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Herbstzeit – Pilzzeit

von Loni Brechtam 22.09.20081935 mal gelesenkein Kommentar
Steinpilze
Steinpilze
Laubach | Die Pilzsaison hat wieder begonnen. Wer gerne einmal selbst gesammelte Pilze zubereiten und essen möchte, sollte unbedingt einige Dinge beachten.

Für Personen, die überhaupt keine Kenntnisse über Pilze haben, empfiehlt es sich, eine Pilzwanderung mit einem Experten zu unternehmen. Solche Exkursionen werden z.B. bei den Volkshochschulen angeboten.

Nur mit einem Pilzbuch ausgestattet auf eigene Faust auf die Suche zu gehen, kann fatale gesundheitliche Folgen haben, da man sich auf Abbildungen in Büchern nur bedingt verlassen kann und diese Bücher auch niemals die ganze Vielfalt der Pilze beinhalten können.
Nach dem Verzehr von giftigen Pilzen kann es bis zu 12 Stunden und länger dauern, bis erste Symptome auftreten.
Sollte es doch einmal zu einer Pilzvergiftung kommen, rufen Sie die Giftnotrutzentrale an.
O6131 – 19240 (zuständig für Hessen und Rheinland-Pfalz)
Wenn möglich Erbrochenes und Speisereste zur Notfallstation mitnehmen.

Wenn Sie dennoch sammeln gehen:
- Benutzen Sie einen Korb, denn dieser ist luftdurchlässig. Auf keinen Fall geeignet sind Plastiktüten oder andere luftundurchlässige Materialien.
- Sammeln Sie nur solche Pilze, die Sie sicher kennen.
- Schneiden Sie die Pilze über dem Boden ab oder drehen Sie sie vorsichtig heraus. Grobe Verschmutzungen und Madenfraß an Ort und Stelle entfernen.

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Pilze (153)
Möchten Sie unbekannte Pilze von einem Pilzberater bestimmen lassen, so nehmen Sie nur einzelne Fruchtkörper mit und transportieren Sie diese getrennt!

Pilze erfüllen eine wichtige ökologische Funktion (vor allem der eigentliche Pilz, der als fadenartiges Geflecht die Erde durchzieht).
Manche Sorten tragen zur Verrottung von totem Holz oder Laub bei.
Andere Sorten leben in Gesellschaft (Symbiose) mit bestimmten Bäumen, was oft auch am Namen der Pilze erkennbar ist, wie z.B. der Birkenpilz oder Birkenröhrling.
Die Pilzfäden (Mycel) umschlingen die Wurzeln der Bäume und ermöglichen den Bäumen eine bessere Nährstoffaufnahme. Fällt man den Baum oder stirbt dieser ab, stirbt auch der Pilz.

Daher ist es wichtig, die Fruchtkörper der Pilze wachsen zu lassen, damit diese sich versporen und somit weiter vermehren können.
Zu alte oder zu junge Exemplare bitte ebenfalls nicht ernten.

Pilze möglichst frisch zubereiten und auf jeden Fall madenbefallene Stellen ausschneiden.
Maden sind zwar nicht giftig, aber viele Menschen empfinden diese als unappetittlich.
Außerdem zersetzt sich der Pilz an den befallenen Stellen schneller.
Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich Pilze etwa einen Tag.

Pfifferlinge
Pfifferlinge
Die meisten essbaren Pilzarten kann man nach dem Putzen auch einfrieren oder trocknen oder einwecken.
Möglichst gar nicht oder nur ganz kurz mit Wasser abbrausen, denn viele Pilze nehmen Wasser auf.

Noch einige Hinweise zum Kauf von Pilzen in Supermärkten:

Auf Pilzverpackungen (frische Pilze) findet sich kein Verfallsdatum. Das liegt daran, dass Pilze nach Lebensmittelvorschrift nur einen Tag im Verkauf sein dürfen. Leider ist das im Handel nicht allgemein bekannt und man belässt Pilze bis zu einer Woche im Regal (!).
Häufig werden die Pilze (meist Champignons) in Plastikbehältern und mit Plastikfolie umwickelt verkauft (unverständlicherweise).
Das führt dazu, dass der Zersetzungsprozess der Pilze sehr schnell vonstatten geht und auch eigentlich gute Speisepilze verderben und zu Bauchschmerzen, Durchfall usw. führen können.
Pilze dürfen nicht „schwitzen“, d.h. es darf kein Beschlag von innen, unter der Plastikfolie zu sehen sein. Die Schnittstellen der Pilze sollten die gleiche Farbe wie der Hut haben. Ist die Schnittstelle braun angelaufen oder haben auch die Hüte bräunliche Flecken, sind die Pilze nicht mehr frisch und man sollte vom Kauf absehen!
Besser sind dann entweder tiefgefrorene Pilze oder solche als Konserve in Glas- oder Metallbehältern.

Schopftintling
Schopftintling
Im folgenden stelle ich ihnen zwei Pilze vor, die keine Doppelgänger haben und die Sie auch ohne weitere Kenntnisse sammeln und essen können.

Der Schopftintling

Er wächst meist in Massen und nur für eine kurze Zeitspanne. Man sammelt Exemplare, die ganz weiss sind. Sind die Fruchtkörper rosa oder schwärzlich angelaufen, sind sie schon zu alt. Man nennt den Schopftintling auch Spargelpilz. Er muss auf jeden Fall sofort frisch zubereitet werden, denn er lässt sich nicht lagern oder konservieren. Am besten etwas Butter in die Pfanne, die Pilze dazu, etwas Petersilie – einige Minuten schmoren lassen und zuletzt etwas Salz. Fertig.

Der Riesenbovist

Dieser Pilz ist unübersehbar. Er sieht aus wie ein weisser Fußball und kann auch diese Größe erreichen. Bitte nur Exemplare verwenden, die innen ganz weiss sind. Bei diesem Pilz die äußere Haut abziehen und z.B. in Scheiben schneiden, wie Schnitzel panieren und in der Pfanne braten.

Fotos von Pfifferlingen und Steinpilzen mit freundlicher Genehmigung von Karin Montag http://tintling.de - Die Pilzzeitung

Steinpilze
Steinpilze 
Pfifferlinge
Pfifferlinge 
Schopftintling
Schopftintling 
Riesenbovist
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