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Weihnachtsbäume ohne Gift kaufen

von Kai Wittgenam 05.12.2017431 mal gelesen1 Kommentar
Kiefernforst (Quelle: NABU / Eric Neuling)
Kiefernforst (Quelle: NABU / Eric Neuling)
Lich | NABU rät: Auf kurze Transportwege, regionalen Anbau und Ökolabel achten.

Seit einigen Tagen kommt der Verkauf von Weihnachtsbäumen in Hessen in die Gänge. In den nächsten Wochen werden in Deutschland über 30 Millionen junge Fichten und Tannen den Besitzer wechseln. Doch nur selten steht am Heiligen Abend tatsächlich ein heimischer Nadelbaum in der Wohnung, beliebter sind Nobilistannen oder Blaufichten. „Die meisten Weihnachtsbäume stammen leider aus Kulturen, die durch den massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden Boden, Grundwasser und Lebewesen belasten“, gibt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen zu Bedenken. Der NABU empfehlt deshalb den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus Durchforstung oder aus Weihnachtsbaum-Kulturen, die nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet werden.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Bäume mit dem FSC-Siegel oder den Labeln der ökologisch arbeitenden Anbauverbände Bioland oder Naturland gekennzeichnet sind. Das garantiere, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaum-Kulturen nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch
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von Aufwuchs befreit werden. Auch später werden im Ökoanbau Konkurrenzpflanzen nicht durch Pestizide kleingehalten. „Weil im Biolandbau keine Gifte zum Einsatz kommen, werden auch nützliche Insekten geschont, die einem Schädlingsbefall wirksam entgegentreten können“, so der Biologe Eppler. Das Angebot an Bio-Weihnachtsbäumen sei in Hessen allerdings bislang relativ gering. Der ökologische Weihnachtsbaumanbau friste immer noch ein Schattendasein. Zertifizierte Anbieter gibt es etwa in Kassel, Marburg, Wetzlar, Fulda, Frankfurt, Bad Vilbel, Bad Nauheim, Friedberg, Hanau, Gelnhausen, Darmstadt, Wiesbaden und Heppenheim.

Als gute Alternative sieht der NABU Weihnachtsbäume aus Durchforstungsmaßnahmen oder von forstlichen Sonderstandorten wie z.B. Hochspannungstrassen an. Diese Bäume seien in der Regel unbehandelt und müssten sowieso gefällt werden. Durchforstungsbäume seien über das örtliche Forstamt erhältlich. Hierbei sei aber darauf zu achten, nicht zu lange Transportwege zurückzulegen. „Die Umweltbilanz eines unbehandelten Weihnachtsbaums, den man extra mit dem Auto aus einem zwanzig Kilometer entfernten Wald holt, fällt deutlich negativ aus“, erklärt Eppler. Der Biologe Eppler warnt vor möglichen Gesundheitsschäden durch giftbehandelte Weihnachtsbäume. „Mit einem Baum aus dem Ökoanbau oder aus Durchforstung erspart man sich und seiner Familie eine mögliche Belastung der Raumluft mit Pestizid-Ausdünstungen während der Feiertage.“

An die Weihnachtsbaum-Produzenten appelliert der NABU Hessen, künftig stärker auf ökologische Kriterien zu achten. Es sei nicht zu verantworten, mit zu Schmuckzwecken gezüchteten Nadelbäumen massiv die Umwelt und die Gesundheit von Menschen zu gefährden. Allerdings müsse auch der Verbraucher seine Ansprüche überdenken: „Den perfekt gerade und dicht gewachsenen, rundum schön grünen Weihnachtsbaum gibt es kaum ohne chemische Sonderbehandlung“, so Eppler. (Quelle: NABU Hessen)

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
6.781
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 06.12.2017 um 10:07 Uhr
So ist das mit diesen Weihnachtsbäumen, denn wenn solche gespritzten Bäume im Wohnzimmer stehen, da riecht es nicht gut. Wie achten da immer mehr darauf, ein natürlicher Weihnachtsbaum ist was schönes in der Wohnung. Gerade in den großen Märkten läuft man Gefahr solche gespritzten Tannenbäume zu erwischen, denn da zählt nur die große Menge!
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