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Eine Liga voller Licher – Auf den Spuren ehemaliger Licher Basketballakteure

Lich | Mit der gewählten Überschrift ist nicht die Ankündigung gemeint, dass die Licher Brauerei neuer Hauptsponsor der Basketball-Bundesliga würde und dies mit einem großzügigen Freibiergelage feierte. Nichtsdestotrotz geht es um die BBL und die sich in ihr tummelnden ehemaligen Licher Eigengewächse, Ex-Trainer und Spieler. Zur Überbrückung der langen Sommerpause wollen wir heute einen Blick auf große Namen werfen, die ihre Karriere einst in der beschaulichen Stadt an der Wetter starteten.

SENSATIONSCOMEBACK

Beginnen wir mit dem neuesten Verein im Reigen der Basketball-Bundesliga. Dank des SC Rasta Vechtas betritt in der kommenden Spielzeit ein Club die Bundesligabühne, der so gar nicht zur von der Ligaführung verordneten Gigantomanie zu passen scheint. Statt einer weiteren Metropole gelang der niedersächsischen Kleinstadt sensationell der BBL-Aufstieg. Und das, nachdem nur ein Jahr zuvor die sportliche Qualifikation für die Pro A geglückt war. Auf der Kommandobrücke des SC hält Patrick „Pat“ Elzie die Fäden in der Hand und steht wie kein zweiter für den kometenhaften Aufstieg des Clubs, den er seit 2009 als Headcoach betreut. Nach Stationen in Paderborn, Hamburg und Tübingen gelang ihm somit nach sieben Jahren die Rückkehr in die Beletage des deutschen Basketballs.

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Zu seiner aktiven Zeit spielte Pat auf den so genannten „langen Positionen“ unterm Korb, lief mit seinen 198 cm sowohl als Center als auch als Power Forward auf. Nirgendwo verweilte er dabei länger als in Lich, wo er in den Jahren 1989 bis 1994 seine Basketballschuhe schnürte. Mittelhessen scheint es dem US-Amerikaner übrigens angetan zu haben. Vor der Saison 2012/2013 absolvierte er mit seinem Team ein Trainingslager in Lich. Nach der gewonnenen Pro-A-Meisterschaft offenbar mit großem Erfolg!

CHEFKOCH IN DER NIEDERSÄCHISCHEN PROVINZ

Als Spieler zählte ein gewisser Stefan Koch zu „Pats“ Cheftrainern. Der gebürtige Licher führte die sportlichen Geschicke des TV 1860 Lich in den Jahren von 1988 bis 1993. Mit damals 24 Jahren war Lich die erste Station des jungen Coachs. Nach einigen kurzen Intermezzi in der zweiten Liga und beim ukrainischen Erstligisten Odessa (1995) folgte seine erste Bundesligastation beim SV Tally Oberelchingen (95-97). In den Folgejahren verschlug es ihn zurück nach Hessen, wo Koch zunächst die damals als Flippers bekannten Gießener trainierte und 1999 erster Trainer der neu gegründeten Frankfurt Skyliners wurde.

Dort holte er aus dem Stand den BBL-Pokal in die Mainmetropole und wurde zum Trainer des Jahres gekürt. Nach einem Jahr im österreichischen Kapfenberg (2002-2003) übernahm er 2003 die Erstligamannschaft aus Karlsruhe, bevor er anschließend nach Gießen zurückkehrte und die Mittelhessen bis ins Playoff-Halbfinale führte. Seiner Entlassung bei den 46ers folgte eine vierjährige Auszeit, die Koch erst 2010 mit seinem Engagement bei den Artland Dragons beendete. Dort quittierte er zum Ende der diesjährigen Spielzeit seinen Dienst, nachdem sich Quakenbrück relativ unrühmlich mit einem 3:0 aus dem Playoffrennen verabschiedete. Zur Begründung des Dienstendes führt er die mangelnde Nähe zu seiner Familie ins Feld. Fleißige Internetschreiberlinge leiten aus diesem Umstand eine mögliche Rückkehr Kochs nach Gießen ab. Hier dürfte jedoch der Wunsch Vater des Gedankens bleiben.

