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"KünstLich" erhält Kulturpreis

Lich | Die Provinz lebt! „Und wie!“, möchte man in Lich noch hinzufügen. Während seit Jahren Bevölkerungsrückgang und Immobilienleerstand als typische „Provinz-Themen“ gelten, setzt die Kulturinitiative „künstLich“ einen äußerst lebendigen Kontrapunkt. Interkulturelle Bildungsarbeit und Erlebnisvielfalt bündeln sich in den Aktivitäten des Vereins. Für seine innovativen Projekte erhielt „künstLich“ jetzt bundesweite Anerkennung durch den mit 2.000 Euro dotierten Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft mit Sitz in Bonn.
Das Programm von "künstLich" ist alles andere als provinziell und steht dem städtischer Kulturszenen in nichts nach. Einen eindrucksvollen Beweis für die Vielfalt liefert der Blick ins aktuelle Programm der gerade angelaufenen Licher Kulturtage. Eine Veranstaltungsreihe mit über 40 Programmpunkten, die bereits zum siebten Mal stattfindet und sich bei Besuchern aus nah und fern fest etabliert hat. Bereits der Vorabend der Eröffnung war ein fulminanter Erfolg: Die Vokal-Artistin Erika Stucky begeisterte am Donnerstag die Zuschauer im ausverkauften Kino Traumstern.
Zur öffentlichen Preisverleihung begrüßte Peter Damm am Freitag als Mitglied des Vereinsvorstandes die anwesende Staatsministerin a.D. Ruth Wagner und die Vizepräsidentin der Kulturpolitischen Gesellschaft, Dr. Iris Magdowski sowie zahlreiche Gäste in der Bezalel-Synagoge in Lich.
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Der Verein künstLich sehe seine Aufgabe hauptsächlich in der Kooperation und Vernetzung mit anderen Instutitionen, so Damm. Dadurch, und durch den hohen persönlichen Einsatz der Mitwirkenden, sei die Durchführung des anspruchsvollen Programms mit über 80 Veranstaltungen im Jahr überhaupt erst möglich.
Für die Stadt Lich gratulierte Bürgermeister Bernd Klein und betonte in seiner Rede den Image-Gewinn für die Stadt, die nicht zuletzt durch die Arbeit von künstLich mittlerweile als kulturelles Zentrum des gesamten Landkreises gelte. Der Magistrat hat denn auch erstmalig einen Förderbeitrag von 4.000 Euro zugesagt.
Daran anknüpfend mahnte Bernd Hess von der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen (LAKS) die Politiker, der Kultur mehr Beachtung zu schenken. Kultur sei kein Luxus, sondern ein Lebensmittel, das besonders in schwierigen Zeiten die Menschen bereichere. Dies könne es nicht zum Nulltarif geben.
Darin waren sich alle einig. Die ehemalige
Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Ruth Wagner, verwies in ihrer Laudatio auf Studien des Bundeswirtschaftsministeriums. Daraus gehe hervor, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft eine Bruttowertschöpfung von 61 Milliarden erreicht und damit zwischen Automobil- und Chemieindustrie einen guten Mittelplatz unter den Wirtschaftsbranchen Deutschlands einnimmt. 43 Prozent davon werde in Kleinunternehmen erwirtschaftet. Dies gehe oft mit einer hohen Selbstausbeutung einher. Wagner appellierte an den Bund, die Arbeit der Kulturschaffenden finanziell zu unterstützen. Gleichzeitig würdigte sie in ihrer Rede die engagierte Arbeit des bundesweit bekannten Kinos Traumstern als Keimzelle der kulturellen Aktivitäten in Lich.
Dr. Magdowski ging in ihrer Ansprache darauf ein, dass Kulturförderung im ländlichen Raum bisher weitgehend ausgeblendet wurde. Der seit 1977 bestehende Preis geht erst zum dritten Mal in die Provinz. Der Fokus liege bisher bei den großen Städten. Hier sei auch innerhalb der kulturpolitischen Gesellschaft nur langsam ein Wandel erkennbar. Das besondere an der Provinz sei die hohe Lebensqualität durch die Verbindung von Kultur und Natur. So heißt es denn auch in der Urkunde: „Die Provinz lebt“. Magdowski forderte ebenfalls die Politik auf, für ausreichende Planungssicherheit zu sorgen.
Im Anschluss an die Preisverleihung fand ein Konzert der in Lich lebenden Gebrüder Arslan statt. Zusammen mit ihren Gast-Musikern führten sie das Publikum auf eine musikalische Reise quer durch Anatolien.

 
 
 
 
 

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