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"Antigone" in neuem Gewand

Lich | Lich (inf). Klassische Dramen sind oft ein zäher Stoff. Bruderzwist, Totschlag, heroische Aufopferung und die Willkür der Götter sind damals der Stoff, aus dem die Träume sind. Dramatik und Tragik inbegriffen, wie es die alten Griechen vor etwa 2500 Jahren unter Sophokles so geliebt haben. Und zum Schluss sterben sowieso alle. Doch ist das immer so? Nein eben nicht.

Wenn sich nämlich Bodo Wartke einen solchen schnöden Klassiker vorgenommen hat, dann kann man davon ausgehen, dass das angestaubte Werk eine ordentliche Priese modernen Pfiff bekommt. Serviert in kleinen, leicht verdaulichen Häppchen (und in strenger Reimform) wird der Zuschauer an die klassischen Geschichten herangeführt. So liegt das Stück selbst Leuten, die normalerweise die Klassiker meiden, nicht schwer im Magen. Kommt noch dazu, dass Daniel Komma vom Theater Traumstern Regie führt, so kann man sicher gehen, dass – trotz aller Tragik – ordentlich die Lachmuskeln strapaziert werden. Dies ist beim neusten Stück des Theater Traumsterns „Antigone“ großartig gelungen. Herausgekommen ist ein temporeiches und witziges Stück, bei dem die vier Schauspieler
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(Kristina und Max Weiß, Patrick Dörhöfer und Florian Fay) in über 20 verschiedene Rollen schlüpfen, die zum Teil parallel auf der Bühne stehen. Der erste Teil des Stückes kommt äußerst leicht und beschwingt daher – obwohl Antigones Heimatstadt Theben unter dem Zwist ihrer beiden Brüder Eteokles und Polineykes zu leiden hat. Antigone versucht mutig den großen Bruderkrieg doch noch zu verhindern. Doch es kommt, wie es kommen muss, alles geht schief und Antigone muss für den Frieden alles opfern. Während man im ersten Teil noch lauthals lachen kann, wird es im zweiten Teil des Stückes ein wenig ernster und ruhiger. Trotzdem behält das Stück sein großes Tempo und seinen Witz bei - so war das Leben in Theben eben.

Komma überspitzt in dem Stück die Eigenschaften der verschiedenen klassischen Charaktere, gibt ihnen dadurch ein Gesicht und macht sie für den Zuschauer wahrlich liebenswert, trotz ihrer zum Teil martialischen Eigenschaften. Die pfiffige Inszenierung passt äußerst gelungen zu Wartkes moderner Version des Klassikers und zaubert dem Zuschauer ein ums andere Mal ein Lächeln ins Gesicht. Großartig sind auch die Gesangseinlagen der Schauspieler, die Dörhöfer dazu am Piano begleitet. Wer es bisher nicht geschafft hat, sich die Vorstellungen der Truppe anzusehen, der hat nun noch einmal Gelegenheit dazu. Ihr Stück ist am 31. Oktober um 20 Uhr und am 3. November um 12 Uhr auf der Theaterbühne des Kinos Traumstern zu sehen, bevor sie dann am 10./11. November und 15.Dezember um jeweils 20 Uhr in der Waggonhalle Marburg auftreten.
Text: Inka Friedrich

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von:  Daniel Komma

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