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10 Jahre TierfreundLich e.V.

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion
Lich | Im Februar 2001 gründeten sieben engagierte Tierschützer den Tierschutzverein TierfreundLich e.V., um Tieren aus der Region zu helfen. Am Freitagabend feierten die Tierschützer im Licher Bürgerhaus den 10. Geburtstag des Vereins, der mittlerweile auf 160 Mitglieder angewachsen und zu einer festen Größe und einem zuverlässigen Partner für Tierschutzangelegenheiten im Kreis Gießen geworden ist.
Die Vereinsvorsitzende Sabine Haibach begrüßte ca. 140 Gäste - Mitglieder, Sponsoren, Bürgermeister Bernd Klein, Herrn Dr. Hans-Jürgen Kost-Stenger, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Hessen, Vertreter der NABU Lich, des Naturschutzvereins Birklar e.V., des Vereins für Deutsche Schäferhunde, des Tierschutzvereins Laubach e.V., des Tierschutzvereins Vergiß-Mein-Nicht e.V., des Tierschutzvereins IG Tierschutz Mittelhessen e.V., des Cat-Sitting-Clubs Gießen und des Vereins HundesportLich e.V. – mit einem Rückblick auf die Entwicklung des Vereins und seine Tierschutzarbeit.
Die bevorstehende Wahl brachte die Vorstandsmitglieder auf die Idee, die Feier mit einer Podiumsdiskussion zu verbinden, in der Kreispolitiker Fragen zu Tierschutzthemen beantworten sollten. Fünf Fragen wurden den Parteien als ‚Wahlprüfsteine‘ vorgelegt. Für die SPD antwortete Spitzenkandidat Horst Nachtigall, für die CDU war Reinhard Peter anwesend, die FDP war vertreten durch Brunhilde Trenz, Frau Dr. Christiane Schmahl war für die Grünen gekommen, Günther Semmler für die Freien Wähler und Ralph Thannhäuser für das Linke Bündnis. Die Moderation übernahm Dr. Heidi Bernauer-Münz, Dr. Cornelia Konrad resümierte jeweils die Haltung von TierfreundLich e.V. zu den Antworten der Politiker.
Die erste Frage beschäftigte sich damit, wie der im Grundgesetz gleichberechtigt mit dem Umweltschutz als Staatsziel verankerte Tierschutz im Landkreis umgesetzt werden kann. Horst Nachtigall bekannte, dass man im Kreistag noch gar nicht über Tierschutz diskutiert habe. Ralph Thannhäuser kritisierte, dass es der Politik beim Tierschutz weniger um den eigentlichen Schutz von Tieren gehe, sondern ‚um den Schutz der Ware Tier, bis sie von uns gegessen wird‘. Dr. Christiane Schmahl, fordert eine bessere Überwachung bei den Schlachttiertransporten, und dass sich die Kommunen zu einer Kastrationspflicht für Katzen entschließen sollten. Dadurch würden keine Unkosten entstehen, aber den Tierschutzvereinen wäre damit ein Stück weit geholfen.
Bei Frage zwei ging es um darum, ob es außer im Tierschutz noch andere Pflichtaufgaben im Landkreis gebe, die komplett ehrenamtlich durchgeführt und finanziert werden. Günther Semmler verwies dabei auf die Feuerwehren und Rettungsdienste. Das wollte die zweite Vorsitzende Dr. Cornelia Konrad so allerdings nicht stehen lassen, denn keiner würde ‚auf die Idee kommen, dass die Feuerwehren ihre Autos, Leitern etc. selber zahlen sollen‘, während Tierschützer einen Großteil aus der anfallenden Kosten aus eigener Tasche zahlen.
Die dritte Frage befasste sich mit möglichen Maßnahmen, den Tierschutz in Förderprogramme aufnehmen zu können. 'Dabei müssen wir bei Vertretern unserer Parteien in Wiesbaden vorsprechen‘, regte Reinhard Peter an. Brunhilde Trenz erklärte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass Fördermittel für den Tierschutz geschaffen werden.
Bei der vierten Frage ging es um Wildtiere, insbesondere verletzte und mutterlos aufgefundene Wildtierbabys. Frau Dr. Konrad stellte hier fest, dass Tierfreundlich die einzige Einrichtung im Regierungsbezirk Gießen sei, die solche Tiere aufnimmt und versorgt. Brunhilde Trenz schlug vor, dass diese Tiere mit Verträgen, ähnlich den Fundtierverträgen, bei Tierschutzvereinen aufgenommen werden könnten.
Dr. Kost-Stenger beim Sektempfang
Dr. Kost-Stenger beim Sektempfang
Die fünfte und letzte Frage beschäftigte sich mit der artgerechten Tierhaltung. Hier wurde auch der jüngste Dioxin-Skandal angesprochen. Günther Semmler stellte hier klar, dass er es gut fände, wenn der Bundestag artgerechte Haltungsformen für Tiere vorschreiben würde. Das wissentliche Verfüttern von dioxinhaltigem Tierfutter hält er für ‚ein Verbrechen zum Nachteil der Tiere und Menschen‘.
Alles in allem erfreulich, dass sich die Politiker bereit erklärt hatten, sich den Fragen der Tierschützer zu stellen, sie zeigten sich auch gut vorbereitet. Doch die Aussagen der Politiker machten deutlich, dass Tierschutz in der Politik auf Kreisebene kaum durchzusetzen ist. Einzig positiv die Aussage von Horst Nachtigall, der Treffen von Kreispolitikern und Tierschützern vorschlägt, für ihn wäre es eine ‚Aufgabe, ein vernünftiges Tierschutzkonzept für den Landkreis aufzustellen‘.
Zu Beginn und zwischen den einzelnen Fragen sorgte ein buntes, teilweise karnevalistisches, Rahmenprogramm, für Auflockerung und Geburtstagsstimmung.
Den Anfang des Rahmenprogramms machte die talentierte Janine Rieger mit zwei Liedbeiträgen, die auf den Abend einstimmten. Der nachfolgende Auftritt von Lars Brückmann, der eine bitterböse Satire präsentierte, ließ dem ein oder anderen das Lachen auch mal im Halse steckenbleiben, Thema ‚Wie werde ich mein Tier, bzw. meinen Hund los‘.
Dr. Cornelia Konrad, Sabine Haibach
Dr. Cornelia Konrad, Sabine Haibach
Der Mülltonnensketch mit drei als Katzen kostümierten Mitgliedern sollte an die drei Katzenbabys erinnern, die im letzten Jahr im Müll gefunden und bei TierfreundLich aufgepäppelt und nachfolgend vermittelt wurden.
Ein Tierschutzgedicht, vorgetragen von Sabine Haibach, stimmte die Anwesenden eher nachdenklich und passte zu den Themen des Abends.
Großen Applaus gab es auch für den ‚Schweinetango‘ (Dieter Hallervorden), den sechs Vereinsmitglieder in Schweinekostümen vorführten.
Ein gelungener Abend, eine schöne Geburtstagsfeier, die als geglückte Verbindung von ernsten Tierschutzthemen mit humorvollen tierischen Sketchen in Erinnerung bleiben wird.

