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ACE-Kreisvorsitzender Peter Kirch: Handy am Ohr "macht kreativ"

Lich | Autofahrer werden immer erfinderischer, wenn sie mit dem Handy am Ohr im Straßenverkehr erwischt werden, meint der ACE Kreisvorsitzende Peter Kirch aus Lich. So seien immer mehr Fahrer zu beobachten, die nur mit einer Hand am Lenkrad unterwegs sind. Kirch hat einmal die „Top Five“ der Ausreden herausgesucht:
Akku: Ein Autofahrer behauptete, das Gerät nicht zum Telefonieren, sondern als „Wärmeakku“ gegen Ohrenschmerzen benutzt zu haben. „Unglaubhaft“, so das Oberlandesgericht (OLG) Hamm. Die Ausrede schütze nicht vor dem Bußgeld (was in diesem Falle 70 Euro ausmachte). Schon „das Halten des Telefons an das Ohr“ lasse den eindeutigen Schluss zu, dass der Betroffene „auch wirklich telefoniert“ habe. (AZ: 2 Ss OWi 606/07).
Kieferstütze: Ein Amtsrichter in Sondershausen (Thüringen) glaubte nicht, dass der Unterkiefer eines Autofahrers „hin und wieder wackele“ und er das Handy nur als Stütze eingesetzt habe. Der Mann brachte vor, „straffrei auszugehen, wenn er ein anderes Hilfsmittel benutzt hätte“. Vergebens. (AZ: 475 Js 4671/06)
Rasur: Ein Autofahrer gab zu Protokoll, er habe sich mit einem Akkurasierer den Bart gestutzt und die Lippen zur Radiomusik bewegt. Die Richter am OLG Hamm seiften ihn nachträglich ein, weil er die Aussage gegenüber der Polizei nicht schon mit dem vermeintlichen Rasierapparat getroffen habe. (AZ: 2 Ss OWi 528/06).
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Diktat: Ein Geschäftsmann gab an, „nur diktiert“ zu haben. Das Thüringer OLG ließ sich darauf nicht ein und urteilte, dass eine „mentale Ablenkung eines Fahrzeugführers infolge der Benutzung eines Mobiltelefons“ nicht alleine von der Benutzung als Telefon ausgehe, sondern auch vom „Diktieren“. (AZ: 1 Ss 82/06)
Stütze: Behauptet ein Autofahrer entgegen den Beobachtungen eines Polizisten, sich mit dem Arm an der Fahrertür abgestützt statt mit dem Handy „am linken Ohr“ telefoniert zu haben, so ist der Aussage des Polizisten nach einem Urteil des OLG Hamm eher zu glauben als dem „Täter“. (AZ: 2 Ss 228/07).
Leider, so Kirch, schreckt ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und das Bußgeld von 40 Euro immer noch zu wenig ab, um Autofahrer davon abzuhalten, sich und andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

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