Lage sind ihre Immobilie von Grund auf zu renovieren (" ... neue Fenster, neue Türen, eine neue Heizung, vielleicht der Einbau erneuerbarer Energien und Bestimmungen des Denkmalschutzes +++ so steht es im Artikel +++ ... "), weil das Kosten verursacht, welche eben nicht aus der "Portokasse" zu begleichen sind. Und mancher Hauseigentümer scheut sich im größeren Umfang in Vorkasse zu treten.

Genau von diesen Wohnungen sprach ich. Bei solchen Wohnungen ist ein nicht so hoher Mietzins zu erwirtschaften - sprich also rein mit Hartz-IV-lern bzw. Beziehern von Grundsicherungen. Denn deren Quadratmetermiete wird in der Stadt (auf Dauer) nicht mehr von den Ämtern übernommen. Ob jetzt Linden dieser Entwicklung ausgesetzt ist (oder vielleicht eine andere Kommune in der 15 km-Zone) kann ich natürlich nicht sagen. Fakt bleibt aber wegen der starken Nachfrage sind die Preise in Giessen den letzten Jahren sprunghaft angezogen und die Ämter schicken deswegen Hunderte von den Menschen aus der beschriebenen Bevölkerungsgruppe "auf Wanderschaft". (Nicht vergessen: Stadt und Landkreis Giessen ist faktisch pleite ...!)

Herr Büttel ihr Argument, dass der "Mietspiegel" (offiziell heisst das Anders) vom Kreis auch für die Landkreisgemeinden "angepasst" wurde sticht da nicht, denn es geht um Wohnraum der eben nicht mehr in Giessen im "Angebot" ist. Z.B. kleiner Wohnungen für eine Person ohne irgendwelchen mit zu bezahlenden "Schnickschnack". Ja es stimmt Giessen ist eine Studentenstadt, aber deswegen gibt es trotzdem kaum 1-Personen-Wohnungen zu erschweinglichen Preisen (Betonung auf "erschwinglich" - Söhne und Töchter von reichen Eltern, welche in Giessen studieren bekommen Ein-Personen-Luxuswohnung angeboten - die Mutti oder der Papi kann ja zahlen ....) . Es ist in den letzten Jahrzehnten die Regel geworden, dass Studenten ohne reiche Eltern (notgedrungen) in Wohngemeinschaften leben, denn der Vermieter hat nun einmal bei einer 4-Zimmer-Wohnung mit 3 Stdenten drin höhere Einnahmen als bei einer Familie mit einem Kind. Es ist durchaus üblich, dass so ein Student rund 300 Euro (dann aber Warmmiete) für ein Wohngemeinschaftszimmer zu zahlen hat.
Karl-Ludwig Büttel
3.889
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 26.01.2015 um 12:01 Uhr
Durch die Programme und den Ankauf durch Investoren bzw. durch Fördermittel wird der Wohnraum auch auf dem Land entsprechend aufgewertet. Die Gesetzeslage macht es den Vermietern doch deutlich was zu tun ist. Bei nicht erfüllen der Auflagen kommt es zum Leerstand. Es nimmt im Moment schon Ausmaße an die schwierig zu erfüllen sind. Sollte wir das alte Haus meiner Frau so umfänglich sanieren wie es vorschrieben ist, werden wir keine Familie mehr mit Wohngeld oder Mitbeihilfe/ Grundsicherung aufnehmen können. Das sind die Verhältnisse die leider auf uns zu kommen. Die Kostenzahlungen der Ämter steigen nämlich nicht mit den Kostensteigerungen für die Vermieter. Also muss man sich solvente Vermieter suchen oder einen Leerstand in Kauf nehmen.
Ebenso werden die Kosten und die Mietzuschüsse den einzelnen Städten und Kommunen angepasst. Wenn der Mietpreis steigt und Hartz IV nicht wird man auch auf dem Land die ein oder andere Wohnung nicht mehr bekommen. Linden ist aber hier das falsche Beispiel da Linden sicherlich kein Dorf ist und nahe genug an Gießen.

Gegen das Wohnen in einer bezahlbaren WG spricht doch nichts Herr Wagner. Gerade solche Dinge machen doch auch das Studentenleben mit aus. Ich erinnere mich gerne daran zurück.
Ich weiß wie es meinen Kindern im Studium geht die ich nicht finanziell unterstützen kann. Da können sie nur für später profitieren. Ich finde da nichts ausgewöhnliches oder schlimmes dabei.
Martin Wagner
2.759
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 26.01.2015 um 16:49 Uhr
Herr Büttel - nur kurz das soll hier ja kein Dialog werden .....

