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Freienseen plant "Haus der Begegnung"

Sebastian Grimm, Gudrun Müller-Mollenhauer, peter Klug, Ulf Häbel, Hermann Hans Hermannski.
Sebastian Grimm, Gudrun Müller-Mollenhauer, peter Klug, Ulf Häbel, Hermann Hans Hermannski.
Laubach | Noch nicht alles ist geklärt, aber bereits jetzt scheint das Projekt eine große Strahlkraft zu entfalten: In Freienseen soll in dem Fachwerkhaus in der Alsfelder Straße 18/20, gegenüber der Kirche, bis zum Jahr 2013 ein “Haus der Begegnung“ entstehen. Dort sollen dann drei bis vier barrierefreie Wohnungen, eine Werkstatt, eine Kulturecke, eine Essensausgabe sowie ein Dorfladen entstehen, so Dr. Ulf Häbel, Pfarrer i.R. bei der Vorstellung des Projekts am vergangenen Dienstag.

Gemeinsam mit Gudrun Müller-Mollenhauer vom Amt für den ländlichen Raum, die eine Zusage für einen Landeszuschuss für eine Machbarkeitsstudie mitbrachte, Sebastian Grimm, Geschäftsführer der Region Gießener Land, Laubachs Bürgermeister Peter Klug und Ortsvorsteher Hermann Hans Hermannski stellte Dr. Häbel das Projekt vor und beschrieb es mit den Worten „Leben und sterben, wo ich daheim bin“.

Bürgermeister Peter Klug erläuterte, dass die Stadt Laubach Auftraggeber der Machbarkeitsstudie sei. Dank der Mittel des „Vogelsberger Seniorennetzwerks“ – so der Arbeitstitel des in Gründung befindlichen Trägervereins des „Hauses der Begegnung“ – kämen keine Belastungen auf die Stadt Laubach zu. „Angesichts des demographischen Wandels sollten wir es Senioren so lange wie möglich ermöglichen in Ihrem Dorf bleiben zu können.

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Pfarrer i.R. Dr. Häbel, der bereits einer der Hauptakteure beim Kampf um die Rückkehr der Schule in´s Dorf war, zeigte sich erneut kämpferisch und engagiert: In Zeiten des Bevölkerungsrückgangs und zunehmender Leerstände in den Dorfkernen, sollten keine neuen Siedlungen außerhalb der Dorfkerne entstehen und der Zersiedelung Vorschub leisten. Vor allem aber gehe es darum den Menschen ein Leben in Würde bis zum Ende zu ermöglichen. „Ich bin zu nichts mehr nutz“, sei ein geflügeltes Wort im Vogelsberg, das es zu verhindern gelte und stattdessen zu vermitteln, dass die älteren Mitbürger sehr wohl gebraucht werden, „dass wir zusammen halten“, so Häbel. „Wie in einer Familie, anderen Stelle hier das soziale Umfeld tritt – nämlich die „Nachbarschaftsfamilie“, als neuer Instanz zwischen Privatem und dem Staat. Der Staat könne ein solches Netzwerk im sozialen Raum, ob Dorf, Viertel oder Nachbarschaft, nicht leisten und wird es zukünftig noch viel weniger leisten können – hier sind die Gemeinschaften gefragt.

Das Haus, ein aus zwei Teilen bestehendes Fachwerkgebäude ist etwa 250 Jahre alt und ein gutes Beispiel für Leerstände im Dorfkern: Der linke Teil des Hauses stand 40 Jahre, der rechte Teil rund 20 Jahre leer und soll für das Projekt erworben werden. Mit Hilfe rüstiger Rentner – „da kriegen wir sicher eine ganze Reihe zusammen“, so Ortsvorsteher Hermannski, soll das Gebäude dann renoviert werden. Die Verkaufsverhandlungen laufen, wobei man mit einem der beiden Eigentümer bereits einig ist. Träger des „Hauses der Begegnung“ wird voraussichtlich das „Vogelsberger Seniorennetzwerk“ sein.

Eins wurde allerdings auch betont: Das Projekt kann nur gelingen, wenn Fördergelder aquiriert werde. Hier geht es in erster Linie um Zuschüsse aus dem Sozialministerium, die für seniorengerechte Umbauten gewährt werden. Gudrun Müller-Mollenhauer sagte zu den Aussichten auf Zuschüsse: „Eine Vision, aber in Freienseen hat man schon mehr gepackt“ und gab positive Signale. Weitere Mittel sollen aus dem LEADER-Programm der EU kommen, die für die Förderung des ländlichen Raums gewährt werden. Sebastian Grimm, Geschäftsführer der für diese EU-Mittel zuständigen Vereins Region Gießener Land sagte dazu, dass der Vorstand vom Freienseener Konzept „begeistert“ sei von dem Projekt, das eben nicht nur betreutes Wohnen beinhalte, sondern vielmehr Bereiche miteinander verzahne und Ausstrahlungswirkung für viele andere Kommunen entwickeln könne. Unterstützung wird auch von Seiten des Landkreises erwartet und die Studie soll bis Ende des Jahres fertig gestellt sein. „Dann geht die Arbeit aber erst richtig los“, freut sich Dr. Häbel abschließend.

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