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Der Rechtsextremismus als Herausforderung für die Demokratie

Rechtsextremismus in Mittelhessen
Rechtsextremismus in Mittelhessen
Lich | Hier der Hinweis zu einer sicherlich sehr interessanten Veranstaltung:

Am kommenden Donnerstag, den 25. November findet um 20 Uhr im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge in Lich ein Vortag mit dem Titel "Der Rechtsextremismus als Herausforderung für die Demokratie - mit besonderer Berücksichtigung Mittelhessens" statt.
Durchgeführt wird die Veranstaltung mit Professor Benno Hafeneger als Referent vom Forum für Völkerverständigung Lich e.V. im Rahmen der Reihe 9. November 1938.

Zum Inhalt:
Rechtsextremismus entsteht aus demokratiefeindlichen, rassistischen und antisemitischen Haltungen. In einzelnen Dörfern und ganzen Regionen können sie zur Gefahr für Leib und Leben von Menschen werden und demokratische Ordnungen zerstören.
Das gilt besonders in Krisenzeiten, in denen nach "Sündenböcken“ für die Probleme gesucht wird.

Zum Referent:
Professor Benno Hafeneger arbeitet mit den Landeskriminalämtern zusammen und ist einer der besten Kenner der rechtsextremen Szene. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind rechte Jugendcliquen, u.a. in Mittelhessen.

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.172
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 21.11.2010 um 12:44 Uhr
Wieso wird eigentlich immer der Rechtsextremismus so in den Focus geschoben? Es gibt doch so viele Strömungen aber immer wird der Rechtsextremismus als besonders bekämpfenswert beschrieben. Für mich ist jede form des Extremismus bekämpfenswert, ob von Links, von Rechts, von Katholen, von Evangelen, vom Islam.... aber wenn es um extrmismus geht höre ich fast immer nur was von den Rechten. Damit weden diese Leute doch nur wichtiger gemacht als sie sind. Die dürfen doch in einer Demokratie ihre Meinung ruhig haben, sogar frei äussern. Aber dann liegt es an der Gesellschaft sich damit auseinander zu setzen und ihnen nicht über den Mund zu fahren. Macht diese spinner doch nicht interessanter als sie sind.
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.11.2010 um 16:42 Uhr
um von den Problöemen der anderen abzulenken. Was denn sonst!
Florian Schmidt
4.172
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 21.11.2010 um 19:08 Uhr
Frau Dapper, was macht die so anders? Wenn man nicht vergleichen kann? Und wie gesagt in einer Demokratie muss man auch solche Meinungen zu lassen und ertragen. Weil es ist immer noch das Volk das entsheiden kann wem es zuhört.
Das der Rechtsextremismus ein Problem ist möchte ich nicht in abrede stellen. Aber es ist egal ob Gewalt gegen eine Gruppe Menschen ausgeführt wird weil sie anders aussehen, mehr Geld verdienen oder an einen anderen Gott glauben.
Der Extremismus ist das Problem, nicht die Ideologie dahinter. Es gibt keinen guten und bösen Extremismus. Nehmen wir die 1 Mail Krawalle, möchten sie mit Pflastersteinen und Brandsätzen beworden werfen? Möchten sie irgendwo in der Welt gesteinigt oder getötet werden weil sie vielleicht das falsche Geschlecht lieben? Egal ob letzteres jetzt unter radikalen Moslems oder fehlegeleiteten Katholiken geschieht. Gewalt ist Gewalt und es gibt da keine Unterscheidung in Gut und Böse. Was wäre ihnen Lieber? Wenn ihr Sohn Brandsätze auf Asylantenheime oder Polizisten wirft?
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 21.11.2010 um 20:26 Uhr
Herr Schmidt,
ich würde den Hinweis von Frau Dapper einfach mal aufnehmen und hingehen!

"Extremismus"? ich hatte schonmal auf einen Link zu einem Interview mit einem Professor der FU Berlin hingewiesen, der sehr deutlich macht, dass dieser Begriff eine Wortschöpfung und ein völlig unwissenschaftlicher Begriff ist! Bei Rechten muss man von Faschisten sprechen, dann in die Geschichte schauen und dann aufklären wie es mit Neofaschismus aussieht und vor allem wer früher dahinter steckte, sie "groß gemacht und finanziert hat" usw. Und da ging und geht es nicht um "Spinner"!
Sogar nach dem Grundgesetz dürfte es überhaupt keine faschistischen Parteien in Deutschland geben und mit Meinungsfreiheit hat das gar nichts zu tun!

1.Mai-Krawalle, Pflastersteine und Brandsätze u.ä. verübt von wem? "Linksextremisten"? auch hier gilt es richtig zu analysieren: individuelle Gewaltausübung, wie es anarchistische Gruppierungen befürworten, ist auf`s schärfste zu verurteilen, dies zeigt nur, dass sie keinerlei Verbindung zum Volk haben, da dies durch solche sinnlosen Aktionen nur abgeschreckt wird! Nur haben Anarchisten mit Linken überhaupt nichts gemeinsam!

Genauso sind reaktionäre Regimes, die unter dem Deckmantel der Religion Gewalt oftmals vor allem gegen Frauen ausüben zu verurteilen.

Aber auch, und da äußern Sie sich erstaunlicher Weise nie: auch die Gewalt gegen das eigene Volk, gegen protestierende BürgerInnen wie in Stuttgart ist auf`s schärfste zu verurteilen!

