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Auen sind unverzichtbare Lebensräume

von Kai Wittgenam 22.03.2018413 mal gelesen5 Kommentare
Elbaue (Quelle: D. Damschen / BUND)
Elbaue (Quelle: D. Damschen / BUND)
Lich | Vor dem Hintergrund des Rückgangs von naturnahen Flüssen und Auen fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich des heutigen UN-Weltwassertages „Natur für Wasser“, Flüssen und Auen mehr Raum zu geben. Dazu erklärte Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Intakte Auen sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und sie haben einen großen Nutzen für Natur und Gesellschaft. Doch sie bedecken in Deutschland nur noch drei Prozent ihrer ursprünglichen Fläche. Das muss sich dringend ändern.“

Die Ursachen für diesen deutlichen Verlust sind aus Sicht des Umweltverbands vielfältig. So werden Auen immer mehr zurückgedrängt, da die meisten Flüsse in Deutschland inzwischen künstlich vertieft, begradigt und kanalisiert sind. Buhnen und Deiche begrenzen zudem die Ufer, Wehre und Staustufen unterbrechen den Strom. Sandbänke, Steilufer, Tümpel, Wiesen und Auwälder können aber nur durch einen natürlichen Wechsel aus Hoch- und Niedrigwasser entstehen. Sind diese Dynamik und Vielfalt vorhanden, besteht ein großer Nutzen für die Gesellschaft. „Der Wert von naturnahen Auen ist vielfältig“, so der BUND-Vorsitzende
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weiter. „Sie schützen vor Hochwasser, filtern Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser, speichern große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids. Ebenso profitieren Fischerei und Tourismus. Nur wenn Flüsse sich wieder ausbreiten können, entstehen Auen mit diesem großen Nutzen für Natur und Gesellschaft.“

Mit Blick auf die politischen Herausforderungen im Bereich des Hochwasserschutzes fordert der BUND-Vorsitzende ein entschlossenes Handeln der neuen Bundesregierung. Diese habe zwar angekündigt, mehr für den Hochwasserschutz zu tun, doch reiche es nicht aus, allein die finanziellen Mittel zu erhöhen. „Die bereitgestellten Mittel müssen richtig eingesetzt werden“, sagte Weiger. „Dort, wo Menschenleben und Sachgüter nicht unmittelbar in Gefahr sind, muss die Priorität auf ökologischen Hochwasserschutz gelegt werden. So können etwa durch Deichrückverlegungen den Flüssen wieder Teile ihrer alten Überflutungsräume zurückzugeben werden.“

Deutschland hat sich in der Vergangenheit in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, im Hochwasserschutzprogramm und mit dem Bundesprogramm Blaues Band hohe Ziele gesteckt. Zudem sieht die europäische Wasserrahmenrichtlinie eine erhebliche Verbesserung der Gewässerzustände bis 2027 vor. „Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Umsetzung dieser für Flüsse, Auen und Wasserqualität so wichtigen Richtlinie weit hinten“, kritisierte Weiger. „Die neue Bundesregierung muss sich daher klar und deutlich zur Wasserrahmenrichtlinie bekennen. Bund und Länder müssen endlich ausreichend Gelder und Personal zur Verfügung stellen, um die Richtlinie umzusetzen. Auen sind unverzichtbare Lebensräume, die wir schützen und wieder wachsen lassen müssen.“ (Quelle: BUND)

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
8.926
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 22.03.2018 um 14:17 Uhr
die vermarktung der Lahnaue ist im gange und es ist nicht der nabu, nicht der bund, nicht wwf die etwas dagegen tun. es sind interessensgemeinschaften die sich gegen die lahnpark gmbh stellen. Tourismus soll auf der Lahn und in der Lahnaue erschlossen und gefördert werden. dafür gibt es sogar fördergelder. http://www.lahnpark-mittelhessen.de/

hier ein link zu denen die für den erhalt der lahnaue kämpfen
https://schuetztdielahnaue.jimdo.com/
Nicole Freeman
8.926
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 22.03.2018 um 15:02 Uhr
wo war der nabu und der bund als aus der wieseckaue eine parkanlage für die landesgartenschau in giessen wurde?
Am runden Tisch der Gartenplaner oder an der seite der Interessengemeinschaft zur rettung der Wieseckaue?
2.238
Gertraud Barthel aus Gießen schrieb am 23.03.2018 um 13:01 Uhr
Soweit ich mich erinnern kann, war der NABU auf Seite der Bürgerinitiative, im Gegensatz zum BUND.
Otmar Busse
530
Otmar Busse aus Lahnau schrieb am 25.03.2018 um 15:38 Uhr
Im Fall der Lahnaue ist es genau so, wie Frau Freeman es beschreibt. Ob NABU oder BUND, sie halten sich diskret aus dem Kampf gegen eine weitere touristische Vermarktung der Lahnau raus.
Es macht leider keinen Sinn an dieser Stelle zu diskutieren, denn von Herrn Wittgen, kommen ja keine Rückantworten.
Stefan Walther
4.293
Stefan Walther aus Linden schrieb am 26.03.2018 um 16:31 Uhr
Sie haben Recht Herr Busse, sowohl mit Aussage zu NABU und BUND, als auch was die Ignoranz von Herrn Wittgen betrifft. Es ist sinnlos hier darüber zu diskutieren denn es findet keine Diskussion statt... Herrn Wittgens "Hobby" scheint lediglich die Werbung zu sein...
Hallo Lieber Leser
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