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Lich will mit Serviceoffensive „Q-Stadt“ werden

Lich | In Zeiten leerer kommunaler Kassen und lokaler Finanzierungsdefizite stellt sich vielen Städten und Gemeinden die Frage, wie die Attraktivität des Ortes mit einfachen Mitteln relevant gesteigert werden kann. Gleichzeitig stellen sich viele Gewerbetreibende die Frage, inwieweit sie ihre Servicequalität verbessern können. Denn die lokale Konkurrenz um die Gunst des Kunden hängt stark mit der Attraktivität des Ortes zusammen. Touristen die beim Einkaufen Sätze, wie: „Wenn’s nicht im Regal steht, haben wir’s nicht!“, „Fragen Sie doch meine Kollegin“, „Bin ich nicht für zuständig!“ hören, werden sich überlegen, ob sie die Stadt nochmal aufsuchen. Umgekehrt bietet sich eine Stadt mit vielen Dienstleistungsangeboten, die von Besuchern empfohlen werden, als ein attraktives Ausflugsziel an. Die Stadt Lich, die stark auf Tourismus und regionale Bekanntheit setzt, versucht nun die „Schere“ aus Servicequalität und städtischer Attraktivität zusammen zu führen und im Zuge einer Zertifizierung zur Qualitätsstadt („Q-Stadt“) einen Nachweis der eigenen Bemühungen bei diesem Thema zu erbringen.
Gefördert wird das Projekt vom Land Hessen,
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vom Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern und diversen weiteren Verbänden und Organisationen. Das angestrebte Zertifikat sei keineswegs nur ein weiteres Siegel, sondern es ist das erste Qualitätsmerkmal, das die Dienstleistungsqualität berücksichtigt, betont Sven Wolf von der Koordinierungsstelle des Hessischen Tourismusverbands, der den operativen Teil des Zertifizierungsverfahrens übernimmt. Im Vordergrund stehe die Steigerung des Qualitätsbewusstseins innerhalb der teilnehmenden Betriebe.
Die ersten Workshops für interessierte Betriebsinhaber aus Lich fanden bereits an vergangenen Wochenenden statt. Bei diesen Treffen, an denen etwa 26 Betriebe den Bereichen Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Gesundheitswesen und Handwerk sowie die Stadtverwaltung Lich teilnahmen, wurde die Problematik und die nötigen Schritte zur Verbesserung der Dienstleistungssituation besprochen. Das Ziel der Zertifizierung, die von Dr. Eric Werner-Korall vom örtlichen Gewerbeverein initiiert wird, ist es die Image- und Servicequalität des Handels, der Gastronomie und der Verwaltung gegenüber Kundschaft, Gästen, Bürgern und Öffentlichkeit zu verbessern. „Es genügt heute nicht mehr, den Kunden oder Besucher nur zufrieden zu stellen, viel mehr möchte dieser begeistert sein. Erst der Zustand der Begeisterung führt dazu, dass der Kunde wiederkommt, nicht abwandert, den Standort weiter empfiehlt und auch weniger preissensibel reagiert“, erklärt Sven Wolf von der Koordinierungsstelle des Verbands.
Dr. Werner-Korall erklärt das Zertifizierungsverfahren wie folgt: „Die Betriebe treffen verbindliche interne Maßnahmenpläne. Dies ist am vergangenen Samstag geschehen. Darauffolgend wurden diese Maßnahmen in einer gemeinsamen Sitzung mit Bürgermeister Bernd Klein präsentiert und beraten, wie eine „Q-Stadt Lich“ entstehen kann. Hierfür müssen sich mindestens 15 Betriebe zu den gemeinschaftlich beschlossenen Maßnahmen verpflichten. „Nach aktuellem Stand wollen bereits 24 Betriebe mitmachen“, so Klein. Bei erfolgreicher Rekrutierung würde sich Lich in eine Reihe mit anderen Q-Städten - Dieburg, Gelnhausen, Oberursel und Rüdesheim am Rhein- stellen.
Auch die Stadtverwaltung Lich wird mit dem im vergangenen Jahr eingerichteten Bürgerbüro an der Serviceverbesserung „am Serviceversprechen an seine Bürger, Kunden und touristischen Gäste. mitarbeiten.“ So sollen die Serviceketten den Anforderungen der Bürger gerecht werden. „Mit einer One-Stop-Government-Strategie soll die Wartezeit der Kunden verkürzt werden und Anfragen direkt an die entsprechenden Fachstellen weitergeleitet werden. Umgesetzt wurde bereits die Verlängerung der Öffnungszeit auf Samstag und die Einführung von Namensschildern“, erläutert der Bürgermeister.
Er sei sehr zuversichtlich, dass es gelingen wird, genügend Betriebe verpflichtend einzubinden, so dass voraussichtlich im Oktober die Zertifizierung zur „Q-Stadt“ stattfinden kann. Diese beinhaltet eine regelmäßige Überprüfung der vereinbarten Maßnahmen in den einzelnen Betrieben und eine Re-Zertifizierung in drei Jahren.

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von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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