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Überrascht hat mich die Offenheit

Lich | Seit September hält sich Robin Loh, dualer Student der Ev. Stiftung Arnsburg, für seinen Weltwärts-Einsatz in Port Elizabeth Südafrika auf. Bis nächsten August unterstützt er dort Bildungsprojekte von Masifunde Bildungsförderung e.V.. Im Interview berichtet er von seinem Kulturschock, seinen Projekten sowie positiven Erfahrungen und zieht Bilanz nach seinen ersten drei Monaten am anderen Ende der Welt

Redaktion: Seit drei Monaten bist du nun über 9000km entfernt von zu Hause. Wie waren die ersten Monate für dich?

Robin Loh: Überraschend gut. Der Kulturschock blieb Gott sei Dank aus. Das Team und die Menschen hier im Allgemeinen sind sehr freundlich, hilfsbereit und offen, was es einem erleichtert, sich hier in Südafrika schnell daheim zu fühlen.

Redaktion: Gibt es denn etwas, was du sehr an Deutschland vermisst?

Robin Loh: Am Anfang war es sehr ungewohnt abends nicht alleine durch die Straßen ziehen zu können, aber so langsam habe ich mich daran gewöhnt, auf ein Auto angewiesen zu sein. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur nicht sonderlich gut ist, sodass man lange Fahrten in Kauf nehmen muss.

Redaktion: Was hat dich am meisten überrascht an Südafrika und den Südafrikanern?

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Robin Loh: Die Offenheit und Selbstverständlichkeit auf andere Menschen zuzugehen. In Deutschland sind die meisten Menschen etwas distanzierter. Das habe ich auch an mir selbst gemerkt. Am Anfang hat es mich schon fast gestört, dass beim Feiern immer jemand auf mich zukam und mit mir tanzen wollte, aber nun habe ich mich daran gewöhnt. Das macht es auch viel leichter, sich in eine Gesellschaft zu integrieren.
Und dann war ich noch von der Vielfalt Südafrikas beeindruckt. Südafrika hat so ziemlich alles zu bieten. Man kann im Meer schwimmen, in den Bergen wandern, in Großstädten feiern oder eine Safari in den Steppen Südafrikas starten.

Redaktion: Du bist der vierte Weltwärts-Student der Stiftung. Welche Projekte und Aufgaben hast du bei Masifunde übernommen?

Robin Loh: Morgens bin ich im Büro und helfe bei administrativen Dingen. Momentan sind wir damit beschäftigt, das Summercamp vorzubereiten. Montags bin ich mit den Drittklässlern im Schwimmbad, um ihnen Schwimmen beizubringen und dienstags bin ich mit zwei Jugendlichen in Sardinia Bay. Gemeinsam machen wir einen Life Saver-Kurs vorort. Und dann habe ich noch an zwei Tagen das Connecting Continents-Projekt.

Redaktion: Bestandteil des Weltwärts-Jahres ist auch die Fortführung des Connecting Continents Projektes der Stiftung. Eine interkulturelle Lernreihe für deutsche und südafrikanische Heranwachsende. Was ist für 2014 geplant? Wie ist der Stand der Vorbereitung?

Robin Loh: Wir werden im Januar 2014 einen weiteren Abschnitt vom bereits seit 2008 laufenden Connecting Continents-Projekt starten und verschiedene Gerichte aus unterschliedlichen Ländern mit den Kindern und Jugendlichen kochen. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen einen Einblick in die Küche anderer Länder bekommen, um somit die Esskulturen und damit verbundene Sitten und Gebräuche kennenzulernen. Des Weiteren werden wir darauf achten, dass wir gesund und ausgewogen kochen, sodass die Kinder und Jugendlichen auch lernen, wie wichtig es ist auf seine Ernährung zu achten, um fit zu bleiben.
Da gesunde Lebensmittel nicht immer günstig sind, haben wir uns entschieden, einen Garten im Masifunde Office anzulegen, sodass die Kinder ihr Gemüse und Obst selbst anbauen können. Gemeinsam haben wir Wassermelonen, Rucola und vieles mehr schon eingesät. Die ersten Planzen sprießen auch schon aus der Erde.

Redaktion: Unsere ehemaligen Studentinnen und Studenten berichteten nach ihrer Rückkehr nach Deutschland, dass sie sich während des Auslandsjahres in vielen Bereichen weiterentwickeln konnten. Welche Kompetenzen und Ressourcen hast du schon und wirst du im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch verbessern und ausbauen?

Robin Loh: Ich hoffe, dass ich im Laufe des Jahres viel spontaner werde. Spontanität bringt auch immer eine gewisse Flexibilität mit sich und die kann man hier in Südafrika gut gebrauchen. Die meisten Südafrikaner sind sehr spontan und strukturieren ihren Tag nicht komplett durch.
Ansonsten werde ich mit Sicherheit meine IT-Kenntisse noch aufbessern können und wer weiß, vielleicht werden nach dem Connecting Continents-Projekt die Gärtnerei und das Kochen meine großen Leidenschaften.

Redaktion: Wir bereiten gerade die Stellenausschreibung für Abiturientinnen und Abiturienten für das kommende Jahr vor. Welche Fähigkeiten sollte ein ESTA-Masifunde-Weltwärts-Student für dich unbedingt haben? Welche Ressourcen gehören ins Profil?

Robin Loh: Man sollte auf jeden Fall als Weltwärts-Freiwillige/r für alles offen sein und wie gesagt: Wer spontan und flexibel ist, der wird hier in Südafrika schon mal einen Vorteil haben. Auch selbstständig sollte man sein, da man hier im Masifunde-Team sehr schnell als vollwertiges Mitglied angesehen wird und dementsprechend genauso viel von einem erwartet wird, wie von allen anderen Angestellten.

Redaktion: Welchen Gruß möchtest du noch zurück in die Heimat schicken?

Robin Loh: Natürlich nochmal ein großes Dankeschön an alle, die mich auf meinen Weg nach Südafrika unterstützt haben. Ich denke an euch, auch wenn ich froh bin, das Wetter mit euch nicht teilen zu müssen. Schöne Grüße aus 35 Grad Port Elizabeth!

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von:  Alexander Mühlberger

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Alexander Mühlberger
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