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Laubacher wollen einen Machtwechsel: Peter Klug zum neuen Bürgermeister gewählt

Der Sieger und der Unterlegene: Peter Klug (links) und Claus Spandau.
Der Sieger und der Unterlegene: Peter Klug (links) und Claus Spandau.
Laubach | Da brauchte Peter Klug erstmal ein Taschentuch, denn nicht nur seiner Frau Verena standen die Tränen in den Augen, sondern auch dem 29-jährigen Kandidaten selbst. Was da kullerte, waren allerdings keinesfalls Tränen der Enttäuschung, sondern jene der Freude und der positiven Überraschung. Kein Wunder bei diesem Ergebnis: Mit 58,42 Prozent (2669 Stimmen) hat der unabhängige Kandidat die gestrige Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Laubach mit einem deutlichen Vorsprung gegen Amtsinhaber Claus Spandau (CDU) gewonnen. Dieser kam auf 41,58 Prozent (1900 Stimmen). Der Christdemokrat muss daher zum 1. Juni nach fast 18 Jahren den Chefsessel im Laubacher Rathaus verlassen. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,32 Prozent - das sind 4597 abgegebene Wählerstimmen von 7882 Wahlberechtigten.
Zahlreiche Bürger und Parteivertreter Laubachs fieberten bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der Stichwahl am Sonntag im Rathaussaal mit. Unter den Gästen waren auch der erste Kreisbeigeordnete Stefan Becker und der ebenfalls parteilose Biebertaler Bürgermeister Thomas Bender.
Schon bei der Verkündung der Ergebnisse aus dem ersten Wahlbezirk
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brach im Lager Klugs, ohrenbetäubender Jubel aus. Kaum verwunderlich, verbuchte der Fliedener dort satte 80 Prozent der Wählerstimmen für sich, Spandau kaum auf 20 Prozent. Mit einem ähnlichen guten Vorsprung konnte Klug auch die Bezirke Röthges (67,94 Prozent, Spandau 32,06 Prozent) und Gonterskirchen (66 Prozent, Spandau 34 Prozent) für sich verbuchen. In Freienseen führte Klug gar mit 75,27 Prozent, Spandau erhielt dort 24,73 Prozent der Stimmen. Knapper war dagegen das Ergebnis der Briefwahl: Hier lag Klug nur mit 50,67 Prozent gegenüber Spandau (49,33 Prozent) vorne. Lediglich zwei der Wahlbezirke gingen an Amtsinhaber Spandau: In Lauter erreichte er 58,3 Prozent (Klug: 41,64), in Wetterfeld 60,77 (Klug: 38,27). Nach zehn von zwölf Wahlbezirken lag Klug bereits mit 58,4 Prozent vor Amtsinhaber Spandau. Dieser kam auf 41,6 Prozent. Fast so lautete dann auch das Endergebnisse, denn in den beiden Wahlbezirken aus Laubach-Stadt, Sport- und Kulturhalle und Rathaus lagen die beiden Kandidaten recht nah beieinander. Bis zur Verkündung des vorläufigen Endergebnisses harrte Peter Klug aus, anders als seine Anhänger, die immer lauter jubelten. Zahlreiche Gratulanten umringten sogleich den unabhängigen neuen Bürgermeister, der das Ergebnis kaum fassen konnte.
Große Freude bei Verkündung des Endergebnisses: Peter Klug und seine Faru Verena.
Große Freude bei Verkündung des Endergebnisses: Peter Klug und seine Faru Verena.
Claus Spandau zeigte sich als fairer Verlierer, räumte aber ein, mit einem anderen Wahlausgang gerechnet zu haben: "Das Ergebnis habe ich so nicht erwartet, das gebe ich ehrlich zu". Demnach sei die Situation für ihn auch nicht einfach. Peter Klug gratulierte er zu dem überaus guten Wahlergebnis. Klug habe nun einige Monate bis zur Amtsübernahme Zeit, sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten. "Wenn Sie Hilfe wollen, dann werden Sie sie von mir bekommen. Aber auch wirklich nur dann, wenn Sie wollen", bot Spandau an. Er werde sich nicht in Dinge hineinhängen, die ihn nichts mehr angingen, versprach der noch amtierende Bürgermeister.
"Ich kam als Fremder hier her und bleibe als Freund und ihr neuer Bürgermeister", bedankte sich Klug bei den Laubachern, die ihm ihr Vertrauen und ihre Wählerstimme geschenkt hatten. Er freue sich, mit seiner Familie schon bald nach Laubach zu ziehen und dort zu arbeiten. Und er gab den Wählern und seinen neuen Politikkollegen auch gleich ein Versprechen mit auf den Weg: "Ich bin unabhängig und möchte mit allen Laubachern zusammenarbeiten. Es wird niemand bevorzugt oder benachteiligt." Nach der Wahl trafen sich Peter Klug und alle, die das Ergebnis mit ihm feiern wollten, noch im "Laubacher Wald". Und gefeiert werden musste, obwohl Klug angesichts des absolut überraschenden Ergebnisses völlig ermattet wirkte: "Ich glaube, ich gehe heute mal früh ins Bett".

Der Sieger und der Unterlegene: Peter Klug (links) und Claus Spandau.
Der Sieger und der... 
Große Freude bei Verkündung des Endergebnisses: Peter Klug und seine Faru Verena.
Große Freude bei... 
Viel Applaus im Lager Klugs.
Viel Applaus im Lager... 
Gepannt verfolgt Peter Klug die Wahl mit seiner Frau. Der Hessische Rundfunk ist die ganze Zeit am Ball.
Gepannt verfolgt Peter... 
Peter Klug bei seiner "Antrittsrede".
Peter Klug bei seiner... 
 
 

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von:  Sabine Glinke

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Sabine Glinke
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