Bürgerreporter berichten aus: Lich | Überall | Ort wählen...

Heuchelheimer Bürgermeister Lars Burkhard Steinz beim Heringsessen der Licher CDU

Vorsitzender Gregor Gorecki (4v.l.) Bürgermeister der Gemeinde Heuchelheim Lars Burkhard Steinz, v.l.n.r. Henning Koch, Roswitha Müller, Elmar Sandhofen, Gregor Gorecki, Lars Burkhard Steinz, Silja Meinhart, Barbara Kröger, Artur Knorr und Marika Bauer
Vorsitzender Gregor Gorecki (4v.l.) Bürgermeister der Gemeinde Heuchelheim Lars Burkhard Steinz, v.l.n.r. Henning Koch, Roswitha Müller, Elmar Sandhofen, Gregor Gorecki, Lars Burkhard Steinz, Silja Meinhart, Barbara Kröger, Artur Knorr und Marika Bauer
Lich | Der CDU-Stadtverband Lich und der CDU Frauenstammtisch veranstalteten, organisiert federführend durch Roswitha Müller, ihr traditionelles Heringsessen am Aschermittwoch im Dorfgemeinschaftshaus Bettenhausen. Der Licher CDU-Vorsitzende Gregor Gorecki konnte im gefüllten Saal zahlreiche Mitglieder und Freunde der Partei, unter ihnen auch die 1. Stadträtin Barbara Kröger, den Fraktions-Chef Elmar Sandhofen und Mitglieder der Senioren-Union begrüßen. Ein besonderer Gruß galt dem Gastredner des Abends, dem Bürgermeister der Gemeinde Heuchelheim, Herrn Lars Burkhard Steinz, der zu dem Thema „Kommunales Ehrenamt – Eine Lösung für die Krise der Kommunen“ referierte.

Burkard Steinz berichtete aus seiner Arbeit als frisch gewählter Bürgermeister und stellte seine künftigen Vorstellungen in seiner Gemeinde Heuchelheim vor. Die aktuelle politische und finanzielle Lage stelle die Kommunen vor eine schwierige Aufgabe.

Das „neue Ehrenamt“ sei hier eine denkbare Lösung, auf die sich die Kommunen einstellen und genau vorbereiten müssten, so Steinz zu Beginn seiner Ausführungen. Nach seiner Definition sei Ehrenamt einfach ausgedrückt,
Mehr über...
anderen Leuten etwas Gutes zu tun. Im Landkreis Gießen lebten zehntausende Menschen, die sich auf vielfältige und kreative Art und Weise für andere Menschen einsetzen. Diese freiwilligen ehrenamtlichen Leistungen der Bürgerinnen und Bürger seien eine wichtige Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens, von der alle Menschen im Landkreis Gießen nachhaltig profitieren. Das bürgerschaftliche Engagement der Einzelnen erbringe heute schon ganz konkrete Dienstleistungen und verbessere auf diese Weise die Lebensqualität in unserem Landkreis. „Das Engagement hat auch deswegen einen so hohen Stellenwert für uns alle, weil es anfängt, wo andere Leistungen aufhören“ betonte Steinz in seiner Rede. Die Menschen im Ehrenamt machten neue Erfahrungen, sie bemerkten dass etwas durch den gemeinsamen Einsatz gelingt, was sie als Einzelne vielleicht nicht erreicht hätten und sie finden Mitstreiter, Freunde und Gleichgesinnte. Sie alle seien hoch motiviert, leistungsbereit und erbringen mit neuen Ideen und Vorschlägen einen wesentlichen Beitrag für die Gesellschaft, aber vor allem für ihre Gemeinde.

Als ein wesentliches Grundproblem sieht Steinz die Frage nach der Anerkennung des Ehrenamtes. Nicht überall wird Ehrenamt hoch genug anerkannt, denn mit dem schleichenden Bedeutungsverlust des Ehrenamtes, der mit der Professionalisierungswelle der sozialen und kulturellen Arbeit in den 70er und 80er Jahre einherging, wurde auch die Frage einer Anerkennungskultur für das bürgerschaftliche Engagement nicht weiter verfolgt. Es gab immer wieder gewisse Routinen für Ehrungen wie z.B. die Ehrungen für langjährige verdiente Mitglieder eines Vereins, die seit einigen Jahren existierende Ehrenamtscard, mit der verbilligte oder gar kostenlose Eintritte ins Kino, Theater oder Konzert, Nachlass bei Einkauf, Sport oder anderen Geschäften möglich sind oder die Jugendleitercard, die nicht nur Vergünstigungen und vielfältige Fortbildungsmöglichkeiten bietet, sondern auch als Nachweis einer ehrenamtlichen Tätigkeit und Qualifizierung für Jugendgruppenleitungen und anderweitig engagierte Jugendliche dient.

„Wie kann man also die Attraktivität des Ehrenamtes weiter steigern?“ fragte Steinz die versammelten Gäste.

