Bürgerreporter berichten aus: Lich | Überall | Ort wählen...

Hamburg-Marathon: Ziel erreicht.

von Jupp Grafin Marathonam 01.05.20091427 mal gelesen1 Kommentar
Die Spitzengruppe
Die Spitzengruppe
Lich | Samstag in Hamburg:
Die letzten Vorbereitungen vor dem Start: ein letztes leichtes Training – nichts von Tempo- oder
Crescendolauf, Intervalltraining oder ähnlichen schweißtreibenden Angelegenheit. Nein, es ging ganz
gemütlich zu. Nach dem Training fand unser Nudelessen statt, anschließend letzte Besprechung mit Dirk Lösel und Jürgen Werner von KörperKonzept. Es ging um allgemeine Hinweise zum Lauf, wie Essen, Trinken, Abkühlen und die Laufstrategie für jeden einzelnen. Diese hatte Jürgen ausgearbeitet. In meinem Fall hieß das: maximale Herzfrequenz 135/min; je km in 7:40 min (Laufzeit ca. 5:23 Stunden). So lange.

Sonntag morgen:
Endlich war es dann soweit. Das Ziel von 5 Monaten harter Arbeit war erreicht. Es war Marathon-Morgen 07.30 Uhr. Nach minimalem Frühstück, dem obligatorischen Gruppenbild, einer letzten Kontrolle der Ausrüstung und Toilettenbesuch ging es los – mit dem Bus zur Reeperbahn. Start und Ziel des Hamburg- Marathon liegen in unmittelbarer Nähe der Reeperbahn. Hier sollte es losgehen, schön geordnet, Läuferblock nach Läuferblock, von A wie ganz schnell bis N wie Bummelzug. Ich war für den Startblock
Mehr über...
Training (51)Stimmung (25)Marathonlauf (2)Marathon (17)Lauftechnik (1)lauf (8)Hamburg (67)
N eingeteilt. Aber vorher musste ich noch zur Toilette. Die zwei Kannen Tee machten sich bemerkbar. Vor den „Dixi-Toiletten“, die nebeneinander standen, gab es schon lange Warteschlangen von jeweils etwa 50 Bedürftigen. Es ging aber dann doch recht schnell, weil für jede Schlange mehrere „Häuschen“ zuständig waren. Die Uhr tickte, der Zeiger näherte sich der 12; es war kurz vor 09.00 Uhr – Zeit meinen Block aufzusuchen.

… 5, 4, 3, 2, 1 – los. Die Start-Glocke war bis zu uns, im Block N, nicht zu hören. Nach einiger Zeit war vor uns Bewegung erkennbar; dann ging es los. Als wir über die Startlinie liefen, waren für die ersten aus dem A-Block bereits 10 Minuten um. Für uns zählte die Zeit ab Überschreiten der Startlinie (Kontaktmatte), gemessen und zugeordnet durch einen Chip, den jeder Läufer an seinem Laufschuh befestigt hatte. Über die Strecke gab es weitere 3 Kontaktmatten, an denen der Durchlauf der Läufer und die Zeiten festgehalten wurden.

Aktiv waren an diesem Morgen ca. 15.000 Läufer, zusätzlich noch Handbiker und Rollstuhlfahrer. Zugeschaut, gefeiert und die Läufer angefeuert haben etwa 850.000 Menschen. Diese waren nicht minder aktiv. So kamen auf jeden Sportler 57 Zuschauer. Teilweise konnte man den Eindruck
Die Marathonis vor dem Start
Die Marathonis vor dem Start
haben, die Leute haben einfach ihr Wohnzimmer auf die Straße geholt. Anfeuerungsrufe, Musik von Stereoanlagen, selbst gemachte Musik mit Trommeln, Kochtöpfen und anderen Musikinstrumenten, Musik- und Sambagruppen, Spielmannszüge prägten das Bild und machten den Lauf zu einem Erlebnis. Ganz Hamburg feierte mit den Sportlern. Das konnte keinen kalt lassen.