NIBELUNGENTREUE UND REKORDE

Kein Gerücht ist indes der prall gefüllte Trophäenschrank seines Bruders Michael. Zu seiner aktiven Zeit gewann der ehemalige Point Guard nicht zur sechs deutsche und vier griechische Meisterschaften. International strich er den Europapokal der Landesmeister ein (2000,
damals in den Diensten von Panathinaikos Athen) und gehörte zum sagenumwobenen Nationalmannschaftskader, der 1993 die Europameisterschaft für sich entschied. Seit 2005 leitete der jüngere der beiden Koch-Brüder die Mannschaft der Telekom Baskets Bonn. Dort reichte es „nur“ zu zwei Vizemeistertiteln (2008, 2009). In der vergangenen Woche vermeldete die Vereinsführung, den Vertrag mit Koch nicht mehr verlängern zu wollen. Zum Abschied lotste „Mike“ sein Team bis ins Playoff-Viertelfinale. In einer spannenden Serie unterlagen die Mannen in Magenta nur knapp mit 3:2 gegen Oldenburg. Doch auch posthum vollbringt der gebürtige Licher Rekordverdächtiges: Kein Trainer in der BBL war bis dahin länger unter Vertrag beim selben Verein. Satte acht Jahre war Koch in Bonn tätig. Gemessen an den Maßstäben des modernen Profisports ein seltenes Beispiel aufrichtiger Vereinstreue.

VON STOTTERTSTARTEN UND PLAYOFF-ERFOLGEN

Sein Trainerkollege Thorsten Leibenath war in derselben Zeitspanne bei fünf verschiedenen Vereinen unter Vertrag. Nachdem es den langjährigen Assistenztrainer der Gießen 46ers für ein Jahr nach Großbritannien zog (Scottish Rocks), kehrte Leibenath 2007 an seine alte Wirkungsstätte zurück. Es folgten zwei harte Spielzeiten bei den Artland Dragons (das Team verpasste die anvisierte Playoff-Qualifikation stets knapp) und ein kurzes Gastspiel beim Pro-A-Team aus Osnabrück.
Zuvor überbrückte Leibenath seine vereinslose Zeit bei der dritten Mannschaft des TV Lich – und kehrte damit zu jenem Club zurück, dem er in den Jahren 1993 bis 2000 erst als Spieler, zuletzt als Co-Trainer angehörte.
Ein klassischer Stotterstart in die Karriere als Cheftrainer. Entsprechend kritisch beäugten die Ulmer Fans die Entscheidung ihres Managements, als Leibenath im Mai 2011 als neuer Headcoach präsentiert wurde. Doch er strafte die Kritiker Lügen: Bereits im ersten Jahr führte Leibenath sein Team ins Meisterschaftsfinale. Nachdem Ulm viele Jahre im Niemandsland der Liga verweilte ging man zunächst von einem einmaligen Ausreißer nach oben aus. Weit gefehlt: Auch in dieser Spielzeit steht ratiopharm Ulm im Playoff-Halbfinale – souverän, mit viel Spielwitz und einem langjährigen Licher Protagonisten an der Seitenauslinie.

ZU HAUSE IN DEN HALLEN DER BASKETBALL BUNDESLIGA

Beenden möchten wir unsere Reise noch einmal mit einem Blick ins beschauliche Quakenbrück. Dort war nach dem oben thematisierten Abgang Stefan Kochs der Trainerposten vakant. In seine Fußstapfen trat kürzlich Tyron McCoy, der zuvor bereits als Assistenztrainer im Artland tätig war. Der ehemalige Shooting Guard verbrachte 11 Jahre seiner aktiven Karriere in Deutschland. Bevor er sechs Jahre zum Bundesligateam der EWE Baskets Oldenburg gehörte, stempelte McCoy seine Arbeitszeitkarte drei Jahre lang im schönen Hessenland. Nach seiner ersten Bundesligastation in Gießen gehörte er 1999/2000 dem Bundesligateam der Licher BasketBären an. Seine 23 Punkte, 5 Rebounds und 3,5 Assists im Schnitt haben sich in die Erinnerung der heimischen Fans gebrannt. Nach dem Abstieg der Licher verschlug es ihn nach Frankfurt zu seinem alten Trainer aus Gießener Tagen: Stefan Koch.

 
 
 

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