„Wir brauchen flankierend eine offensive Unterstützung der Presse, die das Ehrenamt durch vermehrte Veröffentlichungen verstärkt begleitet, auf seine Wirkung eingeht, und die Freude, die hiermit verbunden ist, für Leser nachvollziehbar macht“, so Steinz weiter in seinen Ausführungen. Es muss eine Anerkennungskultur, die alltäglichen Wertschätzungen, die sich in einer Gemeinde, in einer sozialen Einrichtung, in einer Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen herausbilden können, verstärkt in den Vordergrund treten.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt des neuen Ehrenamtes ist die Einbindung der Menschen, welche nach einem erfüllten Berufsleben bereits aus den aktiven Dienst ausgeschieden sind. Der Ideenreichtum der „Älteren“, ihre Lebenserfahrungen, gepaart mit einem Schuss Weisheit nutze allen.

„Für unseren Landkreis heißt das konkret, wir müssen Organisationen gründen, welche die Menschen erreichen, die nicht in einem Verein traditioneller Art arbeiten, sich aber ehrenamtlich einbringen wollen“, betonte Steinz. Er schlug die Einrichtung einer „Geschäftstelle“ als Informationsstelle vor, in der die Freiwilligen beraten und die Angebote, welche ihren Neigungen entsprechen, vermittelt werden. Bestehende Vereine und Organisationen könnten hier Beratung über den Einsatz zusätzlicher neuer Ehrenamtler bekommen. Diese sollen gezielt gefördert und fortgebildet werden.

Als Beispiel nannte Steinz einen bereits - mit Erfolg gekrönten - bestehenden Verein in der Stadt Gießen. In diesem engagierten sich in kurzer Zeit, von jung bis alt, bereits über hundert Freiwillige. In Zukunft möchte er auch in Heuchelheim einen ähnlichen Verein gründen. Hierzu soll im Frühjahr eine Gründungsversammlung stattfinden, in der die unterschiedlichen Fachgebiete diskutiert werden sollen. Das Portfolio der bestehenden Vereine soll dabei berücksichtigt werden damit kein Konkurrenzkampf entsteht und die neuen ehrenamtlichen einen Überblick erhalten, was es schon alles gibt und bei Bedarf und Interesse sich in den Vereinen verstärkt engagieren können. Der Verein soll auch eine Service- und Informationsstelle für andere traditionelle Vereine sein. Als mögliche Fachgebiete nannte er einen Besuchdienst bei älteren Menschen als Ergänzung zu den bestehenden Pflegediensten, eine Museums-Abteilung welche durch Pforten- und Aufsichtsdienst die bestehenden Museen in ihrer Arbeit unterstützt, Hausaufgabenbetreuung, Computerkurse, Kochkurse, Pflege der Grünflächen sowie ein Heuchelheimer Sozialtag. „Dies alles ist nicht die Lösung aller Probleme, aber es ist eine sehr angenehme zusätzliche Hilfe, die in jeder Gemeinde und Stadt angeboten werden kann“, so abschließend Bürgermeister Steinz.

Anschließend hatten die Gäste Gelegenheit Fragen an Bürgermeister Steinz zu stellen und persönliche Gespräche zu führen.

Kommentare zum Beitrag

Leider gibt es noch keine Kommentare zu diesem Artikel.
Schreiben Sie doch den ersten!

Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Silja Meinhart

von:  Silja Meinhart

offline
Interessensgebiet: Lich
Silja Meinhart
597
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Kader der "Hessenmädschen": Tine Nadler, Katja Noss, Anke Lörch, Elke Steinhauer, Silja Meinhart, Sandra Finck, Elvira Nagel, Stefanie Schmidt, Kerstin Witzel, Nicole Seibel, Elisabeth Hartmann und Conny Mengelkamp
Hessenmädchen" debütieren bei HFV-Ü35-Ladies Cup!
Die neugegründete Ü35-Ladies-Mannschaft aus dem Gießener Kreis, die...
05.06.2016 Frühschoppen in Ober-Bessingen
Die Fortuna Ober-Bessingen läd alle Leute, ob groß oder klein, zum...

Veröffentlicht in der Gruppe

CDU Kreisverband Gießen

CDU Kreisverband Gießen
Mitglieder: 55
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
CDU kämpft für innere Sicherheit
Der Kampf gegen Wohnungseinbrüche, die Sicherheit im Internet und die...
05.06.2016 Frühschoppen in Ober-Bessingen
Die Fortuna Ober-Bessingen läd alle Leute, ob groß oder klein, zum...

Weitere Beiträge aus der Region

Die Geschichte der sozialen Medien
Soziale Netzwerke sind allgegenwärtig. Ob beruflich oder in der...
Keiko Sasaki vom Verein Kendo Lich hat sich den ersten Platz im Frauen-Turnier gesichert.
Licherin holt Sieg beim 20. Kendo Adventsturnier
Wilde Gefechte in der Licher Dietrich-Bonhoeffer-Halle: Das nunmehr...
TV Langsdorf ehrt Mitglieder für 50, 60 u. 70 Jahre Treue zum TVL
TV Langsdorf ehrt langjährige Mitglieder
Am Sonntag, 2. Advent, hatte der TV Langsdorf zu einem festlichen...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.