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Insektensterben am Feldrand

von Kai Wittgenam 06.11.2017418 mal gelesen1 Kommentar
Ackerhummel (Quelle: NABU)
Ackerhummel (Quelle: NABU)
Lich | NABU fordert Ende des illegalen Umbruchs von Feldwegen.

Der NABU Hessen fordert vom Land Hessen und von den Kommunen, entschieden gegen den illegalen Umbruch von Feldwegen und Wegrändern vorzugehen. In Hessen sei immer öfter zu beobachten, dass diese wichtigen Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten umgepflügt oder mit Pestiziden gespritzt und gedüngt werden. „Für den Schutz der Artenvielfalt sind Feldwege und Wegränder von großer Bedeutung. Mit ihnen gehen wichtige Strukturen in der häufig ausgeräumten, intensiv genutzten Agrarlandschaft verloren, die Rückzugsraum oder Nahrungsangebot sind. Dies gilt besonders für Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen und Käfer“, erklärte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. In einer einstimmig beschlossenen Resolution riefen die über hundert Delegierten der NABU-Landesvertreterversammlung Umweltministerin Hinz am Wochenende dazu auf, gegen diese illegale Landnahme durch Landwirte vorzugehen.

Konkret fordert der NABU Hessen, das Problembewusstsein für den Artenschwund durch Wegeumbruch zu schärfen. „In jedem Landkreis muss der Verlust von Wegen
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und Wegerändern exemplarisch in einer Kommune durch den Vergleich von Luftbild und Liegenschaftskarte analysiert und öffentlich gemacht werden“, so Eppler. Die öffentliche Förderung für illegal genutzte Flächen müsse dringend unterbunden werden. „Subventionsbetrug darf nicht geduldet werden und muss Rückzahlungsforderungen nach sich ziehen“, bilanzierte Eppler. Feldwege befinden sich in der Regel im Eigentum der Gemeinden. Ohne Genehmigung des Eigentümers und der Unteren Naturschutzbehörde ist das Umpflügen von Feldwegen nicht zulässig.

Wege und Wegeränder haben eine wichtige Funktion für den lokalen Biotopverbund. Sie sind wertvoller Lebensraum für mehrere hundert Pflanzenarten und über tausend Tierarten. Zur Umsetzung der Hessischen Biodiversitätsstrategie sind sie deshalb unverzichtbar. Die Entwicklung der im Offenland lebenden Tier- und Pflanzenarten ist seit mehreren Jahren dramatisch rückläufig. Immer mehr Wildblumen, Schmetterlinge, Wildbienen oder Feldvögel finden sich auf der Roten Liste. Aktuelle Studien belegen, dass die Biomasse der Fluginsekten seit den 1990er Jahren selbst in Schutzgebieten um 75 Prozent abgenommen hat. „Deutschland hat in nur zwölf Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren, was 15 Prozent des Bestandes entspricht“, so Eppler.

Honigbiene auf Kratzdistel (Quelle: NABU)
Honigbiene auf Kratzdistel (Quelle: NABU)
Bisher zeige der Hessische Bauernverband, so der NABU, wenig Problembewusstsein: Statt dem illegalen Treiben ein Ende zu setzen, rechtfertige er den Umbruch als „Rationalisierung“ und „Kosteneinsparungspotential“ mit positiven Umwelt- und Klimaeffekten, weil Treibstoff und damit Emissionen eingespart würden. „Der Bauernverband muss seiner gesellschaftlichen Verantwortung stärker gerecht werden und den Schutz der biologischen Vielfalt ernst nehmen“, so Eppler. An die Kommunen appelliert der NABU, sich umfassend über die Bedeutung der Feldwege- und Saumstrukturen und die Chancen eines lokalen Biotopverbundsystems zu informieren. „Unsere über 300 hessischen NABU-Gruppen sind gerne bereit, die Gemeinden dabei zu unterstützen“, erklärte Eppler. Bürgermeister müssten sich klar darüber sein, dass Feldraine und Feldwege als Vermögensgegenstände der Gemeinde ebenso pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten seien wie alle anderen auch. Landwirte müssten über Bußgelder zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie gegen Eigentumsrecht oder Naturschutzrecht verstoßen haben. (Quelle: NABU Hessen)

Ackerhummel (Quelle: NABU)
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Honigbiene auf Kratzdistel (Quelle: NABU)
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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
6.781
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 07.11.2017 um 12:07 Uhr
Das ist ein Thema was bei der Biodiversität immer wieder angesprochen wird, aber nur zum Teil bei den Verursacher ankommt!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Kai Wittgen

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