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Kleine Kinos befürchten Besucherrückgang durch Gießener Großraumkino

von Tina Mohram 04.12.20081721 mal gelesen1 Kommentar
Lich | Nach Jahren der Planung ist es bald soweit: Gießen bekommt ein Großraumkino. Sobald die Finanzierung gesichert sei, könne der Bau des neuen Kinokomplexes beginnen. Eine Eröffnung des neuen Kinos im Jahr 2010 hält Dr. Gregory Theile, der Geschäftsführer des Darmstädter Kinounternehmens Kinopolis/Theile und Betreiber der Gießener Kinos, für realistisch. Die Realisierung eines solchen Projektes birgt für eine Stadt wie Gießen ein großes Potential an Möglichkeiten, da mit der Firma Kinopolis auch ein potentieller Arbeitgeber Einzug in die Region hält, wie Theile berichtete. Das neue Kino soll über acht Säle mit 1300 Plätzen verfügen.
Doch einige sehen in dem Großprojekt auch Probleme auf sich zukommen: Die kleinen Kinos der Region, das Kino "Traumstern" in Lich und die Lichtspiele in Grünberg, befürchten, durch das neue Angebot vom Markt verdrängt zu werden. Aus diesem Grund hatte das in Lich seit 1983 ansässige Kino "Traumstern" zusammen mit den Lichtspielen Grünberg zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Dabei bezogen die Betreiber der beiden Kinos Stellung zum geplanten Großkino in Gießen.
Die Inhaber beider
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Traumstern Lich (10)Großkino Giessen (1)
Kinos verbindet seit vielen Jahren ein enger kollegial-freundschaftlicher Kontakt, wie sowohl Ottfried Weber aus Grünberg, als auch Edgar A. Langer aus Lich betonten. Beide schätzen die Lage ihrer Kinos ähnlich ein. Sie verfügen zwar über einen sehr guten Zuspruch vor Ort, sind natürlich aber auch auf Besucher des ganzen Landkreises Gießen angewiesen. Beide sehen einer möglichen Schließung angstvoll entgegen. Der Grund: Mit der Eröffnung des Großkinos soll das Spartenprogramm, für das die beiden "alternativen" Kinos bekannt sind, in die schon vorhandenen Kinosäle in Gießen (unter anderem ins Kinocenter in der Bahnhofstraße) verlagert werden. Langer und Weber fürchten rückläufige Besucherzahlen. Allgemein, so Langer, verzeichnee die Kinobranche seit zehn Jahren rückläufige Besucherzahlen. Gerade aber für kleinere Lichtspielhäuser, wie in Lich und in Grünberg, bedeute ein Rückgang an Besucherzahlen starke wirtschaftliche Einbußen. Seit 2005 lagen die Besucherzahlen für das Kino in Lich bei circa 50.000 Personen im Jahr. Diese Besucherzahl sei für die Finanzierung des Licher Kinos auch notwendig, so Langer weiter, da die Betreiber auch immer bemüht seien, ein möglichst breit gefächertes und abwechslungsreiches Programm anzubieten.
Für das Kino in Grünberg, das im Gegensatz zu Lich sogar über zwei Säle verfügt, ist der Rückgang der Besucherzahlen noch deutlicher zu merken. So kamen in das Grünberger Kino 2006 noch 36.700 Besucher, 2007 nur noch 34.000 Zuschauer, der Stand für 2008 liegt im November nur bei 27.600 Besuchern. Beide Kinobetreiber fordern ein Handeln von Seiten der Kommunen, da durch die Lichtspielhäuser sowohl die Gemeinde Grünberg als auch die Stadt Lich viel an Attraktivität, gerade auch für die jüngere Bevölkerung, gewännen. Jedoch sei durch die freie Marktwirtschaft, so der Licher Betreiber, keine Unterstützung von Seiten der Stadt Gießen zu erwarten. Die Stadt sehe nur ihre eigenen Interessen, nicht aber die des Landkreises. Dabei betonte Langer, dass der Bau des Großkinos gar nicht ein so großes Problem für Lich und Grünberg darstelle, vielmehr sei die geplante Umwandlung der alten Kinosäle in Gießen die eigentliche Konkurrenz. Er verwies dabei auf das „Arthouse-Kino“, dessen Einrichtung, so Langer, wohl im Kinocenter in der Bahnhofstraße geplant sei. Auf Nachfrage stellte Theile fest, dass diese Bezeichnung zu eng gefasst sei, da auch "Filme mit Anspruch" im Großkino gezeigt werden sollen. Außerdem sei die Umwandlung des Kinocenters in der Bahnhofstraße in ein Spartenkino auch nur eine von vielen Möglichkeiten, die alten Kinosäle weiter zu bespielen, wie Theile betonte. Welche der alten Kinosäle weiter in Betrieb blieben und in welcher Form sie dann genutzt werden werden, hinge sehr stark von der Akzeptanz des Großkinos ab.

 
 
 

Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
23.910
Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.12.2008 um 15:52 Uhr
Da möchte ich erst mal sehen was sich da in Sachen "potentieller Arbeitgeber" tut. Wieviel Arbeitnehmer werden wohl in dem Groß-Kino beschäftigt werden?
War erstmals am Sonnntag in der Matinee "Stolperstein" im Traumstern. Leider sehr schwach besucht. Das Thema ist derzeit im Gießener Raum hochaktuell.
Was ich noch zum Traumstern sagen wollte. Die Symbiose mit dem danebenliegenden Lokal ist einmalig. Ich glaube ich werde eventuell öfter ins Traumstern gehen.
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