Mir ist bekannt, dass sie dafür votieren, dass die Kostenzahlungen der Ämter in allen möglichen Bereichen nur in einem vertretbaren Rahmen steigen. (Und dass die Bürger sich mehr für ihre Kommune durch Eigenleistung engagieren.) Aber - das ist in einem anderen Beitrag hier in der Onlineausgabe nachzulesen - zur Zeit versuchen die Mehrheitsfraktionen im Kreistag des Landkreises Giessen diesen Haushaltsposten (sogar) zu kürzen, indem sie die Kriterien für die Vergabe von Geldern an die Berechtigten (ich will es einmal wohlwollend formulieren) ihrer Kassenlage "anpassen". (Hintergrund der Rettungsschirm) Gegen was ich mich verwahre ist, dass gerade diese Bevölkerungsgruppe für das Missmanagement dieser politische Kreise einen ja nicht zu übersehenden "Beitrag" leisten soll.

(Ich bin jetzt einmal provokativ "unterwegs") Oder würden sie es einsehen, wenn sie auf staatliche Hilfe angewiesen sind, dass sie aus ihrem vertrauten sozialen Umfeld bis zu 15 km weiter umziehen müßten. Für mich (ich lebte gut 25 Jahre auf dem Dorf) wäre das kein Problem, aber es gibt nun einmal Mitbürger, welche mit dem Leben auf dem Dorf Nichts anfangen können. (Ich traue mir da ein Urteil zu, denn ich kenne ja auch das Leben in der Stadt.)

Dazu kommt ja, dass hier in Giessen für alle gut sichtbar gleichzeitig hochwertige Immobilien "hochgezogen werden" in denen Reiche einziehen. Riesenklötze an Immobilien bei denen jeder Quadratzentimeter der Grundfläche ausgenutzt wird und mit tatkräftiger Unterstützung des herrschenden Blockes im Rathaus bei der Abwehr von Einwänden aus der (genervten) Nachbarschaft. Es war und ist halt immer noch so: Reiche werden anders behandelt als Arme.

Herr Büttel - kurz zu ihrem privaten Beispiel - es mag sein, dass es Immobilien gibt bei denen nur noch der "Bagger kommen kann", aber es gibt - und das sicher auch in Linden direkt bzw. Stadtteilen von Linden in den Ortskernen (ich rede nicht von Neubaugebieten) wo mit wenigerem Aufwand niedrigpreisiger Wohnraum geschaffen werden kann.
Karl-Ludwig Büttel
3.889
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 26.01.2015 um 17:30 Uhr
Herr Wagner entweder drücke ich mich falsch aus oder woran liegt es dass wir aneinander vorbei reden. Ich bin ganz bei Ihnen. Auch ich würde nicht umziehen wollen. Viele Dörfer (Linden ausgenommen) haben gar keine Infrastruktur für Menschen im Bezug. Kein ÖPNV, keine Geschäfte usw. Die Mobilität würde eingeschränkt.
Und nochmal Herr Wagner, es gibt keinen Schrottmietraum mehr. Um auch auf dem Land zu vermieten sind Auflagen zu erfüllen diese Kosten den Besitzer/Vermieter sehr viel Geld. Dies wird er umlegen müssen auf den Mieter. Auch wurde überall wie in Gießen die Grundsteuer B, das Wasser und Abwasser erhöht. Es gibt keinen Schutzraum mehr.
Unser Beispiel ist so wenn ich selbst darin wohnen würde könnte ich dies noch hundert Jahre die Immobilie ist in Ordnung. Möchte ich dieses Haus aber vermieten wie ich es Jahre lang für kleines Geld getan habe damit jemand mit Grundsicherung und seinen Kindern dort wohne konnte, darf ich es nicht mehr. Das bedeutet um es zu vermieten muss ich tatsächlich richtig Geld reinstecken, das ich nicht habe. Also bleibt es leer stehen. Denn kein Amt bezahlt dafür irgendetwas. Oder ich muss es an jemand vermieten der nichts mit Ämter und Vorschriften zu tun hat und da einzieht. Egal wie, für den jahrelangen Zweck ein günstiges Haus mit Hof und Garten als Bezüge Empfänger zu vermieten ist vorbei. Vom Ärger mit den Nachbarn ganz zu schweigen die einem noch vorschreiben wollen an Hartz IV`ler oder Asylanten nicht zu vermieten. Zum Glück sehe ich das anders und das Geschwätz interessiert mich nicht. Ich würde gerne vermieten aber kann es nicht bzw. nur an jemand der Geld hat und vieles mitträgt. Schade. Auf dem Land gibt es wenig bis gar keinen sozialen Wohnungsbau mehr. Die Häuser sind alle ziemlich Groß vom Zuschnitt und den Quadratmetern und häufig nicht für Vermietungen an Bezugsempfänger zum Vermieten erlaubt. Die Auflagen sind zu hoch. Ich bedauere das.
Herr Wagner entweder drücke ich mich falsch aus oder woran liegt es dass wir aneinander vorbei reden. Ich bin ganz bei Ihnen. Auch ich würde nicht umziehen wollen. Viele Dörfer (Linden ausgenommen) haben gar keine Infrastruktur für Menschen im Bezug. Kein ÖPNV, keine Geschäfte usw. Die Mobilität würde eingeschränkt.
Und nochmal Herr Wagner, es gibt keinen Schrottmietraum mehr. Um auch auf dem Land zu vermieten sind Auflagen zu erfüllen diese Kosten den Besitzer/Vermieter sehr viel Geld. Dies wird er umlegen müssen auf den Mieter. Auch wurde überall wie in Gießen die Grundsteuer B, das Wasser und Abwasser erhöht. Es gibt keinen Schutzraum mehr.
Unser Beispiel ist so wenn ich selbst darin wohnen würde könnte ich dies noch hundert Jahre die Immobilie ist in Ordnung. Möchte ich dieses Haus aber vermieten wie ich es Jahre lang für kleines Geld getan habe damit jemand mit Grundsicherung und seinen Kindern dort wohne konnte, darf ich es nicht mehr. Das bedeutet um es zu vermieten muss ich tatsächlich richtig Geld reinstecken, das ich nicht habe. Also bleibt es leer stehen. Denn kein Amt bezahlt dafür irgendetwas. Oder ich muss es an jemand vermieten der nichts mit Ämter und Vorschriften zu tun hat und da einzieht. Egal wie, für den jahrelangen Zweck ein günstiges Haus mit Hof und Garten als Bezüge Empfänger zu vermieten ist vorbei. Vom Ärger mit den Nachbarn ganz zu schweigen die einem noch vorschreiben wollen an Hartz IV`ler oder Asylanten nicht zu vermieten. Zum Glück sehe ich das anders und das Geschwätz interessiert mich nicht. Ich würde gerne vermieten aber kann es nicht bzw. nur an jemand der Geld hat und vieles mitträgt. Schade. Auf dem Land gibt es wenig bis gar keinen sozialen Wohnungsbau mehr. Die Häuser sind alle ziemlich Groß vom Zuschnitt und den Quadratmetern und häufig nicht für Vermietungen an Bezugsempfänger zum Vermieten erlaubt. Die Auflagen sind zu hoch. Ich bedauere das.
Karl-Ludwig Büttel
3.889
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 26.01.2015 um 18:00 Uhr
Übrigens ist ein Neubau meistens günstiger als ein Umbau.
Martin Wagner
2.759
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 27.01.2015 um 18:01 Uhr
Herr Büttel, vielleicht habe ich sie wirklich nicht richtig verstanden. Danke, dass sie "etwas aus ihrem Nähkästchen" geplaudert haben.

