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Volles Haus für "Simply4Friends" - Emotionen pur bei den Licher Kulturtagen

Simply4Friends: Nani Linke, Sabine Schindele, Wolfgang Fey und Guido Linke (v.l.)
Simply4Friends: Nani Linke, Sabine Schindele, Wolfgang Fey und Guido Linke (v.l.)
Lich | (hb) Damit hatten die vier Freunde nicht im Entferntesten gerechnet: Erster Auftritt in einem größeren Saal - und gleich volles Haus! Und wie voll: Die Synagoge in Lich war bis auf den letzten Platz besetzt. Bevor sie bei den Licher Kulturtagen den ersten Ton singen konnten, mussten „Simply4Friends“ erst einmal immer neue Stühle heranschleppen. Am Ende waren 130 Gäste gekommen, um „Unplugged-Cover-Musik von den 60ern bis heute“ zu hören.
Ihr Interesse wurde nicht enttäuscht. Um es vorwegzunehmen: Es wurde ein wunderschöner Abend für alle Beteiligten. Freudig-relaxte Stimmung auf der Bühne, die tolle Akustik und heimelige Optik der Synagoge, dazu Ohrwürmer und stimmungsvolle Songs en masse – für das Publikum war es Musikerleben und Emotion pur. Gleich der Auftakt ein Kracher: Barkley James Harvest’s „Hymn“ wurde vorne von Guido Linke auf der Gitarre angestimmt, von hinten fielen Nani Linke, Sabine Schindele und Wolfgang Fey bei der dritten Liedzeile ein und machten mit ihrem langsamen Weg durch den Saal das Quartett komplett.
Schlag auf Schlag ging es weiter. Stimmungsvolles wie „Killing me Softly“ oder „Jolene“ wechselten
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sich ab mit Nachdenklichem wie „Das Gefühl“ von Annett Louisan, jeweils eingeführt mit informativen und humorigen Moderationen. Internationale Hits aus fünfzig Jahren, aber auch deutsche Titel wie „Herz über Kopf“ oder, in der Zugabe, „Westerland“ ergaben eine Mischung offenbar ganz nach dem Geschmack des Kulturtage-Publikums. Vier Stimmen, die gut aufgelegt waren und super harmonierten, dazu je nach Bedarf zurückhaltendes bis virtuoses Gitarrenspiel breiteten einen stets harmonischen Soundteppich vor den Gästen aus – und das alles ohne Mikrofon und Verstärker.
„Simply4Friends“ sind tatsächlich einfach vier Freunde, die sich im Ober-Bessinger Chor Al Dente beim gemeinsamen Singen getroffen und gefunden haben. Sie spielen ihre „Unplugged Cover-Musik“ zusätzlich zu Al Dente seit 2013, bisher allerdings in kleinerem Rahmen: auf Feiern und Geburtstagen und ein paar Mal im Eberstädter Dorfladen. Bisher war „simply for friends“, doppeldeutig aus dem Gruppennamen, auch ein bisschen das Konzept ihrer Auftritte. Das dürfte seit der Synagoge nun anders werden, so gut sind sie angekommen – Folgeauftritte wurden bereits angebahnt, wie man hört.
Wie machen sie eigentlich ihre Songs? Die meisten Lieder gibt es schließlich im Original
Arm in Arm den Schlussapplaus genießen...
Arm in Arm den Schlussapplaus genießen...
nur ein-, maximal zweistimmig. „Ganz ohne Noten“ erläutert Guido Linke. „Wir erfinden die darunter und darüber gelegten Stimmen jeweils passend zu den Liedern - und üben einfach, bis es passt.“ Nur die Texte haben sie bei ihren Auftritten vor sich, zur Sicherheit. Eine besondere Herausforderung ist das Singen mit den Freunden insbesondere für Wolfgang Fey, der eigentlich Tenor ist wie Linke. Bei „Simply“ singt er die Bass-Parts: Er kommt ansehnlich runter – „aber nach so einem Konzert bin ich erst mal erledigt“, gibt er schmunzelnd zu.
Erledigt waren alle vier am Ende vor purer Freude. Arm in Arm genossen sie den anhaltenden Applaus. Zuvor hatten sie in der Schlussphase mit Leonhard Cohens „Hallelujah“ und „The Boxer“ von Simon und Garfunkel noch einmal Gänsehaut im Saal verbreitet – leises bis enthusiastisches Mitsingen der Refrains inklusive.
Ist dieses Konzert zu toppen? „Schwer“, sagt Guido Linke. Aber darum geht es ihnen wohl auch nicht. „Vielleicht machen wir demnächst mal ein Programm ganz mit deutschen Liedern“, überlegt der Gitarrist. Repertoire hätten sie genug. Dann aber wohl erst mal wieder im Dorfladen, ist zu vermuten.

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