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„Bombenalarm“ stellte sich als Irrtum heraus

Die beiden vermeintlichen „Bombenkoffer“ vor dem Volksbank-Gebäude.
Die beiden vermeintlichen „Bombenkoffer“ vor dem Volksbank-Gebäude.
Lich | Ein Bombenalarm am Gebäude der Volksbank in Eberstadt am vergangenen Samstagmorgen stellte sich als Irrtum heraus. Das Gebäude der aufgegebenen Volksbank-Geschäftsstelle, in dem noch ein Geldautomat steht, war nicht zum Zielobjekt von Kriminellen oder gar international operierender Terroristen geworden, wie wohl ein wachsamer Eberstädter Neubürger vermutet hatte.

Der hatte zuvor die Polizei alarmiert, da er zwei herrenlose Koffer vor der Eingangstür der Volksbank aufgefunden hatte. Scheinbar ist er für solche Situationen besonders sensibilisiert und ging von einer Gefahr für das leerstehende Volksbank-Gebäude aus. Die angerückten Polizeibeamten beurteilten die Situation dann doch etwas nüchterner. Mit geschulten Augen fanden sie sogleich einen Aufkleber „Blasorchester Eberstadt“ mit einer Telefonnummer. Obwohl dies auch eine Tarnung hätte sein können, öffnete der telefonisch herbeibeorderte Blasorchester-Vorsitzende beherzt die beiden Koffer: Notenmappen und ein Flügelhorn kamen zum Vorschein – von Sprengstoff keine Spur.

Folgender Sachverhalt konnte rekonstruiert werden: Traditionell hat das Blasorchester freitagabends
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Orchesterprobe. Einer der Flügelhornisten ist auch aktiver Feuerwehrmann und sah auf dem Heimweg noch Licht im Kameradschaftsraum der Feuerwehr. Pflichtgemäß wollte er das Licht auszuschalten, traf dann aber noch einige Kameraden an. Nachdem er mit denen noch einige Getränke zu sich genommen hatte, trat er nach Mitternacht den Heimweg an. Dabei fiel ihm ein, dass er nebenan am 24-Stunden-ec-Automaten noch Geld für die anstehenden Wochenendeinkäufe ziehen könnte. Instrumenten- und Notenkoffer stellte er vor der Volksbank-Tür ab. Ob sein Kontostand oder die späte Uhrzeit dann ursächlich für das vergessen seiner Koffer waren, ist nicht bekannt. Jedenfalls standen sie noch dort, als besagter Eberstädter Neubürger am Samstagmorgen zu dem Geldautomaten wollte.

Der Einsatz fand also einen glücklichen Ausgang: die Volksbank ist unversehrt, es waren keine Terroristen am Werk und in Eberstadt hat der Begriff „Schläfer“ eine eigene Bedeutung. Und der Flügelhornist kann am nächsten Freitag wieder in die Musikstunde gehen. Ob einem alteingesessenen Eberstädter beim Anblick der Instrumentenkoffer eine Bombe oder doch eher eine mögliche Verbindung zum nahen Kameradschaftsraum in den Sinn gekommen wäre, ist wahrscheinlich. Daher kann allen Neubürgern nur empfohlen werden, sich in der Eberstädter Vereinsszene eingehend umzusehen. Und das nicht nur wegen zweier herrenloser Koffer.

Die beiden vermeintlichen „Bombenkoffer“ vor dem Volksbank-Gebäude.
Die beiden... 
Das Volksbank-Gebäude, wo im Eingangsbe-rich ein Geldautomat steht.
Das Volksbank-Gebäude,... 

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Kommentare zum Beitrag

Sabrina Möser
170
Sabrina Möser aus Buseck schrieb am 25.01.2010 um 10:56 Uhr
Danke für diese Story, ich hab lange nicht mehr so herzlich gelacht :-)
Norbert Leipold
148
Norbert Leipold aus Hungen schrieb am 27.01.2010 um 14:21 Uhr
Super, das sind eben schöne Geschichten, ich lebe auch auf dem Dorf, aber als "Altbürger". Neubürger haben es eben nicht einfach !
Thorsten Lux
900
Thorsten Lux aus Gießen schrieb am 31.01.2010 um 12:06 Uhr
Hmm, da hat wohl jemand zu viel zu heftige Nachrichten gesehen? Wenn außen an einem leerstehenden Gebäude bei der Tür zwei Koffer stehen, dann ist doch wohl eher nicht von einem Sprengstoffanschlag ausgehen. Was sollte dort auch gesprengt werden: Der Schließmechanismus der Tür?

Na zumindest kommt so auch mal Eberstadt in die Medien.
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von:  Hansgünter Schneider

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Hansgünter Schneider
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