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Jakobskreuzkraut- was ist in Futterflächen zu beachten - Achtung Terminänderung in Münzenberg

Koppel im heimischen Raum
Koppel im heimischen Raum
Lich | Jakobskreuzkraut – in Futterflächen zu beachten - Exkursionen in Reiskirchen und Münzenberg (neu 9.8)

Die goldgelben Blüten des Jakobskreuzkrautes ( Senecio jacobaea ) und weiterer Vertreter der Familie Senecio erfreuen nun manchen Betrachter. Beim Vorkommen der Pflanze auf landwirtschaftlich genutzten Grünlandflächen stellt diese aber eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Nutztiere dar. Die in Europa heimische zwei- oder mehrjährige Pflanze wird 30 cm bis ca. 100cm hoch. Im ersten Jahr besteht sie nur aus großen, ca. 20 cm langen Grundblättern. Im zweiten Jahr entwickelt sich der Stängel und der Blütenstand. Sie blüht von Juni (der 25. Juli ist Jakobstag) bis Oktober, ist sehr anpassungsfähig und so oft bis in den Winter anzutreffen. Für viele Insekten ist es eine wichtige Blütenpflanze. Diese hat sich jedoch durch Ursachen, an die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen kann, im letzten Jahrzehnt auf Futterflächen stark ausgebreitet.
Die höchsten Konzentrationen der bedenklichen Pyrrolizidin-Alkaloide finden sich in den Blüten und in den jungen, sattgrünen Pflanzen im Rosetten-Stadium, die im April
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auf Wiesen und Weiden erscheinen und so schnell wie möglich beseitigt werden sollten. Die nun blühenden Pflanzen sind möglichst mit der nicht stark ausgebildeten Wurzel zu entfernen. Die eigentliche Giftwirkung geht von den Abbauprodukten der Pyrrolizidin-Alkaloide im Verdauungstrakt und in der Leber aus. Neben meist unheilbaren, akuten Vergiftungen können chronische Vergiftungen entstehen, da das Gift eine akkumulierende Wirkung hat. Folgen sind u.a. Leberschäden (Seneciose, Schweinsberger Krankheit) bis zum Tod der Tiere. Pferde werden als besonders empfindlich beschrieben, gefolgt von Rindern und Schafen sowie Ziegen.
Zwar meiden ältere Tiere oft die größeren Pflanzen, die einen unangenehmen Geruch und Bitterstoffe aufweisen, aber bei unerfahrenen Jungtieren und auf stark überweideten Flächen besteht eine erhöhte Gefahr der Aufnahme. Besonders bedenklich ist das Jakobskreuzkraut, wenn es in Heu oder Silage gelangt. Gerade spät geschnittenes Pferdeheu kann die Blüten der Pflanze enthalten. Durch die Trocknung vermindern sich die Bitterstoffe und der abschreckende Geruch, die Schadwirkung bleibt aber bestehen.
Senecio jacobaea tritt zunehmend auf extensiv bewirtschaftetem Grünland und in Weiden auf. Eine vermehrte Ausbreitung konnte ich in Gewerbegebieten beobachten. Auch Ödland, Straßen- und Wegränder gehören zum Habitat. Von dort breitet es sich gern in landwirtschaftliche Futterflächen aus. Es bevorzugt trockene bis wechselfeuchte Standorte und lückige Bestände. Als Lichtkeimer bieten sich dem Jakobskreuzkraut ideale Keimbedingungen bei Verletzungen der Grasnarbe durch Trittschäden und durch die fehlende Konkurrenz von Gräsern aufgrund von Überbeweidung, Nährstoffmangel bzw. vernachlässigter Nachmahd und Nachsaat. Einzelpflanzen können mit der Hand oder einem Unkrautzieher herausgezogen werden (wetterfeste Handschuhe). Mechanisch kann eine mindestens zweimalige Mahd erfolgen, welche am besten durchzuführen ist, wenn die Hälfte der Pflanzen offene Blüten zeigt. Eine chemische Behandlung darf nur von sachkundigen Personen auf erlaubten Flächen durchgeführt werden. Hier sollte einer Einzelstellenbehandlung vor dem Spritzen ganzer Flächen der Vorzug gegeben werden und es sind einige Besonderheiten zu beachten. Durch chemische Behandlungen lassen sich auch nicht die Ursachen beseitigen. Sachkundige Personen können sich hierzu gerne an mich wenden. In allen Fällen sind die Pflanzen am besten zu verbrennen (nicht auf den Kompost oder Mist), da die entfernten Pflanzen noch nachreifen können und eine Pflanze bis 150 000 flugfähige Samen mit bis zu 20 Jahren Keimfähigkeit ausbilden kann. Tierhalter und Erzeuger von Grundfutter sollten auf eine geschlossene Grasnarbe und ein optimiertes Grünlandmanagement Wert legen. Ebenfalls hilfreich ist es, sich bereits im Erkennen der Rosette zu üben , auch wenn die höchsten Giftkonzentrationen erst später in der Blüte auftreten. Jakobskreuzkraut sicher von anderen unschädlichen Weidepflanzen unterscheiden zu können, kann durch praktische Grünlandexkursionen nachhaltig gelernt werden. Zu diesem Thema werden am 28.07 in Reiskirchen um 17:30 und am 09.08 (Terminänderung wegen Waldgesetz) in Münzenberg Exkursionen stattfinden. Herzlich eingeladen sind besonders Landwirte, Tierhalter, Erzeuger von Grundfutter, Naturfreunde sowie alle interessierten Leser.

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