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Zur Pause ist schon alles entschieden: Lich chancenlos gegen Hagen

Lich | Das der heimische Basketball-Zweitligist LTi Lich sein Heimspiel gegen Phoenix Hagen, den Tabellenzweiten der Pro A, gewinnen würde, davon sind aufgrund des deutlichen 70:124-Hinspielergebnisses die 500 Zuschauer in der Dietrich-Bonhoeffer-Halle wohl nicht ausgegangen. Erwartet hätten die treuen Anhänger des Licher Basketballs, deren gleichbleibend positive Einstellung angesichts der ausbleibenden sportlichen Erfolge fast schon bewundernswert ist, jedoch wohl etwas mehr Engagement von großen Teilen der Heimmannschaft.

Am Ende war es dann auch gar nicht die Höhe der 59:99-Niederlage, die Lichs Trainer Alexander Biller so fuchste, dass er erst überhaupt keinen Kommentar abgeben wollte, sondern die Art und Weise, wie sich seine Mannschaft dem Heimpublikum verkauft hatte. Die rein hypothetische Frage, wie dieses Heimspiel wohl verlaufen wäre, wenn Lich sich in der aktuellen Besetzung eine ganze Woche lang mit konzentriertem Training auf Hagen hätte vorbereiten können, wollte Biller dann auch gar nicht beantworten: „Die Frage stellt sich überhaupt nicht. Es ist vielmehr so, dass wir uns so nicht präsentieren dürfen. Das ist keine Art, daran müssen wir arbeiten.“

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So schlecht hatte die Partie aus Licher Sicht eigentlich gar nicht begonnen. Nach sieben Minuten lagen die Gastgeber im ersten Viertel mit 13:14 hinten, verloren den ersten Durchgang dann aber deutlich mit 19:28. Weshalb es dann jedoch wieder einmal fünf Minuten dauerte, bis Lich durch zwei Freiwürfe von Theo Tarver eine fünfminütige Punkteflaute beenden konnte, das war wohl nicht nur mit der übermächtigen Stärke des Gegners zu erklären.

Nach 15 gespielten Minuten lag Phoenix Hagen mit 44:19 vorne, führte zur Halbzeitpause mit 60:29 – das Spiel war entschieden. Gleich mehrere Faktoren führten zu diesem Einbruch bei LTi Lich. Rückkehrer Jesse Bunkley war am Donnerstag in Lich angekommen, fand aber nie einen Zugang zu diesem Spiel. In der Hinrundenbegegnung war Bunkley mit 31 Punkten noch bester Werfer der Licher, diesmal gelang ihm kein einziger Punkt. Lediglich am Freitagabend konnten die Licher komplett trainieren, den Rest der Vorbereitungswoche waren lediglich zwei bis vier Spieler trainingsfähig. „Ich hatte trotzdem nach dem Abschlusstraining am Freitag ein gutes Gefühl. Zumindest dachte ich, dass es nicht so schlimm werden würde“, meinte Biller anschließend.

Was beim Auswärtsspiel beim FC Bayern München noch gelang schlug diesmal ins komplette Gegenteil um. Fast hatte man den Eindruck, dass bei vielen Licher Spielern schon Mitte des zweiten Viertels jede Gegenwehr fehlte. Auf zwei Spieler der Gastgeber traf diese Aussage jedoch nicht zu: Der 20-jährige Mathias Perl markierte 14 Punkte und verteilte sechs Assists an seine Mitspieler – wohl die bislang beste Saisonleistung Perls und auch ein deutlicher Hinweis darauf, dass er auf dem besten Weg ist, in den nächsten Jahren den Sprung vom Talent zum Führungsspieler zu schaffen. Und auch Center Matthias Michalowicz, dem vor Saisonbeginn kaum jemand Zweitligareife zugesprochen hatte, überzeugte mit neun Punkten sechs Rebounds, zwei Assists und einem Ballgewinn – neben einer sehr guten Verteidigungsleistung. Headcoach Alexander Biller konnte diesem Spiel ansonsten nur noch einen positiven Nebenaspekt abgewinnen: „Immerhin haben wir die zweite Halbzeit nur mit 30:39 verloren, das geht ja. Aber wenn wir in einem Viertel gegen so eine Mannschaft komplett auseinander brechen, dann sieht es eben böse aus.“

Noch ist für Lich nicht alles verloren, man ist immer noch punktgleich mit Schalke und Heidelberg. Ob jedoch die aktuell verletzten Rolf Scholz und Jannik Freese noch im Februar auf das Spielfeld zurückkehren können, ist noch offen. Für den Langzeitverletzten Richard Poiger wird eine Rückkehr wohl erst Ende März möglich sein. Bis es soweit ist, muss aus der aktuellen Besetzung wieder eine verschworene Einheit werden.

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