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Volker Bouffier war Ehrengast bei Obermeisterversammlung der Kreishandwerkerschaft Gießen

Obermeistertagung in der Licher Privatbrauerei: von links Licher-Geschäftführer Dr. Ulrich Peters, Björn Hendrischke, Walter Kwartnik, Volker Bouffier und Klaus Repp.
Obermeistertagung in der Licher Privatbrauerei: von links Licher-Geschäftführer Dr. Ulrich Peters, Björn Hendrischke, Walter Kwartnik, Volker Bouffier und Klaus Repp.
Lich | Ehrengast der Obermeisterversammlung der Kreishandwerkerschaft (KH) Gießen in den "Hardtberggärten" der Licher Privatbrauerei war Ministerpräsident Volker Bouffier, ebenso begrüßt von Kreishandwerksmeister Walter Kwartnik wie Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden. In der KH sind 19 Innungen mit insgesamt 1546 Handwerksbetrieben zusammengefasst. Stellvertretende Kreishandwerksmeister sind Hartmut Gall (Langd) und Klaus Freitag (Gießen). KH-Hauptgeschäftsführer ist Björn Hendrischke, Geschäftführer Uwe Bock, der auch den Haushalt der Kreishandwerkeschaft 2012, der sich insgesamt in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen bei rund 2,1 Millionen Euro bewegt, erläuterte. Die Obermeisterversammlung entlastete daraufhin Vorstand und Geschäftsführung einstimmig.
In seinem Bericht bescheinigte Kwartnik dem Handwerk einen "guten Stand". Es waren vor allem die Eigenhimbesitzer, die dem Handwerk in 2012 zu einem starken Boom verholfen haben. "Haus- und Wohnungseigentümer stecken derzeit
angesichts unsicherer Zeiten ihr Geld bevorzugt in den Ausbau der eigenen Häuser und Wohnungen", stellt der Kreishandwerksmeister fest, sei es in energetische Maßnahmen wie Wärmedämmungen, Heizungen und Fenster, in Dachsanierungen oder auch in wertsteigernde Inneneinrichtungen. So hat die Finanz-, Euro- und Staatsschuldenkrise auf das Handwerk keinen nennenswerten
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negativen Auswirkungen. "Bis jetzt noch nicht", schränkte Kwartnik ein, wobei er alledings auch für 2013 angesichts einer für das Handwerk robusten Konjunktur von einer zufriedenstellenden bis guten Entwicklung ausgeht. Zumal laut jüngster Umfrage 81 Prozent der befragten hessischen
Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage als gut bezeichnen.
Insgesamt 10.500 junge Menschen befanden sich 2012 im hessischen Handwerk in einer Ausbildug, 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Kammerbezirk Wiesbaden wurden 3557 Lehrverträge neu abgeschlossen (minus 2,5 Prozent). Auf Kreisebene Gießen bedeuten 491 im letzten Jahr neu abgeschlossene Lehrverträge ein Plus von einem Prozent. Mit Kammerpräsident Repp ist sich der Kreishandwerksmeister einig, dass angesichts des immer spürbarer werdenden Fachkräftemangels ein intensives Werben um den Nchwuchs und vor allem um ausbildungsfähige junge Menschen Hauptaufgabe nicht nur erst der Zukunft ist.
Repp verwies auf die seit drei Jahren laufende bundesweite Imagekampagne des Handwerks und die ergänzende hessische Nachwuchskampagne zur Werbung - beginnend schon in den Schulen - von Lehrlingen und damit künftigen
Mitarbeitern. "Wir haben längst erkannt, dass wir Lehrstellenbewerbern den roten Teppich ausrollen müssen, um sie für das Handwerk zu gewinnen", so Repp, was jedoch angesichts geburtenschwacher Jahrgänge und dem Trend zu
höheren schulischen Abschlüssen keine einfache Auafgabe sei. Der diesbezügliche "Markt" habe sich gedreht. Das Handwerk könne nicht nur nicht mehr aus einem Überangebot auswählen, sondern müsse zunehmend junge Menschen
erst einmal an den Beruf heranführen. Konsequenz sei daher auch eine Anpassung des Ausbildugsangebotes an die Realitäten, inklusive einer frühzeitigen Beruforientierung an den Schulen.
Angesichts derzeitlichen Nähe wichtiger Wahlen in Bund und Land machte Ministerpräsident Bouffier deutlich, dass die Urnengänge im September, speziell auch in Hessen, "politische Weichenstellungen" gerade auch für Mittelstand und Handwerk bringen werden. Beispiel: die Ausschreibung
öffentlicher Aufträge. Die infolge der Krise 2008 handwerksfreundlich und praktikabel geänderten Vergabekriterien wolle die CDU in ihrer bestehenden, weil erfolgreichen Form fortschreiben, die "politische Konkurrenz" dagegen mit weiteren Bedingungen befrachten: Frauenquote, ökologische Ausrichtung des Betriebs und eine Befürwortung des gesetzlichen Mindestlohnes beispielsweise. All das führt laut Bouffier zum Ausschluss - wie es sich in Nordrhein-Westfalen zeige - von 90 Prozent aller Handwerkebetriebe, weil sie schlicht nicht mithalten könnten. Derartige "gesellschaftsverändernde Auswirkungen durch eine steuernde Gesetzgenbung" lehnt Bouffier entschieden
ab, weil sie, was völlig falsch wäre, Handwerk und Mittelstand als "Kernstück unseres Wohlstandes" antasten. Gleichwohl ist für den Ministerprädisenten klar, "das ordentliche Löhne gezahlt werden müssen", was aber bei an Tarife gebundenen Innungsbetrieben eine Selbstverständlichkeit sei.
"Gesellschaftsveränderungen durch Umverteilung" hatte laut Bouffier nie nachhaltigen Erfolg. Es gelte, in Deutschland die mittelständische Struktur zu erhalten und zu stärken und nicht durch "fabelhafte Ideen" zu drangsalieren und zu strangulieren. Bouffier ging auf eine Vielzahl von aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen ein, vom "irren", weil
vollig ungerechten und deshalb zu ändernden System des
Länderfinanzausgleich, ohne das Hessen bereits heute schuldenfrei wäre, über die bei der Ladtagswahl auch zu treffende Grundstzentscheidung, ob es in Hessen weiterhin ein gegliedertes, an den Bedürfnissen und Fähigkeiten der
Kinder orientiertes oder aber ein Einheitsschulsystem geben werde bis hin zum Frankfurter Flughafen als Weltdrehscheibe und Jobmotor in und für Hessen. Weil die Hessen laut Bouffier "wenig Anlass haben, ein Erfolgsland in Schwierigkeiten zu bringen", komme der Wahlentscheidung im September
richtungsweisende Bedeutung zu.

Obermeistertagung in der Licher Privatbrauerei: von links Licher-Geschäftführer Dr. Ulrich Peters, Björn Hendrischke, Walter Kwartnik, Volker Bouffier und Klaus Repp.
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