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Gelebte Völkerverständigung- Internationaler Garten Lich feiert 1.Geburtstag

Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (6., 7. & 8. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (6., 7. & 8. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
Lich | Der Internationale Garten Lich feiert seinen ersten Geburtstag. Jahrzehntelang lag das 3.300 Quadratmeter große Grundstück zwischen dem Schlosspark und dem Seniorenzentrum brach. Nach zweijähriger Vorarbeit blühen dort seit Mai 2012 Blumen, gedeihen Obst und Gemüse- ein besonderer Ort der Kulturen übergreifenden Begegnung wurde geschaffen. Pünktlich zum Einjährigen wurde nun auch der Zaun fertiggestellt.

Der Gartengeburtstag wurde am vergangenen Mittwoch mit einem fröhlichen Gartenfest gefeiert. Neben den Pächtern, Helfern und Sponsoren waren als prominente Unterstützer auch Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich, Landrätin Anita Schneider und Lichs Bürgermeister Bernd Klein gekommen.

Puttrich betonte, bei einem solchen Projekt gehe es um mehr als den augenscheinlichen Anbau von Obst und Gemüse- um Begegnung und Austausch. Schneider nannte den Internationalen Garten einen „Ort der guten Nachbarn“ die durch ein gemeinsames Hobby, das Gärtnern, verbunden seien.

Tatsächlich scheint die Pächter der 17 Parzellen auf den ersten Blick mehr zu trennen, denn zu verbinden: Sprache, Religion, kulturelle Weltanschauung.
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Sie stammen aus Deutschland, der Türkei, Kanada, Vietnam, Frankreich und Russland. Vereint sind sie jedoch durch das gemeinsame Ziel, einen eigenen Garten inmitten einer friedlichen Gartengemeinschaft zu bewirtschaften. Wichtig war bei der Vergabe der Pachten, erklärte Barbara Gümbel vom Forum für Völkerverständigung Lich e.V., unter dessen Trägerschaft das Projekt läuft, dass die Familien aus der Licher Kernstadt stammen und sonst keine Chance auf einen eigenen Garten hätten. Die Pacht ist mit nur 20 Cent pro Quadratmeter sehr günstig und auch für finanziell schwächer Gestellte bezahlbar.

Nur Dank vieler fleißiger freiwilliger Helfer und Sponsoren konnte das Projekt realisiert werden. Rund 30.000 Euro hat der Internationale Garten Lich bisher gekostet- allein 10.000 Euro davon der neue Zaun, so Gümbel. Das Hessische Ministerium für Umwelt steuerte 5.000 Euro zum Zaun bei, weitere 3.500 Euro die Sparkassenstiftung. Die restlichen Kosten übernahm die Gießener Stiftung „Anstoß“.
Auch viele lokale Unternehmer, Firmen und Privatpersonen sind von Anfang an als Unterstützer mit dabei. Das Rondell wurde durch Spenden der Hof Apotheke Lich und eines Spenders, der namentlich nicht genannt werden wollte, ermöglicht. Die OVAG stiftete
Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (8.,9. & 10. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (8.,9. & 10. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
1.200 Hainbuchen zur Umfriedung des Gartengeländes. Zwei Licher Geburtstagskinder verzichteten 2012 auf eigene Geschenke und spendeten stattdessen 1.270 Euro an das Projekt. Landschaftsarchitektin Susanne Jakobs entwarf den Garten kostenfrei. Serdar Isik setzte den Entwurf vergünstigt maßstabsgetreu um. Landschaftsgärtnermeister Walter Reber von der Gärtnerei Blumen Volz stand den Hobbygärtnern bisher mit Rat und Tat zur Seite. Demnächst möchte er mit Berufsschülern die Pflasterung der Wege übernehmen.

Auf die befahrbaren und leicht begehbaren Wege warten bereits sehnsüchtig die Senioren aus dem benachbarten Seniorenzentrum. Für sie sollen zudem Schattenplätze und Bänke zum Verweilen auf ihren Spaziergängen durch die Gartenanlage entstehen.

Um die Gemeinschaftsanlage zu vervollkommnen sind auch weiterhin Geld- und Sachspenden willkommen. Eine Geräte- und eine Grillhütte, ein großer Rasenmäher, sowie ein Sandkasten für die Kinder stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Detmar Hönle und Barbara Gümbel vom Forum für Völkerverständigung Lich e.V. geben gerne Auskunft. E-Mail: D.Hoenle@web.de und b-guembel@t-online.de

Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (6., 7. & 8. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
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Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Bernd Klein und Umweltministerin Lucia Puttrich (8.,9. & 10. von links) feiern gemeinsam mit den Pächter, Helfern und Sponsoren den ersten Gartengeburtstag.
Landrätin Anita... 
Umweltministerin Lucia Puttrich und Bürgermeister Bernd Klein helfen einem Nachwuchsgärtner an der neuen Wasserpumpe.
Umweltministerin Lucia... 
 
Umweltministerin Lucia Puttrich (4.von links), Bürgermeister Bernd Klein (ganz rechts) mit Pächtern und Helfern
Umweltministerin Lucia... 
 

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.240
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 17.05.2013 um 11:15 Uhr
Danke Frau Kowollik für ihren informativen Beitrag.

Seit einiger Zeit bin ich ehrenamtlicher Helfer in einem Schulgarten und kenne mich deswegen etwas mit den entstehenden Kosten für einen gut gepflegten Garten aus. Der Schulgarten hat etwa die gleiche Größe und die anfallenden Kosten sind bei weitem nicht 30 Tsd. Euro.

Ich finde es gut, das die Initative das Geld zusammen betteln konnte (weniger gut, das sich jetzt in der Wahlkampfzeit Politiker auf Pressefotos glauben tummeln zu müssen ... ist aber ein anderes Thema), aber ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere Leser sich spontan sagt: Ohh, das wäre auch etwas für meine Stadt / Gemeinde. Diesen Lesern sei gesagt, es geht zumindest für den Anfang mit viel weniger Geld (ein paar Hunderter reichen ...). Dann ist am Anfang der Zaun "etwas klapprig" und die Wege nicht mit Rollatoren nicht so gut befahrbar, weil mit Rindenmulch hergestellt, aber wenn "es läuft" kann eben Stück für Stück der Garten verbessert werden.

Also, liebe Leser sich nicht kirre machen lassen - ein Grundstück ausgucken, anmieten und mit einer handvoll Mitbürgern einfach los legen.
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Christiane Kowollik
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