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Umzug der Martin-Buber-Schule gefährdet Musikschule Lich

von Georg Wissneram 19.05.20111735 mal gelesen9 Kommentare
Lich | Der Umzug der Martin-Buber-Schule aus Gießen in das Gebäude der ehemaligen Dietrich-Bonhoeffer-Schule in der Jahnstraße in Lich, von dem kürzlich in der GZ berichtet wurde, gefährdet massiv die Arbeit der Musikschule Lich.
Die Musikschule Lich nutzt derzeit die ebenerdigen Räume des Gebäudes.
Durch den Wegfall dieser Räumlichkeiten, von dem die Leitung der Musikschule äußerst kurzfristig informiert wurde, gehen insgesamt 7 Unterrichtsräume verloren. Darunter auch ein Bandübungsraum sowie ein Gitarren- und Theaterübungsraum, der extra mit einer kleinen Bühne versehen wurde, um den Schülern die Möglichkeiten einer adäquaten Vorbereitung auf Aufführen und Vorspiele bieten zu können.
Einen Ausgleich bzw. ein Angebot für andere vergleichbare Räumlichkeiten oder die Möglichkeit einer gemeinsamen Nutzung durch die MBS und die Musikschule Lich, wie dies auch schon mit der Anna-Freud-Schule möglich war, wurde durch den Landkreis bislang nicht in Aussicht gestellt.
Immerhin besteht noch die Hoffnung die Räume eventuell bis zu den Sommerferien weiter nutzen zu können.
Auch wenn Bürgermeister Bernd Klein seine Unterstützung zusicherte und Gespräche mit dem Landkreis geführt werden, ist zurzeit noch völlig unklar wie es für Schüler und Lehrer der Musikschule nach den Sommerferien weitergeht.

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Die Musikschule bietet als öffentliche und staatlich geförderte Musikschule im Verband deutscher Musikschulen ein umfangreiches und hochqualifiziertes Unterrichtsangebot für alle Altersstufen und sozialen Schichten an und stellt einen wichtigen Eckpfeiler der musikalischen und pädagogischen Betreuung über die Schulen hinaus in Lich und Umgebung dar.
Dieses Angebot ist durch den Wegfall der Räumlichkeiten in der Jahnstraße massiv gefährdet, wenn nicht kurzfristig für Ersatz gesorgt werden kann. Hier sind Stadt und Landkreis gefragt, aber auch Eltern, Schüler und Lehrer sollten diesen Umstand nicht einfach hinnehmen.

Indes muss auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Umzugsvorhabens der Martin-Buber-Schule nach Lich erlaubt sein. Es gibt schon seit längerem Spekulation über einen Abriss des Gebäudes in Lich innerhalb der nächsten Jahre. Der Umbau des Gebäudes, welches derzeit in keinerlei Hinsicht als behindertengerecht zu bezeichnen ist, sowie der Einbau eines Fahrstuhls, wären mit Kosten verbunden, die sich vor dem Hintergrund einer Aufgabe des Gebäudes durch den Kreis kaum vernünftig rechnen dürften. Darüber hinaus muss auch die Frage nach der Sicherheit der teilweise körperbehinderten Schüler der MBS beim Zugang zu den oberen Stockwerken mit nur einem Aufzug beantwortet werden. Zu guter Letzt lassen auch die Fahrzeiten und -Kosten der Schüler von Gießen nach Lich, die im Artikel zum Umzug der MBS angesprochene Möglichkeit der Nutzung des ehemaligen Klinikgebäudes in Gießen als weitaus unproblematischer erscheinen.

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Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
10.791
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 19.05.2011 um 15:17 Uhr
Vielleicht können ja die neuen Kreistagesabgeordneten hier helfen, das Problem im Sinne der Betroffenen Schüler zu lösen. Es gibt ja jetzt neue Machtverhältnisse und auch ein paar neue Gruppen dort im Kreistag. Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg im Kampf für den Erhalt der Räume.
Georg Wissner
134
Georg Wissner aus Gießen schrieb am 19.05.2011 um 16:15 Uhr
Der bisherige Dezernet Siegfried Fricke war der Musikschule immer sehr wohlgesonnen, was letztlich auch die derzeitige Nutzung der Räume ermöglichte. Allerdings zeichnet er auch noch für die jetzt kommende Situation verantwortlich. Von der neue grüne Dezernentin Dr. Christiane Schmahl gab es bislang noch keine positiven Äußerungen in der Angelegenheit.
Peter Herold
23.842
Peter Herold aus Gießen schrieb am 19.05.2011 um 16:42 Uhr
Normal lieber Georg, ist grün die Hoffnung. Aber was ist bei den Grünen schon normal
Helmut Dr. Scharf
512
Helmut Dr. Scharf aus Gießen schrieb am 19.05.2011 um 20:50 Uhr
Ich wundere mich schon bald nicht mehr wie man mit Kulturschaffenden, die dann auch noch behindert sind, umgeht. Ich hoffe dennoch auf eine einvernehmliche Lösung. Ich verdanke zum Teil behinderten Kulturschaffenden die schönste und lebensfreudigste Theateraufführung, die ich in meinem Leben gesehen habe: "In 80 Tagen um die Welt von den Blaumeiern in Bremen in einem der renomiertesten Theater der Stadt. Die Teilnehmer dieser Gruppe werden schon lange nicht mehr als "behindert" bezeichnet, sondern als "Menschen mit besonderen Fähigkeiten". Die Politiker der Republik können sich an dieser Gruppe und der Stadt, in der sie leben und arbeiten, ein Beispiel nehmen.
Peter Herold
23.842
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2011 um 15:05 Uhr
Stimme ich voll und ganz zu. Leider wird hier etwas auf dem Rücken dieser Gruppe durchgeführt, das ich nicht begreifen kann.
Georg Wissner
134
Georg Wissner aus Gießen schrieb am 20.05.2011 um 15:46 Uhr
Man bedenke ja auch, dass die MBS durch den Umzug völlig auseinander gerissen würde, wenn ein Teil in Lich und der andere in Buseck wäre.
Peter Herold
23.842
Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.05.2011 um 18:04 Uhr
Wer veranlasst solchen Schwachsinn und steht dafür gerade?
Georg Wissner
134
Georg Wissner aus Gießen schrieb am 22.05.2011 um 20:32 Uhr
Die Veranlassung lässt sich feststellen - geradestehen wird niemand dafür, aber Schüler und Lehrer müssen es ausbaden.
Peter Herold
23.842
Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.05.2011 um 13:13 Uhr
Gutes Fazit
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freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Georg Wissner

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Georg Wissner
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