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Das Tier mit der Zorro-Maske - Aufklärung statt Jägerlatein. Plädoyer für eine sachliche Diskussion über den Waschbären als verfemte heimische Tierart

Lich | 108 m³ misst das neue Waschbärgehege in der Tierauffangstation von TierfreundLich e.V., dass nun von 10 putzigen Kleinbären bewohnt wird.
Umzugsstress? Nicht bei den Waschbär-Kids!
Nach dem Umzug von der Pflegestelle von Fam. Litt in Langsdorf ins neue Gehege dauerte es nicht lange und die kleinen Racker erkundeten neugierig ihr neues Domizil und erkletterten die höchsten Stellen: Hochkommen war einfach, das Runterkommen gestaltete sich anfangs etwas schwieriger, klappte aber schließlich doch!

TierfreundLich e.V. nimmt nicht nur Haus- und Heimtiere sondern auch hilfsbedürftige Wildtierbabys in Obhut - darunter auch mutterlose und halbtot vor Hunger aufgefundene Waschbärbabys, die von mitfühlenden Menschen bei TierfreundLich e.V. zur Weiterversorgung abgegeben werden. Die Ursache, warum die kleinen Waschbären überhaupt aufgefunden werden, ist immer die Gleiche: Die für die Aufzucht notwendigen Muttertiere werden getötet - einige durch den Straßenverkehr, der weitaus größte Anteil von 92 % aber durch die Jagd, wenn man der sogenannten „Streckenliste“ der Unteren Jagdbehörde für das Jagdjahr 2012/13 Glauben schenken darf.
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Das der verwaiste Nachwuchs jämmerlich zugrunde gehen muss, wird offenbar in Kauf genommen, denn besonders die Waschbären werden von Seite der Jägerschaft als „… Plage, Gefahr für die Vogelwelt und als Gesundheitsgefährdung für Menschen“ dargestellt - eine Behauptung, die sich nach den wissenschaftlichen Auswertungen von wildbiologischen und forstzoologischen Untersuchungen längst als absolut falsch herausgestellt hat!
Danach ernährt sich der Waschbär als Sammler und Allesfresser immer von dem, was gerade im Überfluss da ist: Nüsse, Buchecker, Mais, Obst, Insekten, Regenwürmer, Schnecken, Amphibien. Der Anteil an Vögeln (inkl. Eier) beläuft sich dagegen auf 1,8 % - und das im Müritz-Nationalpark, wo es von Boden- und Höhlenbrütern nur so wimmelt! „Vogelkiller“, wie von der Jägerschaft dargestellt, sehen anders aus!
Ebenso wenig stellen die Waschbären ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar, denn in Mitteleuropa spielen sie als Überträger von Krankheiten und Seuchen keine Rolle. Die aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten über die Nahrungsökologie der Waschbären, die Auswirkungen der Waschbärenbesiedlung in Deutschland und Maßnahmen für eine nachhaltige Konfliktminimierung in menschlichen Siedlungen sind auf der Homepage von TierfreundLich e.V. unter

http://www.tierfreund-lich.de/wildtiere/waschbaeren

nachzulesen.

Waschbären werden aufgrund von Vorurteilen und Unkenntnis massiv verfolgt und bejagt, erschossen, erschlagen und ersäuft!
Nach der „Streckenliste“ der Unteren Jagdbehörde sind im letzten Jagdjahr insgesamt 1.400 Waschbären im Landkreis Gießen getötet worden, davon 1.287 Tiere durch die Jagd. Dazu kommt noch eine unbekannte Zahl der durch Nicht-Jäger erschlagenen und ersäuften Waschbären.
Geht man von der wissenschaftlichen Annahme aus, dass im Landkreis Gießen 3 - 4 Waschbären pro 100 ha leben, entspricht dies einer Tötungsrate von über 50 % der Waschbärpopulation! Kein Wunder, dass immer mehr verwaiste und dem Hungertod ausgesetzte Waschbär-Babys in menschlicher Nähe aufgefunden werden!

Die 10er Bande mit der Zorro-Maske bei TierfreundLich e.V. freut sich im Übrigen auf den Besuch von interessierten Wildtier-Freunden, die durch eine Futterspende oder Patenschaft die Versorgung von Waschbär, Igel und Co. unterstützen möchten (Infos unter www.tierfreund-lich.de, Tel.: 0700 84375424 oder 06404 64637, E-Mail: info@tierfreund-lich.de, Bankverbindung: Volksbank Mittelhessen eG, Konto-Nr.: 10659108, BLZ: 51390000, Stichwort: "Wildtiere").

 
 
 
 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 04.09.2013 um 16:20 Uhr
Ich glaube, es ist mit den Waschbären ähnlich wie mit den Stadttauben: Es gibt eine Gesellschaftsgruppe (hier die Jäger), die eine sehr große Lobby haben. Diese macht Stimmung gegen die Waschbären. Leider hat das auch dazu beigetragen, dass das aktuelle Hessische Jagdgesetz nicht gerade tierfreundlicher geworden ist. Aber: Die Tierschützer werden immer stärker. Wir werden früher oder später einen tierschutzgerechteren Umgang mit Wildtieren durchsetzen! Denn auch wir haben mittlerweile eine Lobby, und die wird immer größer!
Andrea Allamode
809
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 04.09.2013 um 19:24 Uhr
@Barbara: Ich seh das genauso! ;-)
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 08.09.2013 um 14:38 Uhr
Naja, inwieweit der Waschbär eine Gefährdung für den Menschen darstellt ist in der Tat fraglich und rechtfertigt nicht das Töten oder Ausrotten.
Ist denn nicht die größte aller Gefahren für den Menschen die, die vom Menschen selbst ausgeht ?
Auch wenn alle scheinbaren Gefahren für den Menschen auf der Welt ausgerottet wären, fände er keine Ruhe und Zufriedenheit.

Viel Glück und Erfolg, Ihr lieben Licher mit den Bäries !
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