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Heute ist Welttierschutztag - TierfreundLich e.V. nimmt den 04. Oktober zum Anlaß, um auf verwaiste Igelbabys aufmerksam zu machen

Ein mutterloses Igelbaby, keine 100 g schwer
Ein mutterloses Igelbaby, keine 100 g schwer
Lich | Herbstzeit - Igelzeit ! Alle Jahre wieder - Igelalarm bei TierfreundLich e.V., kein Tag vergeht, ohne dass zahlreiche Anfragen wegen aufgefundener mutterloser Igelbabys beantwortet werden müssen. Zum diesjährigen Welttierschutztag am 04. Oktober bittet TierfreundLich um Hilfe für Igelfindlinge.
Was ist zu tun, wenn man ein Igelchen gefunden hat? Zuerst ist abzuklären, ob der Findling tatsächlich mutterlos ist, d.h. je nach Fundort und Gegebenheiten Futter hinstellen und abwarten, ob eine Igelmutter kommt. Leider werden nur zu oft Wildtierbabys wie Igel mitgenommen, in dem Glauben, sie seien verwaist. Als Ausnahme gilt, wenn es sich um schwache und/oder verletzte Igelbabys handelt, die dringend Hilfe benötigen oder man hat die Igelmutter tot aufgefunden.
Erster Ansprechpartner sollte ein Tierarzt sein, er kann am besten den Zustand des Findlings beurteilen und ihn, falls nötig, sofort medizinisch versorgen.
Der Finder eines kleinen Igels kann aber auch schon selbst Soforthilfe leisten: Warmhalten ! Die meisten Findlinge sind stark unterkühlt und brauchen dringend Wärme. Mit einer Gummiwärmflasche unter einer Decke
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oder einem Handtuch lässt sich leicht 'Erste-Wärme-Hilfe' leisten, denn Unterkühlung ist eine der häufigsten Todesursachen bei Jungigeln. Ein unterkühlter Igel ist nicht im Stande Nahrung zu sich zu nehmen oder diese zu verwerten. Setzt man den Igel auf die warme Unterlage, kann man beobachten, wie er langsam wieder aktiver wird. Einwickeln in ein Handtuch reicht allerdings nicht, da die Igelchen in diesem Stadium schon keine Eigenwärme mehr bilden können, Heizkissen sind völlig ungeeignet, da ein Hitzestau entstehen kann.
Wer in seinem Garten einen Igel füttern will, sollte unbedingt auf Milch verzichten, denn Igel vertragen den in der Milch enthaltenen Milchzucker nicht und reagieren mit heftigem Durchfall, der tödlich enden kann. Wasser und Hunde- oder Katzennassfutter sind völlig ausreichend.
Warum der Aufwand für Wildtiere, wird sich vielleicht der ein oder andere fragen? Das Tierschutzengagement darf nicht bei unseren Nutz- und Haustieren aufhören, sondern gilt auch für Wildtiere, denn die Situation für diese spitzt sich dramatisch zu. Nicht nur dass immer mehr Lebensraum für Wildtiere zerstört wird, sondern auch immer mehr Wildpflegestationen müssen aus finanziellen Gründen schließen, weil sie diesen Aufwand nicht nur ehrenamtlich leisten, sondern auch die Kosten allein tragen müssen.
TierfreundLich e.V. engagiert sich seit Jahren wie kein anderer Verein im Umkreis um Wildtiere - Aufnahme im Jahr durchschnittlich 174 - 80 % davon sind Igel, die mittlerweile auf der Liste der geschützten Tierarten zu finden sind und auch zum Tier des Jahres 2009 ernannt wurden, denn sie sind wie viele andere Tierarten vom Aussterben bedroht. .
Unterstützung bei der wichtigen Aufzuchtarbeit und Unterbringung der Igelfindlinge haben kürzlich die neu gegründete Ortsgruppe des NABU Lich und auch die Interessengemeinschaft Tierschutz Mittelhessen e.V. zugesagt. Trotzdem sucht TierfreundLich noch Tierfreunde, die unter Anleitung und mit teilweise zur Verfügung gestellten Igel-Behausungen mithelfen, Igel zu überwintern, die ohne Hilfe und Zufüttern die kalte Jahreszeit nicht überleben würden. Wer Interesse hat, bitte melden unter Tel 0700 84375424 oder 06404/64637.
Wenn Sie Fragen zu Igeln haben, wenden sie sich bitte an einen Tierarzt oder Tierschutzverein oder klicken sie unsere Homepage an www.tierfreund-lich.de
Für die auch in diesem Jahr entstehenden hohen Kosten der Igelüberwinterung bittet TierfreundLich dringend um zweckgebundene Spenden unter dem Stichwort 'Igel', Volksbank Mittelhessen Konto Nr. 10659108, BLZ 513900 00

