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Starke Werte, starke Menschen, starke Unternehmen – wo sind die Wurzeln, die uns an die Spitze brachten?

Lich | Am Freitag, den 13.01.12 fand im um 17:30 im Hörsaal G1 der THM in Gießen ein beachtlicher Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Schule des Lebens statt.
Zum Thema : Starke Werte, starke Menschen, starke Unternehmen – wo sind die Wurzeln, die uns an die Spitze brachten? fanden sich viele interessierte Zuhörer ein.
„Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir nicht eine Wirtschaftskrise, sondern eine Wertekrise haben“ begann der Buchautor und Dozent Hans-Joachim Hahn am Freitag Abend seinen Vortrag. Der aktuelle Risikobericht des Weltwirtschaftsgipfels offenbare dies deutlich, indem er das Versagen der Eliten und die Frustration der Bevölkerung über schlechte Vorbilder aufzeige.
Werte seien ein weithin unterschätzter Faktor, wenn es um die nachhaltig erfolgreiche Gestaltung von Wirtschaft und menschlichem Zusammenleben gehe, führte Hahn seinen Vortrag weiter aus. Sie würden nicht in Philosophiebüchern erlernt, sondern durch Vorbilder übertragen und geprägt – am stärksten in der Kindheit. Deshalb seien intakte Familien so wichtig, die Werte wie Integrität, Vertrauen, Respekt und Verantwortung vermittelten. Hahn erläuterte, dass diese Werte, wie auch das protestantische Arbeitsethos und der Mut, zu eigenen Fehlern zu stehen und daraus zu lernen, in unserer Kultur nicht zufällig entstanden und auch nicht beliebig austauschbar seien: Sie haben uns einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand beschert, der seinesgleichen suche. Und sie entstammen einem Menschenbild, einer Kultur und Tradition, die das Abendland maßgeblich geprägt habe. Besonders den Mut zur Umkehr von Irrwegen verdanken wir der christlichen Fehler- und Vergebungskultur, die in den Asiatischen Kulturen unbekannt sei. Dort sei es vor allem wichtig, das Gesicht zu wahren. Gegenwärtig seien aber sowohl unsere Eliten als auch breite Teile der Bevölkerung dabei, sich von diesen Werten abzuwenden und die Substanz aufzuzehren. „Ein Rückgang oder Fehlen dieser Werte erschwert, verhindert und zerstört wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand. In unseren Schulen werden diese geschichtlichen Fakten kaum noch gelehrt. Deshalb müssen wir sie öffentlich thematisieren“, so Hahn.
Er zitierte dazu den atheistischen Politiker Gregor Gisy, der die Werte der christlichen Kultur zwar gern genieße, aber selbst nicht bereit sei, die Konsequenzen daraus zu ziehen; Gisy: „Mir graut vor einer gottlosen Gesellschaft.“
„Wenn Beziehungen so wichtig bei der Wertevermittlung sind, wieso wehren wir uns dann so gegen das Angebot einer persönlichen Beziehung zu unserem Schöpfer, das der christliche Glaube in seinem Kern anbietet?“ fragte Hahn am Schluss in das interessierte lauschende Publikum. Jesus habe die Welt stärker positiv verändert als irgendeine andere Person der Geschichte, und wir sollten uns einmal vorstellen, wie sie ohne seinen Einfluss aussehen würde. Der Redner lud ein, in bestehenden Kreisen und Gemeinden eine Erneuerung der Werte und des Glaubens von innen heraus anzustoßen und vorzuleben.
Hahn ist auch Initiator des Professorenforums, ein Netzwerk von Wissenschaftlern aus allen Fachgebieten und christlichen Konfessionen, das sich mit den Fragen nach Werten, des Vergleichs der Weltanschauungen und der Suche nach der Wahrheit beschäftigt.
Die seit einigen Jahren bestehende Veranstaltungsreihe greift immer wieder wertvolle Themen zur Betrachtung und Gestaltung des Lebens auf. Wenn wir in dieser lebenslangen Schule des Lebens noch die Schule des Glaubens besuchen, wird vieles zwar nicht einfacher, aber wir werden für das ewige Leben ausgebildet.

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von:  Birgit Ungar

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