Ich selber habe da andere Erfahrungen gemacht. Mein Elternhaus ist aus den 50er-Jahren und war beim Todeszeitpunkt meiner Eltern nicht besonders "in Schuss". Mit wenig Geld (genaue Summe ist mir nicht bekannt - müßte ich bei den Geschwistern erfragen ....) haben es die Kinder zur Vermietung hergerichtet. Gut ich konnte selber viel machen und ich kannte auch genügend Handwerker die etwas machen konnten. Ob Bezieher von Hartz-IV drin wohnen ist uns nicht bekannt (Mieter müssen das ja nicht offenbaren - und das ist auch richtig), aber der Zuschnitt der Wohnungen liegt für Familien unter der QM-Grenze.

Was wohl stimmt ist, dass du als Hausbesitzer heute nicht mehr zu einem Amt gehen und anbieten kannst: Gebt mir einen Kredit - ich richte die Wohnung/en her und mit einem Teil des Mietzins zahle ich euren Kredit zurück. (Da wären wir wieder beim Thema "Kommunen sind Pleite"!)

Was die von ihnen, Herrn Büttel, angesprochenen Auflagen staatlicherseits betrifft, sind die Kinder nicht ganz verschont geblieben. Zum Glück kamen die nicht auf einmal, so dass wir sie nach und nach abarbeiten konnten (finanziert ohne Kreditaufnahme aus dem eingehenden Mietzins). Die nächsten Auflagen (bezüglich der Abwasserleitungen auf dem Grundstück) sind schon allgemein angekündigt und dürften recht teuer werden. Deswegen müssen wir Kinder heute dafür schon ansparen (obwohl das vielleicht erst in 10 oder 15 Jahren staatlicherweise "durchgedrückt" wird).

Wie aber eine höhere Rücklage bilden bei einer Inflationsrate von 2 bis 3 Prozent bei gleichzeitigen Sparzins von 0.2 bis 0.3 Prozent?

((anders Thema - setzen - Fünf - Wagner .... ;-) ))
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