Bürgerreporter berichten aus: Lich | Überall | Ort wählen...

Statement von NABU-Präsident zum Sondierungs-Beschluss

von Kai Wittgenam 12.01.2018406 mal gelesen4 Kommentare
Möwenküken (Quelle: NABU / Julia Baer)
Möwenküken (Quelle: NABU / Julia Baer)
Lich | Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche von Union und SPD kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke:

„Das Sondierungs-Papier ist noch nicht der große Wurf. Bei der Naturschutz- und Umweltpolitik muss erheblich nachgebessert werden. Im Beschluss sind noch viele Formelkompromisse enthalten, die nicht deutlich machen, wohin die Reise führt. So ist unklar, wo es in der EU-Agrarpolitik hingehen soll und wie das Klimaziel 2020 erreicht werden soll. Deutschland hat sich zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der UN verpflichtet, hierzu bleibt das Sondierungsergebnis blass. Das Leitbild für den Koalitionsvertrag muss aber das klare Bekenntnis zu den UN-Nachhaltigkeitszielen sein.“

Der NABU fordert von einer künftigen Regierung einen klaren Kurswechsel in der Agrarpolitik. „Angesichts des dramatischen Insektensterbens, des alarmierenden Artenschwundes, der hohen Nitratbelastung von Böden und Trinkwasser durch die intensive Landwirtschaft, kann es nicht sein, dass Union und SPD sich bisher lediglich darauf einigen können, das milliardenschwere EU-Agrarbudget weiterhin halten zu wollen, ohne konkrete Ideen vorzulegen, wie
Mehr über...
Naturschutz (262)NABU (162)Groko (4)
diese Zahlungen künftig sinnvoll an Naturschutz- und Klimaschutzleistungen geknüpft werden können. Statt weiterhin die pauschalen Zahlungen pro Hektar in der Fläche versickern zu lassen, müssen die Agrarsubventionen endlich umgeschichtet und zum Vorteil von Natur und Landwirtschaft genutzt werden“, so Tschimpke weiter. Das Bekenntnis der GroKo-Unterhändler zu einem Aktionsprogramm Insektenschutz sei für den Naturschutz ein gutes Signal. Wichtige Themen wie das Bundesprogramm „Blaues Band“, dessen Ziel es ist, die ökologische Entwicklung der großen Flüsse und ihrer Auen in Deutschland zu unterstützen, seien allerdings noch gar nicht benannt.

Bis auf das bereits existierende Programm gegen die Meeresvermüllung fehlen Impulse und Bekenntnisse zu einer besseren und nachhaltigeren Meeres- und Fischereipolitik vollständig. Immerhin bekennen sich die GroKo-Sondierer zum Klimaziel 2020. Maßnahmen, die dahin führen sollen, sind allerdings in eine noch zu gründende Kommission ausgelagert und damit noch sehr unsicher. „Um die Klimaschutzziele zu erreichen muss zunächst mehr Energie eingespart und der Ausstieg aus der Kohle festgeschrieben werden. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, allerdings darf unter dem Handlungsdruck nicht die Qualität leiden. Zu einer naturverträglichen Energiewende gibt es nach wie vor keine Alternative“, so Tschimpke. (Quelle: NABU)

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Nein, es ist kein galaktisches Kassenhäuschen
Kunst in der Lahnaue
Über Kunst und das Verständnis für Objekte, die von ihren kreativen...
Engin Eroglu, Landesvorsitzender der FREIE WÄHLER Hessen
FREIE WÄHLER fordern Glyphosat-freie Landkreise in Hessen und Rücktritt des Bundeslandwirtschaftsministers
Im Alleingang hat der Bundesminister für Ernährung und...
Rotkehlchen (Quelle: NABU)
Wieder mehr Meisen und Finken in den Gärten
Erste Zwischenergebnisse zur "Stunde der Wintervögel" in...
Kein Palmöl in den Tank (Quelle: DUH / Holzmann)
EU-Parlament sendet wichtiges Signal für eine schnellere Energiewende und das Ende von Palmöl im Tank
Parlamentarier sprechen sich für ein verbindliches...
erschreckend, nur an einem einzigen Tag auf einem Wegstück von ca. 50m am Bahndamm der ehem. Kanonenbahn bei Dorlar 7 Tote und dieser im Bild gezeigte Überlebende mit verkürztem Schwanz.
7 Tote und ein Überlebender
Kiefernforst (Quelle: NABU / Eric Neuling)
Weihnachtsbäume ohne Gift kaufen
NABU rät: Auf kurze Transportwege, regionalen Anbau und Ökolabel...
Ackerhummel (Quelle: NABU)
Insektensterben am Feldrand
NABU fordert Ende des illegalen Umbruchs von Feldwegen. Der NABU...