Auch Staaten, in denen die Militärjunta ihre Knute schwingt, gehören an den Pranger, und zwar völlig egal ob sie nun pro westlich oder auch nicht eingestellt sind!

und grundsätzlich: Gewalt ist NICHT gleich Gewalt! Oder ist es für Sie das gleiche wenn Diktatoren ein Volk mit Gewalt unterdrücken und sich das Volk mit Gewalt dieses Diktators entledigt? Meist geht Gewalt, ein Blick in die Geschichte genügt, nicht von einzelnen Personen aus, sondern von Staaten. Und die schlimmsten "Extremisten" sind die, die die Befehle geben andere Staaten zu überfallen, zu morden und zu foltern ... und dann vielleicht noch mit der Begründung für Menschenrechte einzutreten!
Christian Momberger
10.936
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 21.11.2010 um 20:41 Uhr
Stefan Du hast völlig recht, mit dem was Du schreibst! Und Herr Schmidt, den Vorschlag von Gisela würde ich echt mal beherzigen. Danach können wir dann sicherlich auf einer besseren Grundlage diskutieren. ;-)

Ich würde diese sog. "Rechtsextremisten" nämlich auch als Faschisten bezeichnen wollen und halte es diesbezüglich mit der Losung: "Faschismus ist keine Meinung sondern, ein Verbrechen!"
Antje Amstein
6.003
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 21.11.2010 um 20:57 Uhr
Augen auf - wir wollen unsere Kinder nicht in die Arme solcher Menschen lenken! Aufklärung ist in diesem Punkt wichtig da es viel Ungerechtigkeiten gibt, haben Rechtsextreme leichtes Spiel mit unserer Jugend.
Peter Herold
26.016
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2010 um 10:50 Uhr
Zitat Christian Momberger: "Ich würde diese sog. "Rechtsextremisten" nämlich auch als Faschisten bezeichnen wollen und halte es diesbezüglich mit der Losung: "Faschismus ist keine Meinung sondern, ein Verbrechen!" !!!
Richtig und gerade hier in der Gegend ist das Dritte Reiche immer noch gegenwärtig. Zumindest für mich in keiner guten Erinnerung;-(
Thorsten Lux
902
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 24.11.2010 um 14:13 Uhr
Ich finde es schon interessant, dass bei diesem Thema immer sofort jemand aufspringt und irgendetwas relativieren will. Das liegt meines Erachtens auch an dem Begriff an sich, denn dieser Vermittelt es gäbe irgendetwas zu vergleichen, es gäbe eine Bandenmentalität. Das bedeutet dann im Zweifelsfall in der Denkabkürzung "wenn man keiner der 'Banden' angehört, muss man auch nichts gegen Hass und Gewalt tun".

Und: Es mag in manchen Kreisen üblich sein, sich im Angesicht von Gewalttaten publikumswirksam "gegen jegliche Form des Extremismus" auszusprechen, den üblichen Applaus für diese Phrase zu kassieren und sich dann befriedigt wieder zurückzulehnen. Irgendeine Problembewältigung ist damit nicht geschehen - und scheint oftmals auch nicht gewünscht. Zumindest nicht solange in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis niemand Opfer solcher Gewalttaten wird.

Dass man damit einerseits interessierten Kräften die Deutungshoheit überlässt, welche politischen Positionen statthaft sind und welche nicht ist das Eine. Das Andere ist der Umstand, dass man den sogenannten Rechtsextremismus mit dem sogenannten Linksextremismus zu relativieren sucht. Und wie bereits oben erwähnt: Es handelt sich um keinen wissenschaftlich oder sonst irgendwie definierten Begriff, sondern um einen willkürlich benutzten Kampfbegriff. Da werden je nach Interessenlage Gewaltverbrecher mit Kriegsgegnern gleichgesetzt, usw. usf.

Der Referent indessen ist ja nicht ganz unbekannt und kann durchaus als seriöse Quelle dienen. Natürlich würde mich interessieren, weshalb er den Begriff "Rechtsextremismus" wählte, denn wenn ich den GMF-Survey richtig deute, sind menschenverachtende Einstellungen kein Merkmal das ausschließlich bei der extremen Rechten anzutreffen sind. Das sollte man meiner Ansicht ebenfalls im Auge behalten. Und das ist ja auch das was man in entsprechenden Foren immer wieder findet: "Wir sind die Helden, denn wir handeln, wo die Mehrheit bloß redet, oder sich nicht einmal zu reden traut". Dass Hass und Gewalt jedoch keine Lösungsansätze für irgendein gesellschaftliches Problem sind, sondern eher elementarer Bestandteil des Problems, darüber müssen wir vermutlich nicht lange diskutieren.

So, ich hoffe ich habe die richtigen Worte gefunden, dass sich niemand persönlich angegriffen fühlen muss, sondern über meinen Denkanstoß unbelastet nachdenken kann.
Christian Momberger
10.936
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.11.2010 um 17:47 Uhr
Also ich finde Deine Worte Thorsten sehr gut!
Stefan Walther
4.160
Stefan Walther aus Linden schrieb am 24.11.2010 um 18:13 Uhr
Vielleicht ein bißchen zu kompliziert ausgedrückt :-), aber gut!

Ja, warum benutzt der Referent den Begriff "Rechtsextremismus" = sollte man ihn direkt drauf ansprechen! (ich bin leider anderweitig unterwegs)

aber man sieht wie "Meinungsmache" auch vor "Fachkreisen" nicht halt macht! Ich hatte sogar mal die Erfahrung mit einer gewerkschaftlichen Referentin (Politologin!) gemacht, die von "Linksextremismus" sprach: als ich sie darauf ansprach was sie denn damit meinen würde "Anarchismus" "Sozialismus" "Kommunismus" "Chaoten" ??? Da hat sie geantwortet: "ja, so schnell kann das passieren, dass man seine gelernten/studierten Grundlagen vergisst / über den Haufen schmeißt", sie meinte gewalttätige anarchistische Gruppen a `la RAF
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