Podiumsdiskussion
Dr. Kost-Stenger beim Sektempfang
Dr. Cornelia Konrad, Sabine Haibach
Janine Rieger
Katzen in der Mülltonne
Schweinetango
Bürgermeister Bernd Klein (links)
Lars Brückmann
lecker Schnittchen

Kommentare zum Beitrag

Karsten Brunda
328
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 22.02.2011 um 11:47 Uhr
Der Abend war wirklich gelungen!
Antje Amstein
5.944
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 22.02.2011 um 12:56 Uhr
Ich war dabei, ich schließe mich da Karsten an!
Die Ausführungen der Politiker zum Thema Tierschutz waren nicht sehr erbauend.
Karsten Brunda
328
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 22.02.2011 um 14:28 Uhr
Die Ausführungen habe ich nicht alle mitbekommen, war damit beschäftigt mich um zuziehen für die Auftritte.
Ilona Kreiling
2.207
Ilona Kreiling aus Heuchelheim schrieb am 22.02.2011 um 18:30 Uhr
Es war wirklich ein schöner Abend. Sollten wir irgendwann mal wiederholen :-), nicht erst in 10 Jahren.
Andrea Allamode
768
Andrea Allamode aus Buseck schrieb am 22.02.2011 um 20:00 Uhr
Stimme euch voll zu, es war ein gelungener Abend. Auch wenn es nicht so erbauend war, was von politischer Seite kam, so sind wir doch mit ihnen ins Gespräch gekommen. Es kann nur besser werden (die Hoffnung stirbt zuletzt). Ich denke, alle Gäste sind auf ihre Kosten gekommen :)
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