Ich bin dann auch mal losgelaufen, als ich dran war. Kleines Problem auf den ersten Kilometern: Ich musste zur Toilette. Auch das war gut organisiert. Dixi-Häuschen in kurzen Abständen, in die die Läufer verschwinden konnten. Als ich raus kam, traf ich Hans-Jürgen und Hans. Die waren genauso erstaunt mich zu sehen, wie ich erstaunt war, die beiden zu sehen. Die sollten viel weiter vorne sein. Nach kurzem Hallo ging es weiter. Immer mal wieder ein Blick zur Uhr: die Herzfrequenzmessung bewegte sich zwischen 142 und 147. Das war zu schnell. Aber mir ging es gut. Nach 1:07 Std. war ich bei km 10; nach 2:16 Std. bei km 20. Das war schneller als ich in den Wettbewerben der letzten Wochen gelaufen war. Bei km 18 sah ich Jürgen, unseren Trainer, stehen. Der hatte auch mitbekommen dass ich sehr schnell, zu schnell, unterwegs war. Aber es kam, wie es kommen musste. Ich konnte das Tempo nicht durchhalten. Ab km 29 konnte ich nur noch Walken, wobei hier meine Geschwindigkeit immerhin noch 6 km/h betrug. Mein Wunschziel von < 5 Stunden
Vor dem Start ...
Vor dem Start ...
war nicht mehr zu erreichen. Der Traum war ausgeträumt. Rechnerisch konnte ich bei 1 km in 10 Minuten das Ziel in 5:15 bis 5:30 Std. erreichen. Aufgeben war kein Thema, weil es mir auch nicht richtig schlecht ging. Meine Beinmuskulatur machte nicht mehr mit, aber die etwas andere Beanspruchung beim Walken ging. Also, weiter Walken. Unterwegs wurde mir Prinzenrolle, Schokolade, diverse Getränke, Bier usw. angeboten. Ich habe nur Wasser, Bananen und meine eigenes Powergel genommen. Und immer wieder Rufe: Jupp, Du schaffst das. Jupp, halte durch.

Es war warm. Jürgen Werner hatte uns gesagt, Verpflegungsstellen sind alle 2,5 km. Bei diesem warmen Wetter nehmt ein Schluck zu trinken und schüttet Euch Wasser über Kopf, Gesicht und Nacken. Kühlt Euch ab, damit Ihr nicht überhitzt. Das habe ich sehr regelmäßig gemacht. Außer bei km 5 habe ich keine der Verpflegungsstellen ausgelassen und immer wieder Wasser über mich geschüttet. Aber irgendwann ist auch ein Marathon zu Ende. Ich lief über die Ziellinie und bekam die Medaille umgehängt – kurz vorher habe ich noch Dirk und Jürgen am Rande
Burkhard und Hans-Jürgen
Burkhard und Hans-Jürgen
der Strecke gesehen. Das war nicht mein erster Marathon, trotzdem hat mich dieser Zieleinlauf emotional besonders berührt. Dann stand ich da im Läuferdorf und musste mich zunächst einmal orientieren. Wo gibt es meinen Kleiderbeutel, wo Verpflegung, wo ist unser Bus? Wo sind die Duschen? Den Kleiderbeutel hatte ich mir schnell geholt, dann traf ich auch schon Wilma und Thomas.
Die waren schon länger im Ziel und kannten sich aus. Die wussten auch, wo der Bus sein sollte. Thomas organisierte mir das Verpflegungspaket, ein alkoholfreies Weizen und die Urkunde. Langsam kam ich wieder zu mir. Soweit überschaubar, war alles noch heile, außer mit meinem rechten Fuß war etwas nicht in Ordnung. Ich hatte das Gefühl, das Strickmuster – davon jeden einzelnen Faden – meiner Socke zu spüren und im Wasser zu stehen. Später stellte sich heraus dass ich eine Riesen-Blase unter dem Fuß hatte. Ich bin mindestens bis Dienstag gehumpelt. Die Muskulatur war schnell wieder in Ordnung. Jürgen hatte empfohlen, die Beine mit Eis abzureiben, was ich getan habe. Das hat geholfen.

Am Abend, beim Bier danach, wurden die Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht. So richtig krank war keiner, aber ein paar Wehwehchen und Blessuren hatte jeder mitbekommen.
Burkhard
Burkhard
Unser Team KörperKonzept konnte mit den erreichten Ergebnissen zufrieden sein. Alle waren mit repektablen Ergebnissen ins Ziel gekommen Leider konnte aus Gesundheitsgründen eine Läuferin nicht mit nach Hamburg fahren, und ein weitere Läufer mußte „kürzer treten“. Gelaufen sind: Burkhard Klein, Carmen, Miroslav Krampl, Frank Ludwig, Wilma Möller, Rainer Müller, Dieter Rau, Hans Schneider, Hans-Jürgen Weber, Steffen Wintzer und ich. Peter Müller ist eine Woche vorher beim Weiltal-Marathon gelaufen. Die Zeiten lagen zwischen 03:51 Std. und 05:40 Std.

