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SPD bekräftigt Forderung nach Sicherung der medizinischen Grundversorgung durch Hausärzte im Landkreis Gießen

Lich | Anlässlich einer parlamentarischen Initiative der SPD im Hessischen Landtag bekräftigten die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Landrätin Anita Schneider und SPD Landtagsfraktionsvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel ihre Forderung nach Sicherung der medizinischen Grundversorgung durch die Hausärzte.

„Die hausarztzentrierte Versorgung sichert die medizinische Versorgung und ist ein entscheidender Beitrag, das Gesundheitssystem besser und effizienter zu gestalten. Wir sind der Überzeugung, dass die hausarztzentrierte Versorgung den Weg zu einer patientenzentrierten Medizin weist, die den ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt und auch die lebensweltlichen, sozialen und lebensgeschichtlichen Aspekte und Belange von Krankheit einbezieht. Der Hausarzt als Lotse im Gesundheitswesen koordiniert die ärztlichen Behandlungen, vermeidet Doppel- und Mehrfachuntersuchungen, erspart manchen Facharztbesuch und Krankenhausaufenthalt und stimmt die Arzneimitteltherapie ab. Die hausarztzentrierte Medizin verbessert so Qualität der Versorgung insgesamt", erklärten Grabe-Bolz, Schneider und Schäfer-Gümbel in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

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TSG (55)SPD (440)Schäfer-Gümbel (45)Schneider (10)Oberbürgermeisterin (25)LINKE (84)Landrätin (40)Landkreis (21)Grüne (180)Giessen (308)Gesundheit (160)FDP (314)CDU (488)
Schäfer-Gümbel konstatierte, dass es in Hessen zwar eine sehr hohe Arztdichte gäbe, jedoch sich diese im Bereich der Hausärzte nicht widerspiegele. Dies gelte auch für den ländlich geprägten Landkreis Gießen, was eine bedauerliche und teure Fehlentwicklung darstelle. Zur Umsteuerung seien auch finanzielle Anreize notwendig, indem die Hausarztvergütung durch die interne Umschichtung der Mittel zur hausärztlichen Versorgung hin entsprechend angepasst werde. Er bedauere, dass es bisher in Hessen noch keine flächendeckenden Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung gäbe und fordere die Vertragspartner dazu auf, hier aktiv zu werden.

Landrätin Anita Schneider forderte, dass insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung in den ländlichen Räumen der Sicherung der hausärztlichen Versorgung besondere Beachtung gewidmet werden müsse. „Ein beachtlicher Teil der derzeit praktizierenden Hausärzte wird in absehbarer Zeit in den Ruhestand treten und es ist von daher notwendig, die Attraktivität des Hausarztberufs zu steigern, um die Nachfolge zu sichern. Die Sicherung der medizinischen Grundversorgung in allen Landesteilen ist nur zu gewährleisten, wenn es gelingt, genügend Hausärzte zu finden, die sich im ländlichen Raum niederlassen und dem umfangreichen Aufgabengebiet stellen. Hausärzte im ländlichen Raum sind noch mehr als ihre Kollegen im städtischen Bereich durch Hausbesuche und Notdienste belastet", so Schneider. Insbesondere für die Versorgung im ländlichen Raum eines Landkreises wie Gießen, in einer alternden Gesellschaft und angesichts der Zunahme chronischer Erkrankungen sei die bessere Zusammenführung und Koordination von Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation unverzichtbar.
Neue Organisationsformen würden auch der nachwachsenden Ärztinnen- und Ärztegeneration ermöglichen, die hausärztliche Beschäftigung mit veränderten Lebensplanungen in Einklang zu bringen.

Grabe-Bolz bedauerte, dass die Landesregierung bisher kein Konzept vorgelegt hab, wie dem zu erwartenden Versorgungsproblem im Bereich der Hausärzte begegnet werden könne. „Ich fordere die Landesregierung auf, das Konzept nunmehr zeitnah vorzulegen. Modellprojekte wie z.B. die Vernetzung von stationärer und ambulanter Gesundheitsversorgung, die Verzahnung von Notdiensten, die (Erst)-Versorgung durch so genannte Gemeindeschwestern und vieles andere mehr müssen initiiert und ausgewertet werden. Die demografische Entwicklung duldet keinen Aufschub mehr, Handeln ist dringend erforderlich", erklärte die Oberbürgermeisterin. Die SPD unterstütze das gemeinsame Bemühen der Bundesländer, die landesrechtliche Zuständigkeit für die sektorenübergreifende, ambulante und stationäre Bedarfsplanung zu schaffen. Gerade im Sinne der Versorgung in den ländlichen Räumen müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um den Beruf des Hausarztes attraktiv zu gestalten. Grabe-Bolz und Schneider betonten, dass eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Landkreis Gießen sichergestellt werden müsse, deshalb dürfe unter anderem der Weg zur ärztlichen Grund- und Erstversorgung nicht zu lang werden. „Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Menschen im Landkreis und in der Stadt Gießen gleichermaßen von einer optimalen medizinischen Versorgung profitieren und ihnen diese auch zur Verfügung steht", erklärten Grabe-Bolz, Schneider und Schäfer-Gümbel abschließend.

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