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Mit Erotik und viel Witz in den Wonnemonat Mai

Sven Paul Fürle, Nisse Kreysing, Uwe Fischbach, Stephan Gaberdiel und Uwe Lang.
Sven Paul Fürle, Nisse Kreysing, Uwe Fischbach, Stephan Gaberdiel und Uwe Lang.
Lich | Sehr sexy und höchst amüsant ging es am Vorabend zum ersten Mai im Kino Traum-stern zu. Fünf Männer aus Marburg probierten ihre erotischen Reize vor überwiegend weiblichem Publikum aus: „Ladies Night“ war angesagt!

Im vollbesetzten Saal brachte das Ensemble der Marburger Waggonhalle die Stripper-Komödie auf die Bühne. Vorlage ist der englische Kino-Film „Ganz oder gar nicht“, der in den neunziger Jahren sehr erfolgreich auch in deutschen Kinos lief.

Da sind die Freunde Max und Harry, die sich mit ihrem trostlosen Dasein in der Ar-beitslosigkeit nicht abfinden wollen. Immer auf der Suche nach neuen Geschäftsideen fühlen sie sich von den Erfolgsmeldungen über eine professionelle Männer-Strip-Gruppe inspiriert. Überzeugt davon, dass sie den Profis in nichts nachstehen, initiieren sie ein Casting um nach geeigneten Mitstreitern zu fahnden. So bildet sich schließlich eine Truppe sehr unterschiedlicher Typen, die unter dem Namen „Fire Strippers“ ins Showgeschäft einsteigen will.

Bis dahin scheint es allerdings noch ein weiter Weg zu sein. Nach und nach dämmert es den Herren, dass kein einziger von ihnen durch wahrhaft
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Theater (347)
erotische Bühnenpräsenz überzeugen kann. Sie schlagen sich mit unübersehbarem Übergewicht, linkischen Be-wegungen und versteckter Schamhaftigkeit herum. Es handelt sich bei den Erotik-Anwärtern eben um ganz normale Männer. Allesamt Exemplare, wie sie den meisten Frauen im Publikum vertraut sein dürften. Karikaturenhaft überzeichnet gehen sie mal großmäulig, mal depressiv oder zwanghaft durchs Leben. Dennoch ist die Inszenierung weit entfernt vom üblichen Männerballett-Klamauk. Die humorige Grundstimmung wird immer wieder durchbrochen. In einzelnen Szenen zeigen sich die Figuren auch mit ih-ren Problemen und Sorgen. Da geht es um die zerbrochene Ehe, um Sorgerechtsstrei-tigkeiten oder um die soeben verstorbene Mutter. Im Wechselspiel mit diesen ernsten Zwischentönen zeigen sich die einzelnen Persönlichkeiten als liebenswerte Alltags-Typen.

Zu wahren Helden reifen sie heran, als es ihnen tatsächlich gelingt ihre Hemmungen zu überwinden. Tänzerin Lucy trainiert sie mit der Härte einer Domina und macht die Trup-pe in jeder Hinsicht bühnentauglich.

Die Geschichte und die Aufführung enden in einer fulminanten Stripper-Show. Souve-rän und äußerst sexy lassen die „Fire Strippers“ schließlich im Disco-Rhythmus die Hüllen fallen – und zwar ganz!

Gab es im Verlauf des Abends schon reichlich Szenen-Applaus und johlendes Geläch-ter, so geriet das Publikum am Ende völlig außer Rand und Band. Die Stimmung war aufgeheizt und Darsteller wie Zuschauer-(innen) gaben sich völlig dem Genuss der köstlichen Vorführung hin.

Mit bisher über 150 Vorstellungen in In- und Ausland gehört „Ladies Night“ zu den er-folgreichsten Theater-Produktionen der Marburger Waggonhalle. Im Publikum sitzen Frauen, die bei den Shows der echten Men-Stripper wohl kaum zu finden sind. Da ist die Erotik schließlich eine ernste Sache und satirische Anklänge sind eher unfreiwillig. Bei dem Marburger Ensemble ist das Kreischen der Zuschauerinnen Teil der Auffüh-rung. Es ist ein Spiel mit Klischees und alle Beteiligten sind mit großem Vergnügen da-bei. Die Männer sind erotisches Objekt und gleichzeitig Kumpel, Ehemann oder Kinds-vater. Die Komik liegt in den geballten Widersprüchen – eben ganz wie im richtigen Le-ben.

Das auch der Regisseur Matze Schmidt gerne mal seinen Körper vorzeigt, beweist er in der Casting-Szene zu Beginn der Aufführung. Als Kandidat fällt er bei der Jury aller-dings gnadenlos durch. Auf der Bühne verbleiben die Schauspieler Nisse Kreysing als Gerd Vincent, Uwe Fischbach als Harry, Stephan Gaberdiel als Steffen Müller, Uwe Lange als Max, Sven Paul Fürle als Klaus und die Darstellerin Dominique Ronshausen als Lucy.

Sven Paul Fürle, Nisse Kreysing, Uwe Fischbach, Stephan Gaberdiel und Uwe Lang.
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