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Kommentare zum Beitrag

Rita Jeschke
2.807
Rita Jeschke aus Gießen schrieb am 04.10.2009 um 12:06 Uhr
Danke Ilona, für die ausführlichen Erklärungen - ist sicher für viele Leser/innen interessant. Ich habe gerade gestern "unseren" Igel wieder gesehen, anscheinend frisst er wohl doch das ausgelegte Katzenfutter :-)
Siehe mein Beitrag:
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/19204/was-hat-es-mit-diesem-gummistiefel-auf-sich/
Dr. Mathias Knoll
7.529
Dr. Mathias Knoll aus Gießen schrieb am 04.10.2009 um 13:46 Uhr
BEI MIR ZU HAUS

Meine Tiere machten aus der Wohnung einen Zoo
Ich wohne halb im Bad halb nirgendwo
Aber trotzdem bin ich leidlich froh
Denn einen Luxus hab ich noch:
Ich schlaf auf Stroh

Warum ich mir das gefallen lasse?
Weil ich alle strengen Worte hasse
Und bedenkt mal bei den teuren Mieten
Will ich wenigstens meinen Tieren
Etwas Gemütlichkeit bieten
Annick Sommer
4.007
Annick Sommer aus Linden schrieb am 04.10.2009 um 13:58 Uhr
Köstlich Ihr Gedicht, Herr Knoll!
Und danke, Ilona, für diesen interessanten und wichtigen Beitrag! :-)))
Nicole Kocaoglu Schmidt
710
Nicole Kocaoglu Schmidt aus Heuchelheim schrieb am 04.10.2009 um 14:31 Uhr
Der Igel ist kein Haustier und sollte im Herbst nicht zur Überwinterung in den Keller oder andere Räume gebracht werden. Auch kleinere Jungigel überleben im Winter wesentlich besser als allgemein bekannt ist.
Der Gesetzgeber beschränkt eine Aufnahme von Igeln ins Haus auf absolute Ausnahmen. Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen.
Mit Beginn der kalten Jahreszeit sind Igel entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit auch über Tag aktiv, denn insbesondere die Jungtiere müssen sich für den bevorstehenden Winterschlaf noch einige Fettreserven anfressen.
Das ist die Zeit, in der vermeintlich hilflose Jungigel der Natur entnommen werden, um sie über den Winter zu bringen. Zwar ist solche Hilfe sicherlich gut gemeint, aber aus Naturschutz- wie auch aus Tierschutzsicht eher umstritten.
In den meisten Fällen ist eine Überwinterungshilfe nicht erforderlich.
Auch ist der Natur wenig geholfen, wenn einzelne Tiere, die allein nicht überlebensfähig sind, durch menschliche Hilfe über den Winter kommen. Auch wenn viele Personen dies nicht hören wollen, der Winter stellt eine biologisch wichtige Auslese dar, die zur Gesunderhaltung der Population beiträgt und damit der Arterhaltung dient.
Igelforscher haben bewiesen, daß auch kleinere Jungtiere in der freien Natur wesentlich größere Überlebenschancen haben als allgemein angenommen wird. Auch haben im Haus überwinterte Igel erhebliche Anpassungsschwierigkeiten, wenn sie im Frühjahr wieder in die Natur entlassen werden.
Viel sinnvoller ist es, seinen Garten Igelgerecht zu gestalten und ggf. draußen zuzufüttern. Artgerechte Igelbehausungen sind sehr einfach zu gestalten. Außerdem sind Igel in jedem Garten ausgesprochen nützlich, da Schnecken auf ihren Speiseplan gehören.
Igel sind Wildtiere und das sollten sie auch bleiben.
Karsten Brunda
339
Karsten Brunda aus Lich schrieb am 04.10.2009 um 16:53 Uhr
Gehören die Igel, die von den Autos überfahren werden auch zur "Biologischen Auslese" ? Soweit mir bekannt ist, gehören Igel zur bedrohten Tierart. Da zählt jedes Igelleben was wir retten können. Viel zu kleine Igel überleben nicht den Winterschlaf. Außerdem sind bei Tierfreundlich keine Laien , sondern genug Leute mit langjähriger Erfahrung, die genau wissen was sie tun.
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