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Preisverleihung an die Lichtspiele Grünberg und das Kino Traumstern

vo li. nach re.: Edgar Langer, Edith Weber, Hans-Peter Gsänger, Willi Marx
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Lich | Seit 1987 nimmt sich der Landkreis Gießen der Aufgabe an, niveauvolles Kinoprogramm in der ländlichen Region zu fördern. Am Donnerstag wurde der mit 5.100 Euro dotierte Preis „Kinokultur auf dem Land“ für das Jahr 2009 im Foyer der Kreisvolkshochschule in Lich von Landrat Willi Marx überreicht. Die Leiterin der VHS, Frau Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, begrüßte zunächst die Preisträger Edith Weber von den Lichtspielen Grünberg, sowie Hans-Peter Gsänger und Edgar Langer vom Kino Traumstern in Lich.

Willi Marx dankte den Kinobetreibern für ihre engagierte Arbeit. Es sei ihm durchaus bewusst, dass der Preis nur ein kleiner bescheidener Anerkennungsbeitrag sei. „Ich bin froh, dass es die kleinen Kinos auf dem Land noch gibt“, zitierte Marx eine Bürgerin und schloss sich uneingeschränkt dieser Meinung an.

Frau Dr. Ebsen-Lenz freute sich ebenfalls mit den Preisträgern und zollte den Kinobetreibern hohen Respekt vor der herausragenden Qualität ihrer Arbeit jenseits der Metropole. Sie hoffe sehr, dass die Auslobung des Preises auch nach dem anstehenden Personalwechsel in der Kreisverwaltung erhalten bleibe. Wie um die Bedeutung
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dieses Anliegens noch einmal zu unterstreichen, wies Ebsen-Lenz auf einen Text aus dem Gründungsjahr hin, in dem es heißt: (…) Mit dem Preis fördert der Landkreis Gießen die Verbreitung künstlerisch oder bildungspolitisch wertvoller Filme und honoriert den erfolgreichen Versuch, niveauvolle Unterhaltung mit gesellschaftspolitischer Bildungsarbeit zu verquicken (…).

Mit Blick auf den geplanten Bau des Großraumkinos in Gießen blickt Edith Weber verhalten optimistisch in die Zukunft: „Wirklich Angst vor Gießen habe ich nicht.“ Sowohl mit ihren Programmschwerpunkten Familien- und Frauenfilme, als auch mit ihrer Preisgestaltung sei sie auf junge Familien eingestellt und möchte diese Zielgruppe auch halten. Dennoch schloss sie in ihre Dankesworte an den Kreis auch ihren Vater mit ein, der bereits 1954 neben dem „Apollo“ mit dem „Turm“ einen zweiten Kinosaal errichtete. Wäre dies nicht geschehen, so würde ihr Kino heute nicht mehr existieren.

Womit die Anwesenden mitten in der Diskussion über den Fortbestand der Kinokultur auf dem Lande angekommen waren. Landauf landab werden seit Monaten Schreckensszenarien über den demografischen Wandel und die damit verbundene Ausblutung ländlicher Regionen gezeichnet. In vielen Podiumsdiskussionen wird die Bedeutung kultureller Einrichtungen als attraktiver Standortvorteil hervorgehoben. Dabei sei Lich mit der Volkshochschule und dem Kino noch priviligiert, so Hans-Peter Gsänger. Viele Städte in dieser Größe hätten längst kein Kino mehr. Die Preisvergabe des Kreises sei vorbildlich, reiche aber bei weitem nicht aus. Zwar erfreue sich die Kinobranche derzeit bundesweit über einen Besucher- und Umsatzzuwachs von 20%, dies treffe allerdings für den Bereich der Filmkunst nicht zu.
Vor diesem Hintergrund ist auch die eventuelle Umwandlung des Kinocenters in der Gießener Bahnhofstraße zu betrachten. Sollte hier ein weiteres Programmkino entstehen, so befürchten die Betreiber vom Traumstern einen Besucherrückgang von 30 %, und der sei wahrscheinlich nicht mehr zu verkraften, ergänzte Edgar Langer.

Weiterhin mache der erhöhte Investitionsbedarf in neue Technologien den kleinen Kinos sehr zu schaffen. So sei die Umrüstung auf ein digitales System, das auch das Abspielen von 3-D-Filmen möglich mache, finanziell alleine nicht zu stemmen. Es sei notwendig, eine flächendeckende Lösung für dieses Problem zu entwickeln. Die Gespräche hierüber würden zwar bundesweit und auch auf europäischer Ebene geführt, eine Lösung sei allerdings noch längst nicht in Sicht. Die müsse allerdings auch ausdrücklich gewollt sein. Von der Politik, der Bevölkerung und den Kulturschaffenden, so Gsänger weiter. Kino sei ein wichtiger öffentlicher Raum, in dem Bildung vermittelt wird und Kommunikation und Begegnung stattfindet. Schade nur, dass diese spannende Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde.

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