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Harvestervorführung im Stadtwald Lich

Lich | Im Licher Stadtwald sind in den vergangen Monaten viele Fichtenbestände vom Borkenkäfer befallen worden, der durch seinen Fraß unter der Rinde die Bäume zum Absterben bringt. Etwa 1600 Festmeter Fichtenholz werden zur Zeit vom Harvester der Firma Erb aus Weitershain aufgearbeitet.
Zu einer Harvestervorführung waren auf Einladung der Revierförsterei Lich 40 Personen in den Stadtwald gekommen, um sich die modernste Technik der Holzaufarbeitung anzuschauen. Sie konnten dabei zuschauen, wie der Harvester (auch Kranvollernter genannt) mühelos 30 Meter hohe Fichten zu Fall brachte und in wenigen Minuten in Stücke sägte.
Der Harvester kann etwa 25 Festmeter je Stunde bearbeiten, was der zehnfachen Leistung eines Waldarbeiters entspricht. Der 450.000 Euro teure Harvester mit 260 PS und 17 Tonnen Gewicht hat an einem 10 m langen Teleskopkran einen Prozessorkopf, der allein 1,5 Tonnen wiegt und 80.000 Euro kostet. Mit ihm werden die Bäume durch Zangen gepackt und mittels Motorsägenschwert abgesägt. Walzen bewegen das Stammstück durch den Prozessorkopf und messen den Durchmesser des Holzes, während ein Messrad die Länge misst.
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Die Äste werden durch Messer abgetrennt und Holzstücke in vorgegebenen Längen abgesägt, die im Bordcomputer eingegeben sind. Die Holzstücke werden an der Seite der Rückegasse abgelegt, wo sie der nachfolgende Tragschlepper auflädt und an die Waldstraße transportiert.
Die Waldböden sind verdichtungsempfindlich, bei jeder Überfahrt mit Maschinen werden Bodenkapillaren zusammengedrückt. Daher werden im Wald Rückegassen im Abstand von etwa 25 Metern angelegt, auf denen Maschinen fahren dürfen. Der Harvester legt vor sich eine Reisigmatte aus abgeschnittenen Ästen ab, so dass der Bodendruck verringert wird. Gleichzeitig ist die Freifläche großteils von Ästen geräumt, so dass sie leichter bepflanzt werden kann.
Durch den Borkenkäferbefall entstehen Freiflächen, die im kommenden Frühjahr bepflanzt werden sollen. Bisher wurden überwiegend Eiche, Elsbeere, Ahorn oder Douglasie auf die Freiflächen gepflanzt. Als „neue“ Baumarten, die an wärmere Verhältnisse angepasst sind, sollen wegen des bevorstehenden Klimawandels auch Esskastanie und Baumhasel angepflanzt werden. Die Fichte ist in kühlen und regenreichen Hochlagen der Mittelgebirge beheimatet und wurde wegen ihres hervorragenden Holzes auch in waren und trockenen Gegenden wie der Wetterau angepflanzt. Da Borkenkäfer in dem milden Klima sehr günstige Bedingungen vorfinden und sich kräftig vermehren können, werden zukünftig keine Fichten mehr als Hauptbestand angepflanzt.

 
 
 

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