Kommentare zum Beitrag

Klaus Viehmann
1.476
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 13.01.2018 um 14:35 Uhr
Herr NABU-Präsident Olaf Tschimpke, fordert viel, macht sehr wenig und überwacht die vielen Millionen die der NABU jährlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Schenkungen anhäuft. Fragen sie doch mal wieviel Angestellte in Berlin und in den Landesvertretungen von diesem Geld gut leben. Fragen sie wieviel Land und wieviel Immobilien der Nabu sein eigen nennt. Die Arbeit an der Basis machen Ehrenamtliche, die für ein Logo oder ein Basecap der Nabu noch Geld bezahlen müssen. Ich war lange im Nabu, sogar in der Landesvertretung, aber für mich ist das keine gemeinnützige Institution mehr, die müssten sogar bei verschiedenen Sparten Steuer zahlen.
Klaus Viehmann
1.476
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 13.01.2018 um 16:41 Uhr
Ich möchte mit dem Kommentar, den ich vorher geschrieben habe, nicht die vielen Ehrenamtlichen an der Basis, von den ich viele persönlich kenne, angreifen. Diese Leute machen einen guten, ja sogar sehr guten Shop, ohne sie wäre der Naturschutz schon längst ausgestorben. Ich bin nur sauer auf diese Leute, die Wasser predigen und Wein saufen.
Peter Herold
26.465
Peter Herold aus Gießen schrieb am 15.01.2018 um 10:09 Uhr
"Immerhin bekennen sich die GroKo-Sondierer zum Klimaziel 2020."
Das habe ich anders gelesen. So soll das Ziel nicht zu halten sein und eine neue Zielsetzung in die Zukunft, ja welche den? soll erfolgen.
Klaus Viehmann
1.476
Klaus Viehmann aus Hüttenberg schrieb am 15.01.2018 um 12:18 Uhr
Peter, das Klimaziel 2020 ist für jeden dem die Natur und Umwelt wichtig ist eine wichtige Sache. Da müssen natürlich viele zusammen mitarbeiten, die Bauern dürfen kein Glyphosat (Roundup) mehr spritzen, es darf von den Kommunen und den Landwirten nicht mehr soviel gemulcht werden, der Grund- und Hausbesitzer muss in seinem Garten auch mal eine Ecke wo Hecken und Reisig Schnitt auch mal liegen darf einrichten. Nur dann haben Insektensterben ein Ende.
Zum Nabu, der könnte, wenn er nicht immer nur fordern würde auch selbst einmal, auch finanziell, in seinen Ortsgruppen Wildblumenwiesen, Trockenmauern und Feuchtgebiete anlegen. Nur die Ortsgruppen können das nicht mit den 16,7% Anteil der Mitgliedsbeiträge alles leisten, da muss schon der Naturschutzbund finanziell mithelfen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Kai Wittgen

von:  Kai Wittgen

offline
Interessensgebiet: Lich
126
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Quelle: NABU / Hapke
Öffentliche Beteiligung scheint nicht erwünscht
NABU: Planungsverfahren bei Fehmarnbeltquerung politisch...
Quelle: NABU / Andrea Henning-Andresen
NABU: GroKo muss beim Umweltschutz nachschärfen
Tschimpke: Politischer Einfluss auf den Wandel in Gesellschaft und...

Weitere Beiträge aus der Region

Quelle: NABU / Hapke
Öffentliche Beteiligung scheint nicht erwünscht
NABU: Planungsverfahren bei Fehmarnbeltquerung politisch...
Quelle: NABU / Andrea Henning-Andresen
NABU: GroKo muss beim Umweltschutz nachschärfen
Tschimpke: Politischer Einfluss auf den Wandel in Gesellschaft und...
Obsternte (Quelle: NABU / Bernd Schaller)
NABU: Landwirtschaft braucht grundlegend neue Ziele
Tschimpke: Umwelt, Klima- und Artenschutz nicht weiter auf dem Altar...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.