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Der Vogel des Jahres

von Kurt Ortham 30.01.20111076 mal gelesen1 Kommentar
Laubach | Der Vogel des Jahres

Es ist wieder mal soweit, letztes Jahr wurde der Kormoran zum Vogel des Jahres gekürt, dieses Jahr hat der Gartenrotschwanz die Ehre. In seinem Infoblatt „Naturschutz Heute“ werden die Gefahren für diesen Vogel erläutert.
Nur, stimmt das alles so? Seit Jahrzehnten beobachte ich unter anderem den Gartenrotschwanz und kontrolliere den Bruterfolg. Achtzig Prozent der beobachteten Bruten wurden von Elstern vernichtet. Davon konnte ich in dem Infoblatt des Nabu nichts lesen. Passt das nicht in die Ideologie? Wer Wahrheiten verschweigt macht sich auf Dauer unglaubwürdig, der Zweck heiligt hier keinesfalls die Mittel. Immer wieder wird behauptet, die Räuber würden durch das Angebot an Futter reguliert. Das hat vielleicht in einer Zeit funktioniert, als vieles von dem Futter noch nicht auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stand. Wir Menschen haben in der Natur tief- greifende Veränderungen bewirkt. Jetzt so zu tun, als könnte sich irgend etwas in der Natur noch selber regulieren, ist unrealistisches Wunschdenken. Der Vogel des letzten Jahres, der Kormoran, hat stellenweise den Eisvogel zum großen Verlierer gemacht. Im Winter, wenn alle stehenden Gewässer mit Eis bedeckt sind, kommt der Kormoran an die Flüsse. Hier ist er dem Eisvogel in der Fangtechnik weit überlegen. Er fängt zwar nicht die für den Eisvogel notwendigen Kleinfische, aber oft deren Eltern. Ellritze, Steinbeißer, Koppe und andere Kleinfische sind sehr selten geworden. Daher ist der Eisvogel immer häufiger auf die Jungen von Döbel und Rotauge angewiesen. Und genau diese Arten erwischt der Kormoran bei seinen Fangaktionen im Winter.
Die kluge Elster hat sich zum Kulturfolger ersten Ranges entwickelt und hat keine regulierenden Mechanismen der Natur mehr zu fürchten.
Keines Falles will ich die Aktivitäten des Nabu in Frage stellen, aber alles in der Natur durch die rosa Brille zu sehen hilft den Tieren nicht weiter.

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Kommentare zum Beitrag

Wolfgang Heuser
7.363
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 31.01.2011 um 00:09 Uhr
Warum nicht mal hinterfragen, da gibt es bestimmt einige offene Fragen mehr, schön mal darüber geschrieben! Ich denke auch das man sich viel zu wenig Gedanken über solche Dinge macht! GW
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