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ICE hält nicht in Lich

Lich | Der Vergleich des SPD-Nominierungsparteitags mit Bahnhöfen und Zugtypen mag ungewöhnlich anmuten, er zeigt aber sehr deutlich, welches Verständnis man dort von guter Politik hat.
Dass gerade eine Parallele zwischen der Politik des noch amtierenden Bürgermeisters und dem schnellsten deutschen Zug gezogen wird, kann kein Zufall sein, handelt es sich doch dabei um den Zugtyp, der – gerade bei großer Belastung – die häufigsten Ausfallerscheinungen zeigt. Zeitgleich ist der ICE der Zug, der eben nur bestimmte Städte anfährt und dementsprechend und aufgrund der höheren Fahrkartenpreise nicht alle mitnehmen kann. Gute Politik sollte aber die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger vertreten und nicht nur die einer privilegierten Auswahl.

Es ist doch signifikant, wenn von einer Reihe von Erfolgen geschrieben wird, diese aber nicht genannt werden. Bereits für sich stehend – aber erst recht im Vergleich zu der positiven Entwicklung Lichs unter Ludwig Seiboldt – kann man die Erfolge des amtierenden Bürgermeisters an einer Hand abzählen, was für fünf Jahre Amtszeit wahrlich keine Leistung ist. Und ein Bürgermeister, der das aktuelle Verkehrskonzept als Erfolg verbucht, ist definitiv nicht mit seinem Ohr und seinem Handeln bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gewerbetreibenden.
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Wie kann der noch amtierende Bürgermeister tatsächlich und glaubwürdig davon reden, bis 2020 sollten in allen Licher Scheunen Ferienwohnungen vorhanden sein, wenn doch zeitgleich festgestellt werden muss, dass die Tourismuszahlen in Lich ein Minus von 19 Prozent aufzeigen (zum Vergleich: der Landkreis hat ein Plus von 8 Prozent, der Regierungsbezirk ein Plus von sogar 16 Prozent). Dies muss offensichtlich aus der gleichen Ecke stammen wie die „Vision“ eines Bundesumweltpreises für die Stadt Lich – bis zum heutigen Tage wurde es aber unter dem jetzigen Bürgermeister nicht geschafft, zumindest ein Energiekonzept vorzulegen.

Vor der Wahl im Jahr 2007 versprach der Bürgermeister unter anderem, es sei sein vorrangiges Ziel, Lich zu einem bevorzugten Standort für Gewerbetreibende zu machen. Mehr noch: Er wollte die Attraktivität Lichs als Einkaufsstadt stärken und damit die Schließung von Geschäften verhindern; zeitgleich erklärte er die Wirtschaftsförderung zur „Chefsache“, wollte neues Gewerbe ansiedeln und die vorhandenen Gewerbeflächen endlich vermarkten. Nichts dergleichen ist passiert.

Der „Bummelzug“ Ludwig Seiboldt, wie er von der SPD liebevoll genannt wurde, war derjenige, der kleinschrittig vorgegangen und nicht sinnlos davongerast ist. Gute Politik braucht nicht Tempo 300, sondern den ruhigen und langen Atem, Ziele langfristig anzugehen und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Sonst bleibt vieles auf der Strecke bzw. links und rechts liegen. Die Ära Seiboldt hat die Stadt Lich in einer Weise positiv geprägt, die für kommende Generationen beispielhaft ist (einige wenige Beispiele: Altstadtsanierung, Umgehungsstraßen, Sicherung der Wasserver- und -entsorgung, Kläranlage, Hessentag, Aufwertung der Stadtteile u.v.a.m.).
Im Übrigen: Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen, die es nötig haben, sich selbst als „Team-Player“ zu bezeichnen, genau das nicht sind. Was bringt es, in einem Wahljahr auf einmal auf alle Veranstaltungen der Vereine zu gehen, damit man auf einem Foto „lächeln“ kann, wenn man das vorher nicht für nötig hielt? Authentizität ist etwas Langfristiges und muss wachsen, und das werden die Licher Bürgerinnen und Bürger wissen, wenn am 22. September der neue Licher Bürgermeister gewählt wird.

Lich braucht einen Bürgermeister, der für alle Bürgerinnen und Bürger da ist, für ihre Sorgen und Nöte, und der sich selbst nicht zu sehr rausstellt, indem er sich sogar mit Jesus vergleicht. Insofern kann man sich als motivierter und engagierter Licher nur freuen, dass der Bürgermeister in den ICE eingestiegen ist oder man ihn sogar für diesen Zug hält, denn der ICE hält nicht in Lich.

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von:  Silja Meinhart

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