Fazit: Der Marathonlauf mit den Vorbereitungen durch KörperKonzept war eine tolle Sache. Diese Erfahrung möchte ich nicht missen. In den Vorbereitungsmonaten habe ich sicher sehr viel für meine Gesundheit getan. Ich habe 5 kg abgenommen, meine Fitness und Beweglichkeit gesteigert, Erfolgserlebnisse gehabt und Hürden überwunden. Jetzt denke ich darüber nach, was ich weiter tun will. Ich möchte mir dieses sportliche und gesundheitliche Niveau erhalten. Ich fühle mich dabei gut. Eventuell nutze ich das Angebot von KörperKonzept donnerstags abends in einer Gruppe mit Laufinteressierten meine Erfahrungen in den Bereichen Athletik, Lauftechnik und Intervalltraining weiter zu vertiefen.

Die Spitzengruppe
Die Marathonis vor dem Start
Vor dem Start ...
Burkhard und Hans-Jürgen
Burkhard
Jupp
Im Fanbus
Frank gehts gut
Carmen unterwegs
Rainer
Hans-Jürgen ...dem Ziel entgegen
Hans-Jürgen
Carmen und Frank am Ziel

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Twistesee Triathlon und Adventsmarathon
Auch in diesem Jahr fand der Twistesee – Triathlon statt, der...
Am Abend des 24.07.1943 Startete die Operation Gomorrha
Operation Gomorrha, was war das? Es war der Feuersturm in Hamburg,...
Zum Abschied in der Krone gab&#8216;s Dankesworte, Blumen und &#8222;Applaus, Applaus&#8220;.v.L Katja Herbert (Abteilungsleiterin Chorifeen), Johannes Kawria (Gastwirt) und Torsten Schön (Chorleiter beim Abschiedsständchen).
Wenn´s eng wird, hält man zusammen!
Dass bereits seit dem 12. August 2016 im „Grünen Baum“ in der...
Vereinsausflug nach Hamburg (Naturschutzverein Muschenheim)
Zum mittlerweile vierten Vereinsausflug machten sich die...
Der Wassergymnastiktrainer in Aktion
Levin Koska holt Platz 3 bei der Bezirksmeisterschaft U11
Am vergangenen Sonntag fand die Bezirksmeisterschaft der Jugend in...
Lollarer Karateka lernen von Meister aus Japan
Vergangenes Wochenende haben elf motivierte Mitglieder des Karate...

Kommentare zum Beitrag

Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 04.05.2009 um 22:21 Uhr
Hallo Herr Graf,

da kann ich wirklich nur sagen: "Hut ab!!!"
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jupp Graf

von:  Jupp Graf

offline
Interessensgebiet: Lich
Jupp Graf
123
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Lich bewegt sich – Bewegen Sie sich mit.
Unter diesem Motto starten am Sonntag, dem 10. Januar 2010, um 10.00...
Turner am Barren
150 Jahre TV 1860 Lich
Die Geschichte des TV 1860 Lich beginnt am 15. August 1860 mit dem...

Veröffentlicht in der Gruppe

Marathon

Marathon
Mitglieder: 17
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
25. Treiser Volkslauf mit Walking und Wandern
Am Montag den 3. Oktober ist es wieder soweit, mit dem 25....
Einsteigerkurs beim Treiser Lauf- und Walkingtreff
run up“ 2016 Eine Initiative des Deutschen Leichtathletik-Verband ...
Weiter Gruppe des Beitrags:

Weitere Beiträge aus der Region

Die Geschichte der sozialen Medien
Soziale Netzwerke sind allgegenwärtig. Ob beruflich oder in der...
Keiko Sasaki vom Verein Kendo Lich hat sich den ersten Platz im Frauen-Turnier gesichert.
Licherin holt Sieg beim 20. Kendo Adventsturnier
Wilde Gefechte in der Licher Dietrich-Bonhoeffer-Halle: Das nunmehr...
TV Langsdorf ehrt Mitglieder für 50, 60 u. 70 Jahre Treue zum TVL
TV Langsdorf ehrt langjährige Mitglieder
Am Sonntag, 2. Advent, hatte der TV Langsdorf zu einem festlichen...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.